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Hans-Eckhardt WENZEL gastierte gestern mit Band im
Zentralgasthof Weinböhla. WENZEL ist zur Zeit mit seinem Ende vergangenen
Jahres veröffentlichtem Album "Glaubt nie, was ich singe" auf Tour. Der Mann
wurde im Laufe seiner langen Karriere förmlich mit Preisen überschüttet.
Unter anderem erhielt er 7x den Preis der deutschen Schallplattenkritik, 2x
den deutschen Liederpreis und auch schon den deutschen Folkpreis. Das zeigt
eigentlich schon, dass WENZEL in keine der üblichen Schubladen paßt.
Den Termin für das Konzert hatte ich mir lange vorgemerkt. Der Ballsaal des
Zentralgasthofes war gegen 21.00 Uhr auch recht gut gefüllt.
Kurz nach 21.00 Uhr begann das Konzert und von Anfang an wurde man förmlich
von der Musik und dem Hauptakteur gefesselt.
WENZEL's Musik ist eine Mischung aus Rock-, Folk und Liedelementen. Hinzu
kommen auch schon mal osteuropäische oder spanisch anmutende Klänge. Seine
markante, rauchige Stimme ist aber das unverkennbare Markenzeichen seiner
Musik.
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WENZEL kann es sich leisten viele Lieder seiner
neuen CD zu spielen, weil diese Scheibe wirklich sehr gut ist uns so
hörte man unter anderem den Titelsong der neuen CD "Glaubt nie, was ich
singe" , "Lebensreise", Tausend Tode", Verlorner Tag"," und "Jedes ICH
braucht auch ein Du".
Manche Lieder wurden mit ein paar erzählten Geschichten oder Erklärungen
angesagt, die mal ironisch bis hin zur Selbstironie sind (wie zum
Beispiel die Erzählung darüber, wie er mit sich selbst Geburtstag
feiert), aber manchmal auch bissig und messerscharf, dass einem förmlich
das Lächeln im Halse stecken bleibt. ( wie z.B. seine Sichtweise auf die
Globalisierung). Das spiegelt sich dann natürlich auch passend in seinen
Liedtexten wider.
Herrlich fand ich seine Ausführungen darüber, wie er seine
Musikerkollegen bei Arbeiten zur neuen CD an der Ostee "interniert"
hat. Da kommt bei ihm der Clown, um nicht zu sagen Schalk durch. Witzig
war auch, wie er während des gesamten Abends mit dem Satz "Gibt es
Fragen?" den Lehrer aufmerksamen, fürsorglichen Lehrer spielte.
Wenzel selbst spielt mal Klavier ,mal Akkordeon und auch schon mal
Gitarre zu seinen Liedern. Dabei wird live er von hervorragenden
Musikern unterstützt. Gitarrist Bodo Kommnick (u.a. bekannt von der
Gruppe Lift), Axel Schäfer (Vroni Fischer - Band) und Schlagzeuger
Stefan Dohanetz (Pankow) harmonieren wunderbar miteinander und mit
Wenzel. Heraus kommen dabei sowohl krachende Rock-Klänge als auch leise,
zarte Melodien. |
Hinzu kommt noch ein Posaunist, dessen Namen ich
leider nicht behalten habe.
WENZEL ist während der Show weder durch ein umfallendes Mikrofon noch durch
ein verheddertes Kabel zu stoppen.
Solche kleinen Pannen werden von ihm höchstens witzig und ironisch
kommentiert.
Der erste Teil des Konzertes ging nach ca. 90 Minuten mit älteren Titeln wie
"halb und halb" und Banane" zu Ende.
Nachdem sich die Durstigen mit Nachschub versorgt hatten und die Raucher vor
der Tür des Gasthofes ihren Nikotinspiegel wieder normalisiert hatten, ging
es in die zweite Runde des Konzertes und gleich gab es mit "Betrunkenes
Liebeslied" und dem vertonten Erich Mühsam-Gedicht "an dem kleinen Himmel"
noch ein paar Lieder von der aktuellen Silberscheibe zu hören.
Für ein paar Titel kam als zusätzlicher Gitarrist Thommy Krawallo auf die
Bühne. Krawallao hat zusammen mit Wenzel das neue Album produziert und er
war in Weinböhla auch für den guten Sound verantwortlich.
WENZEL hatte natürlich auch noch ein paar Gassenhauer wie "Schöner lügen"
und "Jinga linnng" im Programm.
Mit den allerletzten Zugaben "Zeit der Irren und Idioten" und dem Herbstlied
("Feinstlieb, Du lachst dazu") ging dann nach rund 3 Stunden ein Konzert der
Extra-Klasse zu Ende. |