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24.03.2010 Dirk Michaelis in Gotha |
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Konzerte |
Bericht & Fotos Thomas Behlert |
D. Michaelis |
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ZITAT des TAGES: „Als wir dann doch noch jemanden auf der Straße trafen, dachten wir: Es ist Rush Hour in Gotha“. Dirk Michaelis` abendlicher Eindruck von Gotha. Mitgeteilt während des Konzertes am Freitag. Andächtig den Liedern der Jugend gelauscht Etwas schuldbewusst merkte der Popsänger und Liedermacher Dirk Michaelis zu Beginn seines Konzertes an, dass er dreißig Jahre gebraucht hat, um wieder in Gotha ein Konzert zu geben. Dieser Neuanfang startete am vergangenen Freitag im „Londoner“. Hier stand er zunächst für einige Songs allein mit Gitarre auf der Bühne. Hingebungsvoll und mit wunderbarer Stimme sang DM über zwischenmenschliche Beziehungen, über die Liebe und ein bisschen über den Rock`n Roll. Natürlich warteten die von Anfang an begeisterten Zuschauer auf ihren Hit, auf den Song, der ihre eigene Liebe vielleicht viele Jahre begleitete. Doch bis zum ultimativen „Als ich fortging“ gab es zwei Stunden tolle Musik; wie das: „Wo willst Du hin?“, das sehr emotional geladene „Felsenfest“ und sogar eine längere Geschichte über Schuld und Sühne, zuhören und Fehler machen. Michaelis, der zu DDR-Zeiten so manchen Preis der Jugendzeitschrift „neues leben“ einheimste und von den Mädchen verehrt wurde, hat von seiner Ausstrahlungskraft nichts verloren. Nun saßen aber die weiblichen Fans, die ihn einstmals tanzend und stehend anhimmelten, züchtig auf knarrenden Stühlen und lauschten andächtig den Liedern ihrer Jugend. An ihrer Seite der Ehemann, der die Songs ebenfalls kannte, aber sich wohl lieber den Puhdys hingegeben hätte. Michaelis outete sich im Laufe des Abends als Gojko Mitic Fan, denn dieser „konnte große Pferde reiten und schöne Frauen retten, und nicht andersrum“. Nach einigen Musikstücken stieg Sören Birke musikalisch ein. Dieser verfeinerte den restlichen Abend mit tollem Mundharmonikaspiel und einem ungewöhnlichen Maultrommelsolo. Als Höhepunkt des Zusammenspiels gestaltete sich der Blues über eine verquere Liebe: „Du hast `nen Mann“. Nach knapp zwei Stunden war es endlich so weit: Der Mann, der einstmals mit Karussell sang und die neue Auferstehung dieser Band nicht für voll nehmen kann, stimmte die einzig wahre Ballade der DDR an: „Als ich fortging“. Um den Wegfall einer Band zu kompensieren, sang der Komponist dieses Liedes (Text: Gisela Steineckert) jede Strophe noch intensiver und intimer. Wer sich erinnerte, war den Tränen nah. Bevor das Duo in den Zugabenteil ging erzählte Michaelis, der als Botschafter der Carreras-Leukämie-Stiftung fungiert, dass sein dritter Musiker Thomas Maser selbst an Leukämie erkrankt ist und daher nicht mit auf Tournee kommen konnte. Ein kleiner Höhepunkt war schließlich noch das als Rockchanson bezeichnete „Wie ein Fischlein unterm Eis“, a-capella gesungen und von den glücklichen Zuschauern fasziniert und in völliger Ruhe verfolgt. Mögen nicht wieder 30 Jahre vergehen, bis Dirk Michaelis nach Gotha findet, denn die Hektiker dieser Welt brauchen seine musikalischen Ruhepunkte. |
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