Sachsendreier  06.12.2008 in Berlin

Konzerte

Bericht Regina - vielen Dank

Sachsendreier

   
Lang, lang ist's her, dass ich mir selber immer wieder die Frage nach der besten Band der DDR aus dem Bereich Art-Rock stellte. Nach einem LIFT-Konzert war mir klar: Es kann nur LIFT sein. Kam ich aus dem electra-Konzert stand für mich fest: Es ist electra. Wer sonst? Natürlich war ich auch in vielen Konzerten der Stern Combo Meißen. Den Rest könnt Ihr Euch denken....

Dann wurde vor über 10 Jahren die geniale Idee, den Sachsendreier ins Leben zu rufen, in die Tat umgesetzt und seitdem touren die 3 vorgenannten Bands unter diesem Oberbegriff  gemeinsam hin und wieder durch die Lande. Ich weiß nicht, wie oft ich den Sachsendreier bereits erlebt habe. Ich weiß  nur eines: So ein Konzert ist ein Erlebnis ohnegleichen. Am vergangenen Sonnabend war ich zum x-ten Male hingerissen von der unglaublichen Spielfreude der Musiker und von den Leistungen der Gesangssolisten, die in dieser Zusammensetzung zu Höchstform auflaufen.

Der Saal war reichlich gefüllt, die Leute gut gelaunt und fröhlich - wussten die allermeisten doch ziemlich genau, was sie erwartet. Der eine oder andere Dresdner Dialekt war auch zu hören, worüber ich mich sehr gefreut habe. Schließlich war ich selber auch schon im Dresdner Schlachthof beim Konzert "35 Jahre electra".

Die Stern Combo Meißen eröffnete das Programm und überraschte mit dem neuen Sänger Larry B. Ich habe im Vorfeld bereits einige Kommentare von Freunden und Bekannten zu hören bekommen, wollte mir aber meine eigene Meinung bilden. Ich finde, dass Larry seine Sache sehr gut gemacht hat. Er hat mich überzeugt mit seiner stimmlichen und gesanglichen Leistung. Mir hat seine Rockröhre, die klar und kräftig klingt, sehr gut gefallen. Das nächste Konzert der SCM in Berlin werde ich auf keinen Fall versäumen.

Larry hat spezielle Grüße an R. Fißler gerichtet, der es sich nicht nehmen ließ, trotz seiner schweren Krankheit an diesem Abend anwesend zu sein. Es gab niemanden im Saal, der sich diesen Grüßen und Wünschen nicht von ganzem Herzen anschloss.

Großes Kompliment auch an Thomas Kurzhals, den alten neuen Keyboarder in dieser Gruppe. Es war ein Ohren- und Augenschmaus, ihm zuzuhören und zuzusehen. Die SCM erscheint mir in dieser Zusammensetzung perfekt, wobei Th. Kurzhals nach meinem Empfinden musikalisch sozusagen den Ton angibt.

Als nächstes wurden uns die wunderschönen Rockballaden von LIFT präsentiert.  Wiedermal exzellent gespielt und gesungen, wie man LIFT halt kennt und schätzt. Werther war bestens im Form, das Duett mit Stefan Trepte "Mein Herz soll ein Wasser sein" kam wie alle anderen Titel sehr gut beim Publikum an. Ich hätte gerne noch die "falsche Schöne" gehört, aber ich war auch ohne dieses Lied von LIFT rundum begeistert.

Anschließend betraten die Jungs von  electra die Bühne und wurden lautstark empfangen. Prima, dass G. Koreng  mit von der Partie war. Das hat mich ganz besonders gefreut. St. Trepte hat wie immer für eine gewisse Heiterkeit gesorgt. Seine Ansagen sind überwiegend bekannt, dennoch sind sie immer wieder unterhaltsam. Seine Stimme und seine Art zu singen, mag ich sowieso. Besonders zu erwähnen ist auch unser Mampe. Was wäre ein electra-Konzert ohne ihn? Es versteht sich von selbst, dass der "Türkische Marsch" nicht fehlen durfte.  Ich glaube, dass sogar der Meister selbst seine Freude an dieser Adaption hätte. Ian Anderson würde vermutlich ebenfalls augenzwinkernd zuhören.....

Um kurz auf die Einleitung zurückzukommen: electra hat bei mir einen ganz kleinen Vorsprung vor den anderen beiden. Und das nicht erst seit dem letzten Sonnabend. Sie beeindrucken mich mit ihrer enormen Vielseitigkeit, ihrer Spielfreude, und ihren Nachtigallen doch von allen am meisten.

Es war ein wunderbarer Abend. Ich habe schon eine ganze Weile nicht mehr soviel im wahrsten Sinne des Wortes SCHÖNE Musik auf einmal gehört. Herzlichen Dank an die sämtlich erstklassigen Musiker und Interpreten. Ich war auf dem Nachhauseweg noch derart beschwingt, dass ich die Durchsage des Busfahrers "Die Haltestelle Ostbahnhof kann wegen einer Bombendrohung nicht angefahren werden" relativ gelassen zur Kenntnis nahm. Im Normalzustand hätte mich so eine Durchsage doch ziemlich erschüttert.

Und vielleicht sollten sich die Rechten, die am selben Tag in meinem Stadtbezirk eine Demo durchgeführt hatten, einfach mal die Sachsendreier-DVD anschauen. Die ist nämlich mindestens genauso gut wie der beste Kuschelrock (Ihr wisst, welchen ÄRZTE-Titel ich im Hinterkopf habe) und beschert angenehmere Gedanken und eine bessere Gefühlslage!!!!!