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September, ein trüber Sonntag mit Regenmengen
wie sonst im ganzen Monat September zusammen, was also tun? Erinnerung an
eine Anzeige in der Zeitung, eher eine kleine Notiz am Rande und ich bin
einfach froh, dass ich diese nicht überlesen habe.
Überschrift, „Dirk Michaelis beim
Gottesdienst“…und wäre da nicht der mir bekannte Namen gewesen, dann hätte
ich diese Zeilen mit Sicherheit ignoriert. Ohne drüber nachzudenken, hab ich
diesen Termin einfach notiert und heute, da das Datum ran war und das Wetter
nicht unbedingt einladend zu Fahrten ins Blaue, hab ich den Artikel noch
einmal genauer gelesen. Dirk Michaelis soll in der Michaeliskirche eines
nahe gelegenen Dorfes spielen….beim Gottesdienst. Im Zwiespalt mit mir als
Atheisten hab ich mich doch entschlossen, mich auf den Weg zu machen, die
Neugier war einfach zu groß, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich als
Ungläubiger nur ungern unter eine Kirchengemeinde mische. |
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Der Weg hat sich
jedoch gelohnt und alle Zweifel wurden aufgelöst, ein stilles Dorf im
Barnimer Land und eine Dorfkirche, knackend voll. Zwischen dem Kreuz und
dem schlichten Altartisch Mikrophone und Keyboard, Beleuchtung und
Technikerpult. Obwohl diese Veranstaltung tatsächlich ein Gottesdienst
war, hab ich mich pudelwohl gefühlt, Bibelsprüche vermischt mit Texten
von Hansi Bibel („Es gibt Momente…“), dargeboten vom Pfarrer der
Gemeinde, dazwischen Lieder von Dirk Michaelis, der mit Sören Birke
auftrat, abschließend ein Vater Unser und im 2. Teil rockten dann
Michaelis und Birke die Kirche, so dass sie stellenweise bebte. Kein
niederdrückendes Gebetsgehabe, ganz im Gegenteil, die beiden haben den
Spaß und die Freude beim Spielen auf die ganze Gemeinde übertragen,
selten, dass man Künstlern ihre Freude derart anmerkt.
Ich habe Dirk
Michaelis das erste Mal moderieren gehört, ein „Mordsgaudi“ wie er die
Anekdoten über unseren Landstrich und seinen Erlebnissen hier rüber
brachte. Immer wieder ist es beeindruckend, wie die
Künstler ihre Instrumente beherrschen, neben den üblichen Dingen wie
Gitarre und Keyboard kamen auch außergewöhnliche Klangkörper dazu, ob
nun eine Maultrommel oder ein flötenmäßiges „Etwas“, sorry, habe den
Namen vergessen, aus Armenien. Und selbst völlig ohne
Instrumentalbegleitung kann Dirk Michaelis die Menschen zu Tränen
rühren…wie ein Fischlein unterm Eis.
Am Ende muss ich immer wieder nach derartigen,
eher für mich zufällig erlebten Konzerten sagen, schade, schade, schade,
dass man diesen Künstlern in unserem vereinten Land nur auf einer Seite
und eher im kleinen Rahmen hört.
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