Engerling - Haselberg am 16.05.2007

Konzerte

Bericht und Fotos von Thomas - vielen Dank

Engerling

 

Das traditionelle Engerling-Konzert am Vorabend von/m ….(nach Gusto bitte selbst einsetzen : Christi Himmelfahrt , Vater- , Herren-, Männer- oder Feiertag ) in der Scheune zu Haselberg , ca. 50km nordöstlich von Berlin gelegen und vom Hörensagen für die Band selbst immer ein Höhepunkt des jeweiligen Konzertjahres . Da die genaue Anfangszeit trotz zeitraubender Recherche nicht eruierbar war , machten wir uns zu dritt gegen 19.00 auf Richtung Blues-Mekka .Bei unserer Ankunft war dann schon fast jede mögliche und unmögliche Parkgelegenheit besetzt , eine überdimensionierte Open-Air-Automobilausstellung – Assoziationen zum Landsberger Omega-Konzert waren da zwangs- , wenn auch nicht so weltläufig : Berliner und MOL-Kennzeichen hielten sich die Waage .

 

 

Das Wetter erinnerte eher an einen vorherbstlichen Septemberabend als an einen Wonnemond im Mai , doch auch daran hatten die wohltuend familiär agierenden Veranstalter gedacht und so übernahmen auf dem Hof zwei überdimensionierte offene Kamine mit meterlangen Holzscheiten der Sonne Arbeit…

Inzwischen war in der Scheune die als Support agierende Amateurband TEAM zugange , die sich - in der Besetzung g , g , g , bg , dr , violine -  erfrischend unverkrampft durch internationale Klassiker und Standards musizierte , von den Stones , Beatles und Dylan zu America , Clapton , den Four Tops und Alanis Morissette bis hin zum City-Überflieger  ´´Am Fenster´´.

     

 

Nach kurzer Umbaupause dann ENGERLING .

Eine der ganz , ganz wenigen Bands , welche man seit  Gründung immer auf dem Schirm hat ( und das sind nun auch mehr als drei Jahrzehnte : mein erstes Engerling –Konzert konnte ich als Lehrling 1976 in Frankfurt an der Oder erleben) , einfach aus dem Grunde , weil man – und sei es auch noch so unterschwellig wahr genommen – das Gefühl hat , die stehen da nicht auf der Bühne , weil ihnen nix besseres einfällt , oder die würden da mal ´ne schnelle (Ost-) Mark machen wollen , weil der Stil gerade ´´angesagt´´ ist , sondern die müssen einfach Musik machen wie andere Leute atmen , essen , saufen oder …

Eröffnet wurde die knapp dreistündige Galavorstellung mit dem 81er ´´Muschellied´´ , um danach das noch einige Tage ältere ´´Da hilft kein Jammern´´ zu zelebrieren .

 

   

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch der Frische und Energie des Anfangs zuordnen wollte , hielten Bodag & Co. aber fast ausnahmslos bis zum letzten Ton der Zugabe aufrecht : eine unglaubliche Bühnenpräsenz , Leidenschaft & Hingabe ,  Virtuosität sowieso . Auch wenn dieser Slogan schon von einer anderen Band benutzt wird : Das war einfach 1A-Kraft-Blues aus Berlin und kein Vergleich zum letzten Konzert-Besuch im Mai 2005 in der Berliner ´´Knorre´´.

((Da konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren , dass Bodi Bodag nicht nur einen schlechten Tag hatte und das Repertoire gelangweilt abspulte , sondern von Welt- und Selbstüberdruss  angefressen war – mag sein , das ich diesen Eindruck auch nur projiziert habe, abgespeichert in der Erinnerung ist er aber so wie benannt…Und hier nun eine völlig andere Dimension .

Unterzog sich der Mann einer Frischzellen-Kur , war er zum Blutaustausch in der Schweiz oder hat er eine neue Liebe und so seine Mitte wieder gefunden ? Wie dem auch sei , jede Wahrnehmung bleibt letzten Endes ´´spekulativer Hirnspekulatius´´ – nur meist nicht so bekömmlich wie das Nürnberger Original…))

Was zählt , ist dieser schwer zu beschreibende Eindruck , ein außergewöhnliches Konzert miterlebt haben zu dürfen , völlig losgelöst von Zeit und Raum…Schon allein die Darbietung von Dylans ´Foot Of Pride´´ in der deutschen Übersetzung und Bearbeitung von Gerulf Pannach wäre es wert gewesen , die gesamte Strecke von Berlin nach Haselberg und zurück zu Fuß zu absolvieren . Ein akustischer Edelstein der gehobenen Luxusklasse , aber nicht so ätherisch und steril , wie die Wortwahl es nahe legen könnte , sondern ungeschliffen , roh , rau , gut auf Erden verortet und gewachsen aus all dem , was menschliche Existenz herzugeben vermag.

Mehr muss man nicht sagen/labern – spiegelt sich doch in diesem vorangegangenen Satz der Gesamteindruck vom ENGERLING-Auftritt wieder…

   

Der Vollständigkeit halber nur noch das Line Up:

Bodi Bodag : keyb , voc , harm

Heiner Witte : g , back-voc

Manne Pokradt : bg , back-voc , perc

Ufo Albinger : sax , perc

Hannes Schulze : dr , voc

SET-LIST :

1. muschellied

2. da hilft kein jammern

3. ain´t nobody white can sing the blues

4. foot of pride

5. sweet virginia

6. th cadillac

7. the freedom right

8. jessica

9. moll-blues

10. he said yeah

PAUSE

11. das frühprogramm

12. tom tomskis blues

13. herbstlied

14. (a song by Randy Newman)

15. mama wilson

16. touch of grey

17. narkose blues/ring of fire/narkose blues

ZUGABE(n):

18. der zug oder die weiße ziege

19. like a rolling stone

20. guantanamera

21. ???