Konzert Pankow 29.03.2009  Berlin

28.03.2009  Berlin  Pankow

Konzerte

Bericht & Fotos Timur

Pankow

 

Den Abend eröffnet eine ambitionierte Support-Band, deren Namen man allerdings kaum verstehen kann. Das Publikum jedenfalls ist schon in guter Stimmung, als kurz darauf der Sonderzug aus Pankow im Postbahnhof einfährt.

Mit „Gib mir ’n Zeichen!“ geht es los, und alle im Saal wissen, dass es jetzt kein Zeichen mehr braucht, um den Rock einfach nur rollen zu lassen. Sofort wird bei diesem Lokalderby klar, dass „heut Nacht“ zusammen kommt, was schon immer zusammengehört hat: Band und Publikum, beide in Bestform!

Starke Songs im sauberen Sound. Es singt und klingt weil’s Freude bringt – und Freude trifft wohl am meisten zu, wenn es darum ginge, die Stimmung im Saal mit einem Wort zu beschreiben.

Zu „Ich bin ich“ zelebrieren die Frontmänner Ehle, Herzberg und Reznicek gar ein bisschen Hopsasa. Diese kleine Kniebeugen-Choreografie wirkt keineswegs peinlich. Eher zeigt sie denen, die lieber sehen als hören, wie fit die Truppe auch nach 28 Jahren Bandgeschichte ist – ein lebendiges, sympathisches Ensemble, krachig, knackig und immer auch irgendwie knuddelig.

Wie um dem Ganzen noch eine weitere Krone aufzusetzen, entern etwa in der Mitte des Programms Anna Loos und Uwe Hassbecker die Bühne. Gemeinsam mit Pankow bringen die Sillys in einem reizvollen Arrangement die wohl wundersamste Geschichte der frühen Achtziger zum Vortrag: „Gabi“. Wirkt das Zusammenspiel anfangs noch etwas improvisiert, zumindest spontan, wird es mit Ehle, Herzberg und Hassbecker an den Gitarren schließlich zu einer fulminanten Nummer. Genau diese Momente sind es, die ein Konzert im Vergleich zur Platte denkwürdig machen!

Am Ende der Show tobt das Publikum. „Wir woll’n zu Pankow gehen!“ Stimmt, Euch live zu sehen ist einfach wunderschön!

Am Signiertisch sind die eben noch so wilden Helden geduldig und freundlich: Ich fass Dich hier an, ich fass Dich da an – herrje, man fühlt sich glatt wieder wie ein Teenager. 

Danke Pankow! Für dieses große Finale der Tour und ein großartiges Fest der Rockmusik! Möge Euch der lange und laute Applaus hoffentlich bald wieder in die Rock’n’Roll-Höllen und Kulturhäuser dieses müden Landes treiben. Ich warte schon lange!