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ENGERLING, Support:
Blues Package
Eigentlich bräuchte man zu einem Engerling-Konzert nur einen einzigen Satz
wieder und wieder niederschreiben, ist es doch jedes Mal auf´s Neue eine
eindrucksvolle Widerlegung der unausrottbaren These ´´A white man can´t
sing ( & play) the Blues´´.
Das der weiße Mann das eben doch kann, beweist nicht nur seit mehr als
vierzig Jahren ein gewisser Mitch Ryder ( von dem 1965 schon unser aller
Keith zu sagen wußte: "Mitch hat es! Er ist einer der aufregendsten
Sänger, die seit langer Zeit auf der Musikszene aufgetaucht sind."),
der die Engerlinge dann auch folgerichtig und quasi zwangsläufig Anfang
der 90er Jahre zu seiner privat-persönlichen europäischen Begleitband
erkor, sondern das weiß auch die zahllose Anhängerschaft der Mannen um Boddi Bodag zu goutieren.
Zwar kommt diese auch so
langsam in die Jahre und der Vorliebe für die akustischen
Engerling-Schmeckerchen gesellen sich manch andere Präferenzen hinzu,
deren augenfälligster Vertreter anscheinend der grassierende Corpus
Phlegmaticus ist - ein paar mehr ZuschauerInnen resp. ZuhörerInnen hätten
durchaus noch einen Stehplatz im hinteren Teil finden können... aber auch
der langjährige der Fan ist nun mal wie´s Wetter - unberechenbar. Doch
auch junges und jüngeres Volk scheint den Blues wieder (oder überhaupt
erst) zu entdecken und so geben wir mal die Altersspanne mit ´´zwischen 16
3/4 und 70 3/8 an...
Gediegen, solide - und mit einer passionsgeschwängerten Spielfreude, die
dem Klischee vom reserviert-unterkühltem Nordlicht diametral entgegensteht
- von Blues Package aus Hamburg, die sich in ihrem knapp einstündigem Set,
bestehend aus Covern und eigenen Kompositionen, mehr als nur wohlwollenden
Höflichkeitsapplaus erspielten und so die Örtlichkeit, gut angeheizt und
vorgewärmt zur weiteren Temperatursteigerung, gegen 20.91 Uhr an Boddi
Bodag, Heiner Witte, Manne Pokrandt und Hannes Schulze übergaben.
Wie gehabt kaum eine nennenswerte Anlaufzeit, wie gewohnt gut gemischt
(und an den Reglern & Knöpfen ebenso gut abgemischt von Lutz Güne) das
Repertoire aus eigenen und internationalen Klassikern und wie befürchtet
mal wieder viel zu kurz - müssen neuerdings auch in der Wabe kurz vor
Mitternacht alle Stecker gezogen werden, braucht doch der hochsensible,
feinmotorisch gewebte Anwohner seinen erholsamen De-(Re-)
Generierungsschlaf vor allem in der Nacht zum Sonntag, um frisch, munter
und ausgeruht das Bruttosozialprodukt zu steigern und dass Gütesiegel
´´Made in Germany´´ auf Spießer-Weltniveau zu halten...
Darum schließen wir für heute unsere Konzert-Notiz mit einer leicht
modifizierten Variante der von Engerling und anderen von der Blues-Muse
geküßten Musikussen längst widerlegten Eingangs-These :
´´Most of
the german people can´t live their life !´´
Dies
ebenfalls zu widerlegen - daran werden sich wohl auch Boddi Bodag & Co.
vergeblich versuchen... |