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Konzert 12.12.2009 "Krippenspiel" - Olaf Schubert |
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Konzerte |
Bericht: Thomas Behlert |
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„Leise Musik macht nicht taub“ Es war schon ein verrückter Freitagabend. Nach vierzehn Jahren Krippenspiel, das Olaf Schubert und seine Spießgesellen auch immer nach Thüringen führte, wurde das Wahnsinnswerk nun endlich in der Stadthalle aufgeführt. Die Gothaer wussten, was sie erwartet, denn sie kauften alle Eintrittskarten auf und amüsierten sich über zwei Stunden gar fürstlich. Jesus spielte bei dem ganzen Chaos zwar eine gewisse Rolle, aber man darf dieses Krippenspiel nicht mit jenen Spielen vergleichen, die am 24.12. von Kindern aus der Christenlehre mehr schlecht als recht in den Kirchen der Umgebung aufgeführt werden. Das Publikum erlebte vielmehr einen Olaf-Jesus, der den Traum vom Fliegen bereits in der Antike ausleben wollte. Um überhaupt auf diesen Gedanken zu kommen und dann irgendwie mit Propeller und Gasflaschen an Ikarus vorbei zusausen, musste er mit dem großen Schöpfer per „Du“ sein. Doch dieser, fast original verkörpert von Bert Stephan, der auch den Moderatoren-Papst verdammt echt darstellte, weist erst einmal darauf hin, dass der Heiland ziemlich forsch zu Werke geht und mit seinen „Über-Wasser-Geh“-Versuchen alle Newtons und Einsteins überflüssig werden lässt. Keiner seiner Helfer und Begleiter weiß so richtig was Jesus meint, denn selbst sagt er voller Verzweiflung: „Keiner weiß was ich meine, aber so steht es in der Schrift“. Und die Schrift ist nun mal Gesetz. Aufklärung gibt es in geballter Ladung: Lesen im Dunkeln macht nicht blind, denn hören leiser Musik macht auch nicht taub. Und: Rosinen mit Helm müssen in den Stollen. Immer wieder überschatten aber die religiösen Auswirkungen des Gesalbten die Flugtätigkeiten, mit sehr gewählten Worten erklärt der heilige Olaf dann dem feixenden Publikum die Welt. Er kommt auf das Leben in Bad Kabul zu sprechen, freut sich mörderisch über die Heilandtüte, in Fachkreisen Messiasbeutel genannt, zieht die moderne Mathematik zu Rate und unterhält sich voller Ehrfurcht mit bekannten Flugpionieren, die beim Abendmahl für Stimmung und gute Worte sorgen. Siegmund Jähn klärt auf, dass die Fliegerei nur durch den Sozialismus entstehen konnte und der russische Hund Laika entwickelt sich zur Katze. Bekannte Aktionen früherer Zeit wurden für dieses Krippenspiel leicht umgewandelt und das Publikum erkannte die wahren Zusammenhänge ja doch. So auch die Arbeit Marias, die als Schallmaurerin einen Hörsturz erlebt und Judas IV beantragen musste. Was man an diesen Abend sah, war Laienspiel der Extraklasse, präsentiert von der Schauspieltruppe „Kinkerlitzchen“. Bert Stephan, Olaf Schubert Höchstselbst, Klaus Weichelt, Jochen Barkas, Holger Fuchs und Stephan Gräber wählten diese theatralische Form um den Publikum nahe zu sein und um die religiöse Distanz zu überwinden. Schubert & Co, die Phasenweise an die englische Comedytruppe Monty Python erinnerten, gestalteten den Abend sogar in der Pause: Kleine komische Filmchen ließen die Gäste vergessen, dass am Bierausschank zwei unendliche Schlangen auf sie warteten. Wer von Olaf Schuberts eigenwilligen Spaß nicht genug bekommen kann, dem sei mitgeteilt, dass er am 26.02.2010 in Gotha Schlagzeug spielt, gemeinsam mit Dekadance im „Londoner“. |
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