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13.12.2008 Gotha Renft |
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Konzerte |
Bericht & Fotos: Thomas Behlert |
Renft |
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Ungewöhnlich frisch und mit viel Gänsehaut Manchmal haben die Veranstalter der Musikkneipe „Londoner“ ein gutes Herz und laden für die schweigende Mehrheit in Gotha eine Kapelle ihrer Jugend ein. So geschehen am vergangenen Samstag, als im Saal die Legende des Ostens „Renft“ auf der Bühne stand. Wie so oft hatten sich Musiker und Veranstalter mehr ausgerechnet, doch die die Leute, die einstmals zu DDR-Zeiten die Stadthalle und das Kulturhaus bei ähnlichen Veranstaltungen bevölkerten, kommen wohl nicht mehr zu den Helden ihrer Jugend. Jetzt wird „Superstars“ geguckt oder das schmierige Album eines Mundharmonikaspielers zur Abendgestaltung verwendet. Trotzdem durfte Renft schön zufrieden sein. Das vorhandene Publikum feierte, sang mit und erfreute sich an Liedern, die schon lange nicht mehr im Radio gespielt werden, obwohl sie tanzbar sind, Oldiecharakter besitzen und außerdem Inhalt und Aussagen präsentieren. Eigenartig war dieses Renft-Konzert dann doch, denn wie jeder Fan weiß, ist Klaus Renft tot, der ehemalige Sänger und Liederschreiber Peter Gläser ebenso und Christian Kunert wegen eines Hörschadens seit längerem ausgeschieden. Wer sollte also die Lieder über Liebe und Zorn, über Funktionäre und landwirtschaftliche Betriebe singen? Thomas Schoppe natürlich, der ebenfalls seit der offiziellen Gründung 1969 dabei ist, mit verboten wurde, sich nach der Wende der neu gegründeten Klaus-Renft-Combo anschließt, dann aussteigt, eigene Wege geht, sich wieder versöhnt, einige Zeit mit Monsters-Renft als Paralleluniversum auf Tour geht und nun das Erbe hoch hält. Im „Londoner“ waren zumeist die echten Fans anwesend, die mit der Band alt geworden sind, vor vielen Jahren in Kutte und Jeans, mit langen Haaren über die Dörfer tingelten um gequetscht zwischen vielen weiteren Bluesfreaks, Tramps und Hippies die Songs des Herzens („So starb Neruda“, „Liebe und Zorn“ und „Mama“) zu hören. Nun sieht man, fesch gekleidet in Weste und Pullover, wie der gute Papa aus, der endlich aus seiner Haut muss und eben die Zeilen „Irgendwann will jeder mal raus aus seiner Haut“ regelrecht mit schreit. Das Lied „Mama“, einstmals von Cäsar so wunderschön traurig gesungen, kam an diesem Abend mit neuem Sound aus den Boxen: ungewöhnlich frisch, voller Funk, sehr Bass lastig, irgendwie cool. Viele neue Arrangements gab es und eben Monster mit einer Monsterstimme, die jedem eine Gänsehaut verschaffte. „Zwischen Liebe und Zorn“ war zu hören, das immer noch sehr erregende „Als ich wie ein Vogel war“ und schließlich sang sogar der „Bär“ am Bass, Marcus Schloussen, ein neues Lied über die spaßige „Annette“. Weiter gab es die Lieder, die fest und unverbrüchlich zu Thomas Schoppe gehören und mit denen Renft berühmt wurde, wie: „Ich und der Rock“, die lustigen und mittlerweile sehr nostalgischen Zeilen „Unsere LPG hat 100 Gänse“, das voluminöse „Nach der Schlacht“ und schließlich den Song, der das Verbot in der DDR heraufbeschwor: „Rockballade vom kleinen Otto“. Alle waren an diesem Abend „gut drauf“. Die Fans, weil sie DAS noch einmal erleben durften, Delle Kriese am Schlagzeug, Gisbert Piatkowski an der Gitarre, Marcus Schloussen an Bass und Mikro und Thomas „Monster“ Schoppe sowieso. Das Ende des Konzertes wollte keiner der Anwesenten so richtig wahrhaben, mehrere Zugaben wurden sich erklatscht, vom wunderschönen Liebeslied „Apfelbaum“ bis hin zum Steppenwolf-Kracher „Born To Be Wild“. Renft enttäuschte zu keiner Zeit, mögen sie wiederkommen. |
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