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Budapest , old man´s music pub
Ein Auftakt zum
ersten Ungarn-Aufenthalt in diesem Jahr, wie man ihn besser sich kaum
vorstellen kann. Durch die Erfahrung vom Dezember um einiges ´´klüger´´
waren wir dann auch bereits eine Stunde vor Konzertbeginn am Orte des
Geschehens und konnten so auch eine kleine Zeitreise mittels des in den Pub
integrierten (ungarischen) Rockmuseums ausführlich und ungestört
unternehmen. Während sich der Laden langsam füllte - um dann buchstäblich
aus allen Nähten zu platzen - hatten wir noch die Gelegenheit zu einem
längeren Gespräch mit der sehr freundlichen und aufgeschlossenen Managerin
Margit ´Hugi´ Kersák bezüglich der Konditionen für ein oder mehrere
Auftritte der beiden Ausnahme-Gitarristen in deutschen Landen ...
Gegen 21.15 hatten die beiden sich dann in ihrem öffentlichen Wohnzimmer
akklimatisiert und starteten für zweimal fünfundvierzig Minuten in eine
andere Dimension. Szücs dabei zumeist introvertiert und geschlossenen Auges
agierend, während es bei Tátrai nicht wunder genommen hätte, wenn er samt
Stuhl für die Dauer des Konzerts einige Zentimeter über dem Boden geschwebt
wäre; wobei ´´geschwebt´´ eine höchst ungenaue, diminutive Benennung ist,
wird sie der Power und der nach außen geleiteten Energie des Mannes nur
ansatzweise gerecht. Es swingt , es groovt - und es rockt und rollt auch auf
den Nebengeleisen. Ein permanente Reizüberflutung nicht allein für die Ohren
und es wäre so abwegig nicht, wenn bei beiden anstatt Blut, wie bei
Normalsterblichen, Musik durch die Adern flösse.
Der Unterschied zwischen den Weltstars Paco de Lucia & Al di Meola und
Tátrai/Szücs liegt einzig und allein darin begründet, dass letztere ihre
Friday Night(s) eben nicht in San Francisco sondern überwiegend in Budapest
verbringen, also auf der falschen Seite des Eisernen Vorhangs ihre Kunst
erlernten und zelebrieren konnten . Die im Bereich des Möglichen liegenden
Deutschland-Auftritte wären ein erster Schritt, dieses Manko - wenn auch arg
verspätet - etwas abzubauen... |