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15.06.2008 Berlin - Thomas Natschinski & Freunde |
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| Konzerte | Bericht Jens Kurze / Fotos Peter | Th. Natschinski |
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Am Samstag also gegen Mittag auf nach Berlin zum Kunstfest Pankow, denn 17 Uhr stand Lift auf dem Programm und 19.30 Uhr Thomas Natschinski & friends. Ich hab meinen alten Kumpel Tom abgeholt, den Gitarristen meiner ersten Band, danach gings in Karlshorst noch zu einem Veranstalter, den wir für ein Ostmusik-Programm im Herbst begeistern wollen, und weiter nach Pankow. Und immer wieder der Blick zum Himmel – au weia .... folgerichtig ging gegen 16.30 Uhr ein irrer Gewitterregen nieder, der aber kurz nach 17 Uhr aufhörte. Aufatmen überall, wir hörten schon die ersten Töne – aber die kamen nicht von Lift, sondern einer anderen Band. Lapidare Auskunft: naja, das ganze wird sich wohl um eine Stunde verschieben. Wie jetzt – es gibt doch eine zeitliche Grenze der Veranstaltungslänge ? Naja, man würde sehen. Okay, kannste nix machen, die spielende Band war sehr laut und basslastig, hat uns nicht sonderlich angehoben, also schauten wir uns weiter um, trafen Peter aus Niesky, und erlebten auf einer anderen ( zum Glück etwas entfernten ) Bühne die Band Fill-In. Micha Behm am Schlagzeug, Alexander Prokop am 6-saitigen Bass ( beide bekanntlich Stern Meissen ), einem unglaublich guten Gitarristen und einem Saxophonisten. Das groovte und jazzrockte vom Allerfeinsten ! Leider erwischten wir nur die letzten 20 Minuten des Konzerts und kehrten zur Bühne 1 zurück, an der inzwischen die Musiker der zu erwartenden Acts eintrafen und mit dem völlig aus den Fugen geratenen Zeitplan haderten. Lift begann kurz nach 18 Uhr, alles weitere wird Peter kommentieren – von mir nur so viel: ich habe Lift wohl an einem sehr guten Tag erlebt. Alle hatten sichtbar Spaß trotz der ungewohnten Auftrittszeit, Werther hat gesanglich fast alle Höhen getroffen und Bassist Jens Brüssow gefiel mir vor allem mit seiner Umsetzung von „Scherbenglas“. Während der Umbaupause gabs die Möglichkeit für Gespräche mit den Musikanten, es fehlte zum Glück die ach so wichtige Security, und so erfuhr ich interessante Details. Oder wusstet ihr, dass Ralf Templin, der Gitarrist der Natschinski-Allstar-Band, gerade mit Barbara Schöneberger tourte und zur Zeit im Musical „Kiss me Kate“ musiziert ? Oder dass es einige ausgewählte Konzert Gaby Rückert & Band ( mit Ingo Koster, verstärkt durch Ralf Templin und Keyboarder Thomas Kurzhals ) geben wird ? Fachgespräche auch mit Detlef Seidel, dem Org-Chef von Stern Meissen in Vorbereitung auf das Geburtstagskonzert am 28.Juni, auch andere Musiker von Stern und Karat schauten vorbei, und immer wieder die Frage: was wird nun mit dem Natschinski-Konzert ? Thomas immer wieder kopfschüttelnd: was lassen wir weg ? Um 21 Uhr muss hier Ruhe sein- also umgerechnet 50 Minuten Spielzeit. Kurz nach 20 Uhr begrüßte Christine Dähn das Publikum mit der frohen Botschaft, man habe 15 Minuten Verlängerung ertrotzt. Und ab ging die Post mit der Vorstellung der Band, die wir ja schon vom Geburtstagskonzert in der Wabe im Oktober 2007 kennen und schätzen – und allein diese Muschkanten lohnen das Kommen: Thomas Kurzhals ( ex Stern und Karat ) Keyboards, Ralf Templin ( Jürgen-Walther-Band) Gitarre, Micha