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Konzert 12.03.2010 In Extremo in Gotha |
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Konzerte |
Bericht und Fotos Thomas |
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Das letzte Einhorn zwang zum zuhören |
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„Die Spielmänner kommen in die Stadt“ flüsterten die Fans schon lange vor dem Konzert in Gotha. Da In Extremo ihren Sängerkrieg nicht in einer großen Halle aufführen wollten, sondern im bestuhlten Kulturhaus, waren die Karten recht schnell ausverkauft. Die Fans erwarteten diesmal keine messerscharfen Gitarren, schwere Rhythmik und auch keine Boxen zu großen Türmen gestapelt, sondern eine kleine Instrumentierung. Zur Aufführung kam das „unplugged“-Programm „Tranquilo“. Da die Klänge eingängig sind, man jede Textzeile verstehen kann, kommen die Fans mittlerweile nicht nur aus der Hard-Rock-Szene oder der Gothic Szene. In Gotha brachten Väter ihre Töchter mit, der Sohn hatte die Mutti im Schlepptau und auch heimliche Pophörer wollten sich an diesem kalten Abend ganz dem Mittelalterrock hingeben. Bereits mit dem Bühnenaufbau zeigten die Musiker an, dass alles etwas ruhiger, ganz ohne Hatz, abgeht: Der Galgen fehlte, dafür schmückten altertümliche Stehlampen, ein Sofa und Straßenlaternen vergangener Zeiten die Bühne und die Musiker hielten vorwiegend akustische Instrumente in den Händen. Sänger „Das letzte Einhorn“ lümmelte vergnügt in der großen Polstergarnitur und sprach mit dem Publikum direkt, entwickelte Entertainerqualitäten und präsentierte bestens bekannte Lieder. Seine Stimme war gewohnt phänomenal, sie pendelte zwischen unheimlich tief und wunderbar jubilierendem Hoch. Endlich einmal hautnah mit ihren Lieblingen dachten sich die Gäste und sangen fleißig mit, klatschten zu jeder Gelegenheit und stürmten auch schon mal völlig verzückt die Bühne. „Frei zu sein“ erklang, aber auch das schwermütige und zum zuhören zwingende „Singapur“. Das eigenwillige „Ave Maria“ war an diesem Abend noch eindringlicher und aufregender, als es bei großen Konzerten jemals sein kann. Mitgebracht hatten In Extremo ebenfalls die „Merseburger Zaubersprüche“ und das wunderbare „Nymphenzeit“. Natürlich gab es zu jedem Song die passende Instrumentierung, die sich aus Sackpfeife, Harfe und Drehleier zusammensetzte. Dr. Pymonte, Flex der Biegsame und Yellow Pfeifer konnten diese statt knalliger Rockinstrumente bedienen und damit gar viel Freude bereiten. Nach der Pause ging es kräftig und vergnügt weiter, zumal sich Das letzte Einhorn nicht als knallharter Rocker vorstellte, sondern sich als netter älterer Herr, der seiner Gemeinde Geschichten erzählen will, auf das Sofa setzte und diese Geschichten mit jeder Menge Musik laut und deutlich unters Volk brachte. „Verehrt und angespieen“ entwickelte sich zu einem kleinen Höhepunkt, „Flaschenpost“ zwang zum zuhören und nur die Zugaben erinnerten daran, dass auch das schönste Konzert einmal vorbei sein muss. Mit „Mein rasend Herz“ bedankten sich In Extremo bei den Gothaern für den schönen Abend, wobei die Zeile „Küss mich nur einmal“ als heimlicher Wunsch vieler weiblicher Zuschauer interpretiert werden konnte. Die restlos begeisterte Sybille Ebenhan brachte es beim verlassen des Kulturhauses auf den Punkt: „Das Beste, was ich in Gotha erlebt habe“. |
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