Dresden 20.02.2004   Pankow

20.02.2004  Dresden  Pankow

Konzerte

Peter

Pankow
Trotzdem Pankow nun schon ein paar Wochen auf Tour ist wirkt die Band weiterhin mitreißend und voller Spiellaune mit einer Lust, die fast ohne Beispiel ist. Es erscheint keinerlei Routine und die sparsamen Wortbeiträge und Programmführungen wurden so geschickt durch reine Gesten ersetzt, das sie von jedem Publikumsbesucher verstanden wurden.

 Pressestimmen zum Konzert

SZ, 22.02.04 von Thon

Rock ´n´ Roll ohne Plauderei: Pankow im Schlachthof

Alternde Rockmusiker auf der Suche nach dem nötigen Moos für die Miete und das Koks verfallen gelegentlich auf die Idee, früherer Erfolge auszugraben, die alten Kollegen zusammentrommeln und die Historie noch einmal zu inszenieren. Meist bekommt das Publikum dann für viel Geld ein luschiges Revival geboten, das keinen so recht glücklich macht und die alten Helden endgültig beerdigt. Was auch immer die Motivation von Pankow war, fünf Jahre nach der Trennung erneut eine gemeinsame Tournee zu spielen, es fällt sicher nicht in diese Kategorie. Herzberg, Ehle & Co boten am Freitag im Dresdner Alten Schlachthof zweieinhalb Stunden urwüchsigen Rock mit allen dazu gehörigen Finessen. Frontmann Herzberg gab sich nicht gerade als Plaudertasche, dafür folgte ein Hit dem anderen, von den Anfängen aus dem Rockmusical "Paule Panke" bis zum 1997 erschienenen letzten Album "Am Rande vom Wahnsinn". Die alten Männer aus Berlin überzeugten technisch, emotional und auch in der Kondition, und das Publikum feierte den "Rock ´n´ Roll im Stadtpark" das "Lied von der See´nsucht" und "Die wundersame Gesichte von Gabi". Fazit: Darf in fünf Jahren gern wiederholt werden.

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SZ, 23.02.04, von Thomas Neumann

Gerne bis zur nächsten letzten Tournee

Die legendäre Band "Pankow" ist "Wieder auf der Straße" und gastiert im Alten Schlachthof Dresden

Es war ein Konzert der schon etwas gereifteren Jahrgänge, das kann ohne Übertreibung festgestellt werden. Die Musiker von Pankow, der Ostberliner Rocklegende schlechthin, hatten sich fünf Jahre nach der letzten Trennung für eine einmalige Tournee wieder gefunden und gastierten am Freitag im Alten Schlachthof zu Dresden.

André Herzbergs Lockenpracht war verschwunden und die immer schon hohe Stirn von Jürgen Ehle schien noch ein Stück höher. Auch im Publikum war manch ergraute Matte zu entdecken. Der eine oder andere hatte die gute alte Lederjacke noch mal vom Dachboden gekramt, auch Schlips und Kragen wurden in der betagten Rockermeute gesichtet.

Lediglich die Vorband senkte den Altersdurchschnitt beträchtlich, mehr Positives war zu der unbeholfen agierenden Schülerband names Funke aber nicht zu vermerken.

Pankow startete mit "Wieder auf der Straße" vom 88er Album "Aufruhr in den Augen" und der fast volle große Saal im Alten Schlachthof ging von den ersten Takten an voll mit. Auch wenn André Herzberg etwas wortkarg wirkte, der Funke sprang über. In der zweiten Stunde gelang es den Altrockern sogar, noch einen draufzusatteln. Da purzelten die Hits aus 15 Jahren Bandgeschichte, da stöhnte beim "Lied von der See´nsucht" der ganze Saal: "Huch! Das war "ne Ringelnatter!", da flog die ganze Meute begeistert mit Gabi und ihrer wundersamen Geschichte davon und nicht nur Herzberg "hätte es auch gern mit Marilyn getrieben". Musikalisch sowie Sonderklasse, schließlich hatte und hat Pankow nicht nur mit André Herzberg einen exzellenten Frontmann zu bieten. Da war auch noch mit Jürgen Ehle einer der Ausnahmegitarristen des Ostens zu erleben, und mit Jäcki Reznicek zupfte der Oberguru der Bassgitarre schlechthin am Viersaiter.

Satte zweieinhalb Stunden rockten Pankow, was das Zeug hielt. Eine Woche zuvor in Hoyerswerda sollen es die alten Männer sogar auf drei Stunden gebracht haben. Das Publikum in Dresden machte sich auch so sichtlich zufrieden auf den Heimweg. "Mach´s gut, Inge Pawelczik", gröhlte es noch im Foyer. Bis zur nächsten einmaligen Tournee von Pankow. Ein paar Festivalauftritte im Sommer sollen ja schon anvisiert sein.