Singwitz  10.01.2004

10.01.2004  Singwitz  Pankow

Konzerte

Bericht & Fotos Peter

Pankow

   
Es war ein wunderschönes Konzert. Urwüchsige, unkomplizierte Rockmusik in einer Art präsentiert wie man es aus der Vergangenheit von Pankow kennt. Das Vorhaben, nochmals kurz und endgültig letztmalig (?) auf die Bühne zu gehen ist eine Geste die ganz sicher im Sinne der vielen Anhänger der Band sind.

Die Songauswahl war eine gelungene Mischung aus den verschiedenen Zeitetappen seit dem aktiven Bestehen der Band. Es erklangen Ohrwürmer wie "Die wundersame Geschichte von Gabi" aus der Anfangszeit der Band, Songs aus ihrem Rockspektakel "Paule Panke", wie die erfolgreichen Titel ihrer letzten Produktionen. Die Musiker wirkten unverbraucht und voller Spielfreude.

Die Klasse der einzelnen Musiker ist unbestritten. Nicht umsonst wurde J. Ehle und H.-J. Reznicek in vergangenen Tagen wiederholt zu den besten Musikern in ihrer Sparte gekürt. Letzterem würde ich persönlich noch als den beweglich - aktivsten Bassmann küren. Und die Ausstrahlung, die Mimik, die Umsetzung der Lieder Pankows durch Andre Herzberg ist ein Augen - wie Ohrgenuss. Und diese Klasseleistung der Band wurde vom Publikum gebührend mit wahren Applausstürmen gewürdigt.

Sächsische Zeitung zur Konzerttournee 2004 am 12.01.2004

Sandra Schipp

Sie sind wieder auf der Strasse. Fünf Jahre nach ihrer Auflösung ist die ostdeutsche Rockband Pankow für eine einmalige Tournee auf die Bühne zurück gekehrt – in Originalbesetzung.

Jetzt gaben Andre Herzberg, Jürgen Ehle, Jäcki Reznicek, Kulle Dziok und Stefan Dohanetz im Potsdamer Lindenpark ein bejubeltes Konzert.

Zu DDR Zeiten war die 1981 gegründete Band durch ihre lebensnahen Texte immer wieder mit der Obrigkeit in Konflikt geraten, wurden dafür aber von einer großen Fangemeinde geliebt. Auch nach der Wende veröffentlichte Pankow mit einigem Erfolg noch mehrere Platten, doch nach internen Querelen war Ende der 90 èr endgültig Schluss. Im März 1999 hatten Herzberg & Co. Mit „Kille kille Bertholt“ in Dessau ihren letzten Auftritt. Der Popularität von Pankow hat die lange Bühnenabstinenz offenbar nicht geschadet. Rund 1000 Fans zwängten sich am Freitagabend in den überfüllten Lindenpark. „Seit ihr schon warm ?Ihr steht so eng“, rief ein freudestrahlender Herzberg ins Mikro, um den Massen gleich darauf mit „Ich bin ich“ und „Am Rande vom Wahnsinn“ einzuheizen.

Es folgte ein Hit dem anderen – „Die wundersame Geschichte von Gabi“, „Langeweile“, „Rock `n Roll im Stadtpark“ und „Wetten du willst“ . „Inge Pawelczik“ sangen die Fans quasi alleine, was die Jungs auf der Bühne sichtlich rührte. Zwar rief Herzberg gleich darauf „Machts gut“ in den Raum, doch um eine Zugabe ließ sich die Band nicht lange bitten. „Wir senden euch den Abendgruß, ein jedes Kind jetzt schlafen muss, Gut Nacht“, sang Herzberg nach Mitternacht beschwörend dem Publikum zu, das ihm auch brav antwortete. Doch so schnell ließen die Potsdamer ihre lang vermissten Helden nicht von der Bühne. Erst nach „Komm Karlineken komm“ von Pankows erster und „Wunderbar“ von ihrer letzten Platte durften die Fünf abtreten.

Und für alle, die immer noch nicht genug hatten, gibt es bis Ende Februar noch 15 Gelegenheiten Pankow live zu sehen. Die Band spielt unter anderem in Leipzig, Erfurt, Halle, Dresden, in Magdeburg, Greifswald und Neuruppin.