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08.01.2010 Gotha - Puhdys Akustisch |
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| Konzerte |
Bericht & Foto Thomas Behlert |
Puhdys |
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Rockerrentner spielten vor begeistertem Publikum Keiner der vielen Zuschauer konnte sich erinnern, jemals die Puhdys in der Gothaer Stadthalle erlebt zu haben. Im 41.ten Jahr ihres Bestehens war es nun endlich so weit: Dieter Birr und Freunde brachten einen Querschnitt ihrer Hits in die kleine Kreisstadt. Aber es war nicht einfach ein abfeiern und Boxen laut drehen, sondern ein richtiges Singsang mit leisen Tönen, verständlichen Texten und Freude im Herzen. Spaß hat es allen im Saale gemacht, da jeder die Lieder kannte und die griffigen Zeilen mitsang. Ein akustisches Konzert bedeutete, dass Dieter „Maschine“ Birr und Dieter „Quaster“ Hertrampf die krachenden E-Gitarren durch akustische Zupfinstrumente ersetzten und auch der Bass von Peter „Bimbo“ Rasym und das Schlagzeug von Klaus Scharfschwerdt eine Nummer kleiner ausfielen. Wie „Maschine“ gleich zu Beginn verlauten ließ, können sie während dieses intimen Konzertes auch Songs spielen, die bei einem schwer verstärktem untergehen würden. Damit jeder wusste, was damit gemeint war, begannen die älteren Herren aus Berlin mit dem Song „Perlenfischer“ aus dem gleichnamigen Album von 1978. Der musikalische Reigen ging ohne Pause immer weiter: Mal forderte Birr die Zuschauer auf, doch ordentlich mitzusingen und vor allem recht laut zu klatschen, dann wieder jodelte der ganze Saal ganz ohne Aufforderung mit und zerklatschte wie bei einer volkstümlichen Hitparade auch die etwas ruhigeren Titel. Aber das ist halt so bei den Puhdys: Jeder kennt sich, kennt die Lieder und will seinen Helden beweisen, dass man gut im Saft steht und auch weit nach der Rockerrente noch ordentlich Krach machen kann. Die Puhdys ließen nichts anbrennen. So gab es die deutsche Version des Antikriegsliedes „Hiroshima“, gesungen von Hertrampf, das Danke-Liebes-Publikum-Lied „Abenteuer“ aus dem gleichnamigen neuen Album und das nachdenkliche „Ich will nicht vergessen“. Der Beifall wollte schließlich gar kein Ende nehmen, als die Rockerrentner meinten: Wir stehen so lange auf der Bühne, wie es den Fans gefällt. Sogar etwas Spaß spielte diesmal eine Rolle, als sich die Bandmitglieder ausgiebig selbst vorstellten. Der 70 jährige Keyboarder Peter Meyer sang mit viel Ironie „Lebt denn der alte Holzmeyer noch“ und „Quaster“ gab sich sogar als Operettensänger zu erkennen. Was wäre aber ein Puhdys-Konzert ohne die Hits der damaligen DDR-Hitparaden? So kam es Schlag auf Schlag: Nach „Wenn ein Mensch lebt“ gab es die „Lebenszeit“, das unverwüstliche „Alt wie ein Baum“ und das unsägliche „Rockerrente“. Hier saß mittlerweile keiner mehr auf den fein gepolsterten Stühlen. Jeder im Saal war wohl mit diesen Songs alt geworden, jeder wollte zeigen, dass er noch ein Steher ist und sogar an der Bühne die breiten Hüften im Takt bewegen kann. Plötzlich endete das Konzert und das begeisterte Publikum wurde mit den Zugaben „Hey, wir woll`n die Eisbär`n sehen“ und dem Antikriegslied „Das Buch“ in die kalte Nacht und auf den nicht geräumten Parkplatz entlassen. |
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