Behm ( Stern ) Schlagzeug, Jäckie Reznicek ( Silly, Pankow ) Bässe, Richie Barton ( Silly ) Keyboards, und natürlich der Meister, Thomas Natschinski ( Kompositionen, E-Piano, Gitarre, Mundharmonika ). Mit dem Titelsong seines aktuellen Albums „Weit weit & wild“ ging es los, danach fetzte Ingo Koster mit dem Klassiker „Mokka Milch Eisbar“ los. Immer wieder herrlich, bei diesem Titel ins Publikum zu schauen, da hält sich keiner zurück. Gaby Rückert „Berührung“, eines der schönsten Lieder von Thomas, genauso zeitlos wie „Clown sein“ mit Jürgen Walter. Dann die erste Veränderung zum Wabe-Konzert, bei dem Gotte und Veronika Fischer dabei waren ( die beiden waren am Sonntag leider anderweitig verpflichtet, Vroni z.B. beim bereits erwähnten Stadtfest in Cottbus ) – IC Falkenberg enterte die Bühne. Ich schätze IC als Solisten sehr, und seine Emotionalität haben wir ja beim gemeinsamen Konzert in Niesky im März erleben dürfen, aber : gebt dem Mann eine Band in den Rücken, lasst ihn sich nicht auf seine Instrumente ,sondern nur auf seinen Gesang konzentrieren, und erlebt einen Sturm ! Du meine Güte, IC, welch eine Kraft kam da rüber – sowohl bei „Mein Herz“ als auch später mit höchstem stimmlichen Einsatz bei „Eine Nacht“ ! Klasse – mehr davon ! Das Instrumental TNTK-2007, das Thomas Kurzhals für die 3 Keyboarder geschrieben hat, machte auch den anderen Musikern sichtbar Spaß und so jazzte man sich den nächsten Perlen entgegen. Claudius Dreilich im Duett mit Thomas bei „Und ich liebe dich“ und die stimmgewaltige Geli Weiz brachten weitere Farbtupfer im Kampf gegen die Uhr. Viel zu schnell kam das Finale mit „Hey Jude“, das alle Musiker und Sänger und das Publikum vereinte. Das wars also für heute, schaaaade ! Was bleibt nach diesem Wochenende – die Freude über 2 Konzerte und das Wiedersehen mit befreundeten Musikern oder der Ärger über die miserablen Rahmenbedingungen ? Natürlich überwiegt die Freude und der Wunsch nach mehr. Aber schlimm ist das andere schon. Veranstalter, macht eure Hausaufgaben in jeder Beziehung ! Es gibt doch Lautstärke-Obergrenzen in der Beschallung der einzelnen Objekte, warum kontrolliert das keiner ? Wieso wurde das Kunstfest Pankow in keiner Weise ( nicht mal vernünftig im Internet ) beworben ? Hier wurde eine künstlerische Qualität regelrecht verschleudert, weil es kaum jemand wusste ! Warum stand Bühne 1 so blöd, dass man den Getränkestand angesungen hat mit 2 Reihen fürs Publikum, anstatt sie für mehr Leute einfach zu drehen ? Warum gibt es keinen Bühnenverantwortlichen / Produzenten, der sich um die Einhaltung der Zeitpläne kümmert, sodass nicht den Letzten wirklich die Hunde beissen ? Und noch was: liebe Techniker, geht mal zu den Leuten von City oder Stern Meissen in die Lehre ! Laut und druckvoll kann trotzdem gut klingen ! Unverständlich, dass die Bass-Drum wirklich schmerzhaft knallte ( Spruch vom Soundtechniker : das muss so sein ) und z.B. Werthers 2. Mikrofon stumpf und basslastig-mulmend eingestellt war, sodass wir den Text nur ahnen konnten, Bühnenmonitore ständig ausfielen, Keyboards nicht rechtzeitig aufgeschoben und Gesangspegel nicht korrigiert wurden. Das alles schmälert den Gesamteindruck spürbar. Halten wir es umterm Strich mit Friedrich Wolf in „Die Matrosen von Cattro“: Genossen, das nächste Mal besser ! |
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