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RSA - Pfingsttreffen 03.06.2006- Dresden |
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| Konzerte |
Bericht Jens Kurze / Fotos Kathrin .... super großer Dank an Beide |
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Nach dem großen Erfolg des ersten Ostrock-Pfingsttreffens 2004 startete der kleine Leipziger Privatsender rsa eine Neuauflage mit veränderter Besetzung : 3 Tage lang gab es in nacheinander in Leipzig, Dresden und Schwarzenberg ein fröhliches „ Klassentreffen“ von Musikern und Sympathisanten der ehemaligen DDR-Rock & Popmusik. Die Freilichtbühne im Großen Garten Dresden platze aus allen Nähten, das Interesse scheint ungebrochen ( oder wiedererwacht ? ) – wie dem auch sei, es war nicht nur das „Mittelalter“, das sich zahlreich eingefunden hatte. Und trotzdem hatte ich auf der Rückfahrt den alten Stones-Song im Ohr : you’re not the only one – with mixed emotions ... Kurz nach 15 Uhr hatten wir uns angestellt ( mein Bruder kam extra aus Rostock runter ), weil wir ahnten, was passiert. Die „sozialistische Wartegemeinschaft“ war guter Dinge, schon vor Veranstaltungsbeginn hatte ich, da ich ein schwarzes Basecap mit der selbstgefertigten Aufschrift www.ostmusik.de trug, einiges zu erklären – gut so !! Um 16 Uhr öffneten sich die Bauzäune ein wenig weiter, rsa-Moderator Gerd Edler bestritt das warm-up ab 17 Uhr und beruhigte alle, die draußen noch vor den Toren standen. Dennoch kamen viele zu spät, die Leute vom Einlass waren mit den lästigen Taschenkontrollen sichtlich überfordert. Pünktlich um 18 Uhr eröffnete der jetzige rsa-Musikredakteur und uns allen wohlbekannte Jürgen „bong“ Karney eine lange Party. |
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Wiederum ein Glücksgriff als eigentlich undankbarer Opener: Dirk Michaelis. Von ihm geht eine Faszination aus, der man sich nicht entziehen kann. Gesang, Gitarre oder Piano, begleitet von seinem langjähigen Bühnenparter Sören an der Mundharmonika – mehr brauch er nicht. Wie bemerkte Jürgen Karney völlig richtig: die Beatles hatten ihr „Yesterday“, Dirk sein „Als ich fortging“. Und heftigst eingefordert als Zugabe „Fischlein unterm Eis“. Mut zum a-capella- Gesang, und das in Perfektion. Große Klasse, Dirk ! Einzige kleine kritische Anmerkung meinerseits: Dirk, wechsle bitte deine Gitarre, bei härterer Anschlagtechnik kommt von der Godin nur ein Kratzen und Scheppern, typisch für Solidbody-Gitarren, aber kein definierbarer Akkord mehr – besser klingts mit einer Elektroakustik, wie zB. der Takamine von IC ;-)) Im Anschluss erlebten wir Ute Freudenberg und Band. Na ja ganz ehrlich, im Gegensatz zu meiner Frau bin ich nicht unbedingt der große UF.-Fan, aber ich wurde angenehm überrascht : Ute überzeugte stimmgewaltig, mit einer sehr übersichtlich spielenden Band, und die Background-Mädels Katrin und Andrea waren nicht nur eine optische Bereicherung. Wären nicht die zu anbiedernden Eigen-Moderationen gewesen, dann gäbs gar nix zu meckern. |
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Und dann kam IC auf die Bühne, der so aufgekratzt und beinahe schon herumalbernd mit dem Publikum umging, wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt habe. Ich stand ganz vorn an der Bühne und konnte alle Feinheiten bestens mitbekommen. IC war bestens gelaunt, bot augenzwinkernd alte und neue Titeln, kicherte herum und hatte selbst einen Riesenspaß. Diese Lockerheit übertrug sich in Sekundenschnelle auf das Publikum, sodass er „wissend um die Klassenkeile aller nachfolgenden Kollegen“ ganz leicht überzog. Einen Titel hat er dem so schwer erkrankten Reinhard Fissler gewidmet – die Stille danach war Gänsehaut pur ... Ralf Heinz IC, zu einem deiner nächsten Konzert in meiner Nähe werde ich garantiert kommen ( spätestens im Oktober in Niesky bei Peter ), versprochen ! Und IC kündigte auch noch selbst die nachfolgende Band an, zu der er als Jugendlicher immer hinterher getrampt sei, und er liebe sie immer noch: |
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Die Klaus-Renft-Combo : jaja, sicher habe ich diesen Haufen Vollblutmusiker in all den Jahren in verschiedenen guten oder weniger guten Konstellationen erlebt, auch beim Pfingsttreffen vor 2 Jahren. Und eigentlich wollte ich mir ja ein Bier holen, aber das ging nicht. Bereits nach den ersten Takten musste ich wieder auf meinen Platz zurück. Denn hier gab es richtig Feuer unters Dach ! Monsters Rückkehr zu Renft hat die Akkus wieder aufgeladen. Ohne Schnörkel wurde abgerockt was das Zeug hielt, und zwar ganz clever in Medley-Form. Vom „Apfeltraum“ über „Gänselieschen“ bis „Ketten werden knapper“ und „Nach der Schlacht“ wurde uns nahezu alles an noch vorhandenen Textfragmenten abverlangt. Kein großes Palaver zwischendurch, effektives Ausnutzen der wenigen zugeteilten Zeit mit einem Maximum an Power – Leute, tat das gut ! Ich gebe es zu: Renft war für mich DIE positive Überraschung des Abends ! Lang lebe Renft ! Klaus – Abende wie dieser mögen dir helfen, der Krankheit zu trotzen ! |
