Konzert Pankow 27.02.2009  Zittau

27.02.2009  Zittau  Pankow

Konzerte

Bericht & Fotos Maik

Pankow

 

„Wir woll’n zu Pankow gehn, da ist es wunderschön“...

 

... schallte es von den Fans ob in Zittau oder einen Tag später in Hoyerswerda. Die Fans, die das sangen, wussten von was sie sangen, denn fast alle hatten sie seit mindestens zwei Jahren nicht mehr gesehen. Umso schöner, dass es endlich wieder eine Tour gibt, welche noch bis einschließlich den 27. April dieses Jahres andauert. Inbegriffen ist da, dass Rockspektakel „Hans im Glück“, welches am 15.03. (Premiere), 23.03., 24.03., 03.04., und 27.04. (leider) nur in Berlin aufgeführt wird. Zu diesen Konzerten gibt es ein Wiedersehen mit Rainer Kirchmann und Moe Jaksch.

Kommen wir jetzt zum Konzert in dem gut gefüllten Saal im Kronenkino in Zittau, wo die Band schon nach einigen Takten des Eröffnungstitels „Zeichen (Gib mir ein Zeichen)“ die Fans hinter sich hatte und gleich mit den zweiten Titel „“Ich bin ich“, eine Duftmarke setzte. Sicher eine schöne Songzeile „Schwester ist ne Krankenschwester, trinkt gern Mocca Fix, Schwester ist ne Krankenschwester, trägt unter dem Kittel nix“…, ja da sangen die eingefleischten Fans schon im Chor mit und es sollte der Beginn eines Highlights der Gruppe Pankow werden.

Danach eine lustige Szene. An der Tribüne standen jeweils in der Mitte, rechts und links eine Secretury Man, mit Blickrichtung Zuschauer. Andre Herzberg bedankte sich bei dem Secretury Team und sagte “Wie fühlen uns jetzt sicher“. Danach sagte er zum Mittelmann er solle doch zur Seite gehen und das weitere Konzert mit verfolgen, was er auch tat. Dafür gab es Sonderapplaus für beide und weiter ging das Konzert.

Es folgten dann die etwas ruhigeren Titel „Es regnet“ und „Ich wart heut Nacht“ gefolgt von zwei weiteren Ohrwürmern „Ich bin Lieb“ (hier war natürlich meine Frau hellhörig, da mein zweiter Name “Immerlieb” ist), und „Anders sein“ wo natürlich die Fans voll abgingen. Es folgten die Titel „Ich hab Zeit“, „Politik“, „Nichts bemerkt“ gefolgt von „Gabi“, wo die „Meute“ wieder aus dem Häuschen war.

Andre Herzberg meinte als nächstes, dass der nun folgenden Riff seit seiner Geburtsstunde schon eine Weile alt sei und „um nach ahmlich“ von einem bestimmten Gitaristen erfunden wurde sei, man nennt ihn Jürgen Ehle… und es folgte „Langeweile“. Meiner Meinung wurde der Titel (zu Zeiten der DDR) mehr durch die Öffentlichkeit hoch stilisiert, als von der Band selbst, was den Erfolg natürlich keinen Abbruch tat.

Dann gab es ein echtes Highlight, als Sänger Andre Herzberg den nächsten Titel „Du kriegst mich nicht“ ansagte mit dem Sänger Jürgen Ehle… Die Fans tobten. Danach kam „Doris“ und Andre Herzberg stellte wieder klar, wer der Sänger im Saal ist. Es folgten die Klassiker „Inge Pawelczik“, “Rock And Roll im Stadtpark“, “Wetten dass“ und “Gute Nacht“. Nach über 100 Minuten waren Band und Publikum erschöpft.

Mann gönnte sich eine Auszeit und es kamen vier Zugaben. Nach Ilse Bilse kam der Song „See’hnsucht“ der seit Jahren unter die Haut geht. Nicht zu vergessen dieser Song im DDR Fernsehen, zu dieser Zeit noch mit den leider viel zu jung verstorbenen ehemaligen Schlagzeuger, Frank Hille von welchen übrigens das Zitat stammte „DDR-Rockmusiker sind wie die Sonne, sie gehen im Osten auf und im Westen unter“. Der Song erinnert beim mehrmaligen „Zuhören“ an die ganz großen Songs der Rockmusik. Erinnert seien hier nur die Songs von „Led Zeppelin - Stairway to haven“ oder Deep Purple – “Child Time“. Das waren Songs für die Ewigkeit. Ich behaupte aus der DDR kommt eben dieser Song „See’hnsucht“ diesem Attribut am nächsten.

