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Wie wir alle wissen,
gestaltet sich die demografische Entwicklung in Deutschland auf Grund der
Kriege im 20. Jahrhundert im höchsten Grad problematisch: Die Anzahl
junger Menschen bleibt deutlich hinter der der Alten und Älteren zurück.
Nun, es gilt zu reagieren, der Mehrheit muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet
werden - das dachten sich wohl auch die Organisatoren dieses (Rock-)
Konzertes von City, anders lässt es nicht erklären, warum der überwiegende
Konzertbesucherbereich mit Tischen und Stühlen voll gestellt wurde.
Niemand musste und konnte vor der Bühne stehen, um Toni Krahl und Co zu
zujubeln, zu klatschen oder gar noch zur Musik zu tanzen!
Und sie sollten recht behalten: Das sitzende Publikum blieb still sitzen,
klatschte brav und wog ab und an die Köpfe im Takt hin und her. Ich
gehörte zur stehenden, mitsingenden und tanzenden Garde am hinteren Ende
des Besucherbereiches.
Was unter künstlerischem Gesichtspunkt traurig ist, ist die Tatsache, dass
viele Rezipienten die Entwicklung der Künstler nicht wahrnehmen können
oder möchten. City begann ihr Programm aus meiner Sicht zu Recht mit "Nach-Angliederung-Songs",
klar, ich liebe besonders die LP "Casablanca" aus vielen Gründen und wäre
froh gewesen, die Songs von Anfang bis Ende zu hören - aber, warum
gestehen viele Zuhörer den Künstlern keine Auseinandersetzung mit auch
ihrem neuen Leben zu?
Alle Sitzenden schafften es endlich, bei der Zugabe "Am Fenster"
aufzustehen und dieses oder jenes hin- und her zu schwingen.
Ich denke, wer ausschließlich DDR-Songs hören möchte, sollte sich die
entsprechenden und stets verfügbaren CD´s kaufen, ansonsten verdienen die
Künstler den Respekt, sich musikalisch zu entwickeln, um uns jetzt die
Chance zu geben, uns mit der Hilfe der Musik der heutigen Realität zu
stellen - so, wie wir es unter damaligen Bedingungen taten.
Alles andere ist ignorant. |