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06.12.2008 Basel Zöllner & Gensicke |
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| Konzerte |
Bericht und Fotos Andreas ... vielen Dank |
Zöllner |
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„Dirk Zöllner – den kenne ich“, rief Marianne unsere Nachbarin. „Der ist so Mitte Vierzig“. Gespannt und hoffnungsvoll wartete ich, was wohl folgen würde. Dirk Zöllner bekannt bei den Schweizern? Interessant. „Das ist doch der mit der Brille, der neulich bei Stefan Raab zu Gast war“. Ich zog eine Augenbraue hoch, erwiderte aber nichts sondern machte mich stattdessen vom zentralschweizerischen Luzern auf den Weg nach Norden ins 100 km entfernte Basel. Der Kulturpavillon in Basel liegt unmittelbar hinter der deutsch-schweizerischen Grenze, liebevoll – engagiert geführt von Barbara Preusler und dem Basler Songpoeten Aernschd Born. Kaum zu glauben, dass sie Dirk Zöllner und André Gensicke aus dem fernen Berlin hierher nach Basel gelockt haben sollten. Doch tatsächlich – sie kamen, Easyjet sei dank. Der knapp 100 Leute fassende Saal war circa zur Hälfte gefüllt, davon ca. 80 % Deutsche, die entweder in der Schweiz lebten oder über die nahe Grenze gekommen waren. Punkt 20 Uhr begann das Konzert, welches in dieser Atmosphäre eher wie eine Privatveranstaltung anmutete. Um es vorweg zu nehmen – eine von allererster Güte. Die Bühne minimalistisch eingerichtet. E-Piano, Klavier, Gitarre, 2 Mikrofone, Akkustikanlage, etwas Licht – das war’s. Wer jedoch früher schon einmal „Zöllner light“ gehört hat, der weiss, dass nicht Technik die Musik beherrscht, sondern pure Spielfreude, gepaart mit höchster künstlerischer Meisterschaft und einer ausreichend grossen Portion Schalk. Und so war es auch. Songs für Nachdenkliche, Männerfeinde, Frauenfeinde, Nachtragende, sexuell Frustrierte, Harmoniesüchtige, Freaks oder auch einfach nur für Normalos. Titel wie „Meine Königin“ und „Sand“ zeigten die ganze Bandbreite Zöllners stimmlicher Dynamik. Gewohntes, lieb Gewordenes wurde ebenso zum Besten gegeben wie Aktuelles aus den „Sieben Sünden“. Eindrucksvoller Satzgesang, obwohl nur zu zweit. Und Gensicke, der zurückhaltende Meister am Piano sorgte für ein rundes Arrangement und bezauberte die Zuhörer. Dazwischen immer wieder kleine, spontane Dialoge, in die das Publikum zwanglos als Bestandteil des Konzertes eingebunden wurde. Der Saal diskutierte, sang mit – wie eine grosse Familie. Natürlich gab es ihn – den Textaussetzer. Diesmal erwischte es „Keine schweigt wie Du“. Aber Zöllner band diesen so souverän in den Song ein, dass man das Gefühl hatte, die neue Textzeile hätte schon immer dazu gehört. Das Publikum merkte kaum, wie die Zeit verging. Umso unerwarteter kam nach etwas über zwei Stunden langsam der Abschluss. Standesgemäss wurden Zöllner und Gensicke mit Schweizer Schoggi (Schokolade) verabschiedet. Das grosse Finale bildete der Song „Viel zu weit“. Wer nun aber eine eher schwermütige Ballade erwartet hatte, wurde überrascht. Zöllner und Gensicke warfen sich wider den tierischen Ernst höchst amüsant die Bälle zu und improvisierten, was das Zeug hielt. Gensicke schloss dem Tag angemessen mit einem leisen „Stille Nacht“. Ein grandioser Abend ging zu Ende – viele „Süsse Sekunden“ – finanziell sicher ein Desaster aber künstlerisch eine Meisterleistung, die mit Sicherheit allen, die dabei waren, lange in Erinnerung bleiben wird. Zöllner und Gensicke – aus meiner Sicht ein Juwel in der gesamtdeutschen Musiklandschaft. Aber nicht, weil ich ihre Musik schon seit Ende der Achtziger Jahre kenne. Sondern weil sie sich wie nur wenige Bands aus dem Osten Deutschlands mit den Jahren beständig weiterentwickelt und immer wieder neu entdeckt haben. Mehr davon bitte. Andreas Arndt, CH – 6003 Luzern 07.12.2008 |
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