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22.10.2010 Gotha - muSix |
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Konzerte |
Bericht & Fotos Thomas |
muSix |
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Satz des Abends: „Ich möchte mich für die Ignoranz der Gothaer Bürger entschuldigen. Ich schäme mich.“ (Ein Zuschauer vor dem Konzert im „Londoner“ zu den Musikern) „Heißer Sommer“ klang nicht angestaubt Wenn die Eltern die alten DDR-Songs auflegen, kann so etwas wie Nostalgie aufkommen, aber bei der Jugend wird dies meist nur als störend empfunden. Irgendwie wirken viele Stücke schon recht abgestanden. So ist es im ersten Moment verwunderlich, dass fünf junge Männer aus Berlin genau diese Musik benutzen um berühmt zu werden. Doch sie imitieren nicht einfach die Lieder von Manfred Krug, Pankow, Silly oder City, nein, sie hauchen den Ostschlagern neues Leben ein. Musix, so heißt das fantastische Sangesensemble, wagen sich nur mit dem Mund an diese Musik, was ziemlich verschärft klingt. Am vergangenen Freitag wollten sie das erneut im „Londoner“ vorstellen. Fast genau vor einem Jahr sangen Musix schon einmal vor wenigen Leuten. Alle, die es damals hörten, waren begeistert und schworen bei einer Wiederholung Freunde, Bekannte und Liebhaber besonderer Musik mitzubringen. Darauf zu hören entpuppte sich als Fehler im System, der Saal entlarvte Gotha auf schlimme Weise: Nur wenige mit gutem Geschmack, mit Sinn für hintergründigem Humor und mit dem Mut ganz neue Melodien in sich aufzunehmen, wagten sich zu diesem Experiment. Die dann voller Erwartung dem Konzert entgegen fieberten, kamen zum Teil auch noch aus Ruhla und Eisenach. Die Sänger Andrè Bachmann, Stefan Flügel, Patrick Oliver, Till Blumenthal und Björn Sterzenbach gingen als Vollprofis ans Werk: Sie ließen die Gitarren kreischen, die Bläser schmettern und obendrein den Bass dröhnen, als ob sie vor hunderten Zuschauern ein Konzert geben, wie sie es ansonsten gewohnt sind. Selbst das Schlagzeug klang echt nach gegerbtem Fell. Das Besondere an den zwei Stunden Konzert war, dass hier alles nur mit dem Mund gemacht wurde und kein echtes Instrument diesen musikalischen Vorgang störte. Weder Nina Hagens „Du hast den Farbfilm vergessen“, noch Lifts „Nach Süden“ und schon gar nicht Frank Schöbels „Heißer Sommer“ klang angestaubt, sondern vielmehr nach voller Leidenschaft, Schönheit und nach jeder Menge Ironie. Mit dem lustig und vergnügt aufgeführten Lied „Eisdame“ konnten Musix im vergangenen Jahr in den USA sogar einen Preis in Empfang nehmen. Nach zwei Stunden Kurzweil, vielen musikalischen Höhepunkten und überraschenden Showelementen sang das Quintett gemeinsam mit dem Publikum und ließ sich schließlich sogar auf drei Zugaben ein. Hier hatte das Publikum doch etwas Angst, da Musix ein Puhdys-Medley von über sieben Stunden androhte, mit allen 345 Hits. Aber es kamen dann doch nur zehn gefeierte Minuten zustande, angereichert mit Spaß, Power und Intelligenz. Der größte DDR-Hit aller Zeiten, „Wer die Rose ehrt, beendete einen hochfeinen Abend, der trotzdem wiederholt werden sollte. |
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