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Jürgen Karneys Zwischentexte zur Überbrückung der kurzen Technik-Umbaupausen, gespickt mit Wortwitz und persönlichen Erinnerungen an den einen oder anderen Künstler waren einfach klasse ( der Mann weiß, wovon er spricht, wir hatten in den 80-ern bei Großveranstaltungen wie zB. den Rostocker Goliath öfters miteinander zu tun ) und erzeugten immer Erwartungshaltungen. Ja – und dann kam für mich der erste Bruch an diesem Abend. Eine sehr lange Umbaupause wegen technischer Probleme stimmte uns auf den von mir mit Spannung erwarteten Block „ Silly & Gäste“ ein. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Musiker, egal ob alt oder jung, waren klasse, keine Frage. Aber Gesang, Titelauswahl und Sound müssen hinterfragt werden. Nein, versteht mich nicht falsch, es gibt definitiv keinen Ersatz für Tamara, den erwartet auch keiner. Aber die mit so viel Vorschusslorbeeren bedachte Katy Karrenbauer sollt m.E. bei der Schauspielerei bleiben. Viel zu tief brummte sie die Songs durch, akustisch eh kaum zu verstehen moderierte sie läppisch zwischen den Titeln, ihre Art der Performance erinnerte mich mehr an eine kurzhantelschwingende Fitness-Schülerin, und Grimassen sind kein Gewinn an Ausdrucksstärke. Sorry, das war nix. Schon anders Anna Loos, der ich die Gesangsparts in dieser Art nicht zugetraut habe – Anna sah nicht nur gut aus, sie kam auch gut rüber, klar verständlich, ohne Mätzchen, mitunter nur konzentriert dastehend und Hasbes Gitarrensoli lauschend ( wenn es möglich war ). Insgesamt recht viele Vocoder- und Talkbox-Spielerein und ein leider muffiger, undifferenzierter und viel zu lauter Sound, der angekündigte Part mit IC fand ohne Erklärung gar nicht erst statt – schade, das war eine Enttäuschung. |
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Was nun ? In unsere Ratlosigkeit hinein startete laut Jürgen Karney „die Gruppe K...“ – vom Publikum ergänzt „...rat“ . Und dann erlebte ich die neue Besetzung zum ersten Mal. Karat war damals eigentlich live nie so richtig mein Ding. Das hing nicht mit den Songs zusammen, sondern mehr mit dem „alten“ Sänger. Doch ich habe am Samstag Bemerkenswertes erlebt: nicht nur, dass Bernd Römer immer noch so aussieht wie 1978, sondern ein neues, unglaubliches Miteinander auf der Bühne. Claudius hat anscheinend nie was anderes gemacht als bei Karat gesungen – zahlreiche Fans mit Claudius-T-Shirts bestärkten mich in dieser Annahme ;-) Ein sehr mannschaftsdienliches Spiel der Musikanten mit tollen Arrangements gaben ihm die notwendige Stütze. Der Sound war nach kurzer Zeit einigermaßen in Ordnung. Sehr berührt hat es mich, wenn der „junge“ Claudius von den „Alten“ wie Bernd Römer mutmachend umarmt wurde, wenn er eine Hymne wie „Schwanenkönig“ eindrucksvoll zelibrierte. Und wirklich unter die Haut ging „ Mich zwingt keiner in die Knie“. Da heißt es : „Ich möchte wissen, wer meine Freunde sind“ – Claudius, Bernd, Micha ... habt ihr die vielkehlige Antwort von uns vernommen ? Dieser Moment war schon etwas Besonderes, und eine Welle der Sympathie, der Begeisterung und des Zusammenhalts war spürbar. Die letzte Zeile wurde zu „ UNS zwingt keiner in die Knie“ – richtig, dieses Gefühl habe ich jetzt auch !! DAS wäre ein würdiges Finale dieses Abends gewesen. |
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Habt ihr schon einmal mit 200 Sachen eine Vollbremsung machen müssen ? So kam ich mir jetzt vor, denn es kam noch Keimzeit. Ich verstehe nicht, warum man diese Band für dieses Festival ausgewählt und dann noch als Finale eingesetzt hat. Warum nicht zB. noch einen richtigen „Abräumer“ wie Berluc oder auch Petra Zieger & Band oder andere, die noch am Ball sind, wie zB Scirocco ? Nichts gegen Norbert Leisegang und seine Truppe, aber seine manirierte Art der Moderation ( „Meine sehr verehrten Damen und Herren“ ... ) und auch die Titelauswahl ( was sucht hier beim Ostrock-Festival ein textlich nicht entschlüsselnder Rio-Reiser-Song über die BVG ? ) passten m.A. überhaupt nicht zu diesem Abend. Das sah wohl auch der Wettergott so, der es bis dahin gut gemeint hatte, und äußerte sein Missfallen in form eines leichten Regens... Nun ja, und so wurden unsere Emotionen wieder runtergefahren ( seufz ! ) und wir verließen nach dem Konzert doppelt bedröppelt den Ort des Geschehens mit gemischten Gefühlen. Fazit: insgesamt gesehen war es ein toller Abend, auf den wir uns seit Januar gefreut haben. Leider gab es Probleme am Einlass, wieder mal viel zu wenige, ständig überfüllte und extrem schmutzigen Toiletten ( Veranstalter, hier gibt’s für das nächste Mal aber ordentlich zu tun ! ), Probleme mit unaufgeladenen oder nicht zugeschalteten Funkmikrofonen und einem nicht immer optimalen Sound ( das war vor 2 Jahren anders ) . Vielleicht gibt es dritte Auflage. Ansonsten freuen wir uns auf das eine oder andere Konzert von Musikern, die wir en bloc erlebt haben. |
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