Windminister -  Offener Kanal Berlin ; Live-Sendung 21.00 - 22.00

 

Konzerte

Bericht & Fotos von Thomas - vielen Dank

 

Besondere musikalische Ereignisse erfordern manchmal eine ebensolche Art der Präsentation - so geschehen an diesem Ort zu dieser Zeit in dieser Stadt . Dieses leicht abgewandelte Zitat aus den ´´goldenen´´ RIAS-2-Treffpunkt-Tagen steht nicht von ungefähr am Anfang unserer Konzertnotiz, habe ich doch Ende der 70er Jahre (?) auf dieser Frequenz den Namen ´´Windminister´´ zum ersten Mal  in Verbindung mit solch klangvollen Namen wie Klaus Renft , Thomas ´´Monster´´ Schoppe und Christiane Ufholz gehört und bin damals schon über diese Wortschöpfung - nun, sagen wir mal mal - gestolpert ...Doch dazu später mehr.
 

  Punkt 21.00 begann der zuständige Redakteur, Rolf Gänsrich, seine Sendung OKBeat mit einem Titel der demnächst erscheinenden zweiten  Windminister-CD (für welche die beiden Ausnahme-Gitarristen Eberhard Klunker ((ehemals Modern Soul , Klaus Lenz und Hansi Biebl )) und der ´´gelernte ´´ Schlagzeuger Olaf Wegener (( lang , lang ist´s her: Medoc, Lakomy-Ensemble, Biebl )) übrigens noch ein ambitioniertes Label suchen...) , um danach mit seiner sehr freundlichen und interessierten Moderation den autonomen Planeten WINDMINISTER für sich und die Hörer zu erkunden .
Und so konnte man erfahren, das beide schon in der Zeit, als sie noch bei den unterschiedlichsten Bands spielten, sich zusammenfanden, um gemeinsam ihrer ausgeprägten Liebe für den rein akustischen Klang der Gitarre zu fröhnen.

So hat sich denn über die Jahrzehnte hinweg genügend Material angesammelt, dass ausreichen würde, um mal eben ein Siebenfach-Album aufzunehmen. Einen winzigen Bruchteil davon zelebrierten die beiden dann auch live im Studio, neben den ´´Bells of Amsterdam´´ - u.a. eine Reminiszenz  an den Geburtsort von Eberhard Klunkers beiden Kindern - den Titeltrack ihres 2004 bei harp records erschienen Debütalbums ´´Bootsmann´´ - kongenial in Öl auf Leinwand umgesetzt von Christiane (Ufholz-) Wunder und demzufolge auch das Cover Artwork bildend, sowie einen Ausschnitt aus der ´´D-Suite´´, ebenfalls zur Veröffentlichung auf der Nachfolge-CD vorgesehen.

   

 

Um ihre Musik nun wenigstens ansatzweise ´´beschreiben´´ zu können, zitieren wir die beiden Perfektionisten ( was bei weitem nicht pejorativ verstanden sein will ): ´´Wir versuchen bei unserer Arbeit, die Intensität des Rock mit der Improvisation des Jazz und der Struktur der Klassik zu verbinden ´´ Wem sich da Parallelen zu Paco deLucia, Al di Meola und John Mclaughlin auf der westlichen und Tibor Tátrai & Gábor Antal Szücs auf der östlichen Seite des Klanguniversums erschließen, liegt genau richtig und hat dann wohl auch schon die passenden Töne im Ohr.
Befragt nach ihrer musikalischen Initialzündung, verwiesen beide unisono auf die vier Jungs von der Mersey-Side und sehen sich - zumindest in ihrer Arbeitsweise - durchaus in der Tradition von Lennon/McCartney. Später orientierten sie sich dann natürlich auch an solch erstklassigen Referenzadressen wie Django Reinhardt und Jimi Hendrix, beide ebenfalls, wie Wegener und Klunker, Autodidakten, denen die Noten aus dem Bauch kamen und nicht aus der Theorie der Musikschule, um deren Besuch (in diesem konkreten Falle war es die in Friedrichshain ) die beiden aber nicht herumkamen, gab es doch sonst keine Zulassung als Profimusiker - vom ´´leicht´´ asozialen Touch, den man sich in der größten Tätärätä der Welt ohne amtliches Papier ziemlich flott einfing, gar nicht zu reden. Im Nachhinein fanden beide dieses Studium ihrer Leidenschaft für die Musik eher abträglich denn förderlich.
Abträglich war auch manch anderes in jenem real existierendem Gebilde und so außergewöhnlich wie ihre musikalische Darbietung ist, so einzigartigartig war auch die Art und Weise ihres Wechsels in andere geographische Gefilde. Die sechzehnstündige (!!!) Durchquerung der Ostsee von der Insel Poel zum Strand von Dahme in Schleswig-Holstein war gewiß mehr als eine Spritz-Tour...

Deren Wellen trieb die beiden u. a. bis nach New York , wo sie fünf Monate lang durch Kneipen & Bars tingelten und auf eine Resonanz trafen, wie sie für die beiden  in ihrer Heimatstadt Berlin einfach unvorstellbar ist. Kein Wunder also, das die ´´Bootsmann´´-CD nach ihrem Erscheinen die ´´Pole-Position´´ der Verkaufscharts ihres amerikanischen Vertriebs wochenlang blockierte...

  Ihr ganzes unglaubliches Klangspektrum zaubern beide übrigens auf Gitarren der Marke ´´James Goodall´´, für deren Modelle ´´minderer´´ Qualität man schon als Gegenwert einen Mittelklassewagens vor seiner Mittelklassetür parken könnte. Aber schon Paganini brauchte etwas mehr als nur seine Stradivari - soll heißen: wo nix ist - kommt auch nix ´raus, da können noch so viele Nullen vor dem Komma stehen. Soll heißen: Die beiden könnten auch ´ner Klampfe vom Grabbeltisch bei Aldi Töne entlocken , die so manch populären Gitarrenhelden veranlassen würden, sein Instrument für immer in die (Schmoll-)ecke zu stellen mit der Begründung, neuerdings von Arthritis heimgesucht zu sein...
Bevor wir nun aber der Logorrhoe bezichtigt werden, kommen wir zum Schluss, nicht ohne jedoch auf die eingangs erwähnte Wortschöpfung einzugehen, die das Duo sich als Namen erkor - WINDMINISTER:
Es ist natürlich eine Reminiszenz an ihre Schlauchboot-Überfahrt, wo sie auf Gedeih und Gederb dem Wind, dem Wind , dem himmlischen Kind ausgesetzt waren - und der im Alten Testament auch gern als Synonym für ´´Geist´´ verwendet - und ´´Minister´´ bedeutet im eigentlichen, aber eben kaum noch geläufigen, Sinne nichts anderes als ´´Diener´´...den Rest reime sich ein jeder selbst zusammen..
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