Für mich persönlich, gab es nur kleinere Pannen im Konzert, wo allerdings „Jäckie“ am meisten zu leiden hatte. Nicht dass er seit Jahren im unveränderten Outfit (schwarze Jeans, rote Turnschuhe) auf der Bühne stand, die Tontechniker wollten oder konnten ihm nicht richtig zur Geltung bringen, was aber im weiten Rund Gott sei Dank etwas unter ging.

Die letzten beiden Titel „Isolde“ und „Kille Kille“ rundeten ein bemerkenswertes Konzert der Gruppe Pankow ab. Ein rundum gelungenes Event für alle Beteiligten.

Schon ein Tag später allerdings erst um 21:00 Uhr traf sich die Fangemeinde in Hoyerswerda zum dortigen Konzert wieder. Man sah einige, welche den gestrigen Abend erfolgreich überlebt hatten und mit voller Power wiederum am Rand der Bühne standen. Es folgte das Konzert in chronologischer Reihenfolge, wie einen Tag zuvor in Zittau. Allerdings waren in der „Kufa“ weit über 400 Fans, die die Stimmung vom Freitag in Zittau noch toppen konnten. Man merkte aber, dass an diesem Tag Andre Herzberg unter dem Strich nicht ganz zu Frieden gewesen ist. Sei es drum, dass der Bass von Jackie wieder nicht ganz ankam, sei es den Problemen der Mundharmonika zu schulden, er war am Samstag doch sehr wortkarg. Nicht einmal das Spektakel „Hans im Glück“ hat er in Hoyerswerda angekündigt. Sei es drum.

Was ist das Fazit nach dem 12. Konzert im Jahre 2009? Allen Mitgliedern der Band merkte man auch noch beim letzten Song die Freude an, ihre Musik zu repräsentieren. Eine Rock And Roll Band bei welcher der Spaß an der Sache anzusehen war. Ein Stefan Dohentz “ an den Drums, der den Takt bestimmte und damit die ganze Truppe voran trieb, ein “Jäckie” wie halt ein “Jäckie” spielt, ein Ritchie Barton (ausgeliehen von Silly) der bei Pankow die Tasten bediente, als wenn er nirgendwo anders gespielt hätte… ein Andre Herzberg, welcher seinen Status als Klasse-Sänger untermauerte und natürlich letztendlich Jürgen Ehle an der Gitarre, welcher nicht zu Unrecht der „Brian Jones der DDR“ genannt wurde.

Für Fans der Gruppe Pankow geht die Tour weiter, denn wie heißt es so schön: „Wir woll’n zu Pankow gehn, da ist es wunderschön“.. Als nächstes folgen zwei Konzerte am Freitag, dem 13.03 (Borna) und am 14.03. (Dresden), bevor es zur Uraufführung des Rockspektakel „Hans im Glück“ am Sonntag, dem 15.03. in Berlin, Babylon kommt. In diesem Sinne – wir werden uns sehen.

Wer mich kennt weiß, dass es immer eine Anmerkung gibt und hier ist sie:

Egal ob die Mitglieder von Pankow sich eine Brause holten oder gerade ihr “Geschäft” verrrichteten. Anschließend waren sie mit einer schon wohltuenden Freundlichkeit gegenüber den Fans bereit, Autogramme zu geben. Diese Eigenschaft jedes einzelnen Mitgliedes der Truppe zollt von höchsten Respekt. Natürlich erwähnenswert, dass nach dem Konzert alle Mitglieder sich in Saal einfanden und für alle Fans eine “Autogrammstunde” gaben. Aufgefallen ist, dass kurz vor Ende dieser Maßnahme einzelne Mitglieder der Band im Saal verweilten und auf ihre Kollegen warteten um zusammen sich den Fans für ein persönliches Foto zur Verfügung zu stellen – Respekt!