Konzertberichte

16.03.2005  Finalstap  Thüringen

Ein Gastbericht von Thomas Behlert  - Danke

Guido war Alfred Cooper

Ganz im Sinne der Filmcrew Spinal Tap wursteln die deutschen Final Stap über die Bühne. Hier haben sich vier Musiker gefunden, die wegen ihrer Hauptprojekte eigentlich gar keine Zeit für Hobbys haben. Und dann auch noch Musik!

Irgendwann kaufte sich der Prinzen-Sänger Tobias Künzel ein Schlagzeug, weil er dies Gerät schon immer bedienen wollte. Nach intensiver Arbeit musste er es unbedingt auf eine Bühne wuchten. Da traf es sich gut, dass er und der Hallenser Gitarrist Christian Sorge eh etwas gemeinsam auf die Beine stellen wollten. Schnell war noch ein Basser gefunden: Hausmeister P. (Dirk Posser), der ansonsten mit der sächsischen Kapelle „Ättänschen“ für Spaß und „Dollerei“ sorgt. Wiederum kannte dieser den Sänger Mike Kilian, der in den 80er Jahren die einzige DDR-Boygroup leitete und nun mit der Stones-Cover-Band Starfucker rum macht.

„Mike ist der beste Rocksänger Deutschlands“ sprach Tobias, und die neue Band war geboren. Die erste gemeinsame Probe ging 2003 in Krach und Lärm unter. Nichtsdestotrotz war klar, in welche Richtung man steuern wollte: Die Lieblingsbands und – songs der einzelnen Mitglieder sollten es sein. So wird vor allem das „Zeugs“ der 70er Jahre gespielt: Led Zeppelin, Slade, Sweet, The Who, Status Quo, Kiss... Obwohl es im Land bereits genügend Coverbands gibt, heben sich die Final Staps von der grauen Masse ab. Die Vier sind alles Profis und spielen nur, wann es ihnen Spaß macht. Auch an diesem 17. März musizierten sie mit Spaß an der Musik, obwohl nur wenige Zuschauer in den Museumskeller fanden. Das ausgeschriebene HsD war eindeutig zu groß.

Nach krachigen Songs, heftig witzigen Ansagen von der Wahnsinnsstimme Kilian jauchzt Uwe Schneider, früher Gitarrist der Teeniekapelle The Teens, den Blockbuster „Gimme, gimme, gimme“ in den Saal. Guildo Horn kommt schließlich als Alices Bruder Alfred Cooper, um eine Lupenreine Horrorshow abzuliefern. Schlangen aus knallhartem Plüsch, werden beleckt, und schließlich eine Kopfabschneidemaschine in Gang gesetzt. Die Stimmung kochte bereits ganz locker über. Irgendwann kam dann noch Elvis über die Zuschauer. Auch er sah verdächtig nach Guildo aus. Immer wieder rockte das Quartett die alten Kracher, das es eine Freude war. Schließlich stürmte noch Sebastian Krumbiegel die Bühne, um endlich die Sau raus lassen zu können. Sein Beitrag waren die Rolling Stones. Dass die Thüringer Konzerte ignorieren ist bekannt und kann man bei Martin Kesici, der am 16. März nur 80 Zuschauer begrüßen konnte, nachvollziehen, aber bei der geilen Final Stap Show leider nicht. Es gibt eben immer noch verdammt viele „Holzköppe“ im Waldsterbeland.