23.11.2006  -  Dekadance in Berlin / Wabe

Konzerte

Bericht von Thomas ... vielen Dank

DeKadance

 
Alle Jahre wieder auf´s Neue in den trüb -& tristesten, grauen Wochen, die der Kalender hergibt, macht sich eine Band aus dem sächsischen Königreiche auf in die Diaspora, um den (nicht nur) klimatisch Geschlagenen das novemberliche Wetter & die damit einhergehenden Depression-alien(s) auf ganz außerirdische Weise aus der Seele zu blasen & aus dem rudimentären Hirn zu grooven mittels White -, Black- und Fire-Feier-Buster und böhm´sch-säggsscher Rhythm-Section, deren ohnehin durch- (und bei manch´ Verirrtem  auch auf den Magen) schlagende Wirkung von Oberkapellmeister & - Rez´e´(p)tator Bert Stephan zusammen mit dem personifiziertem Stimmungsaufheller Hansi ´Hallo Berlin/Achsschville/New York´´Noack noch optimiert wird und so stand denn auch die Anfang September in Zittau begonnene vierhundertsiebenunddreissigste  (Welt-) Abschiedstournee folgerichtig unter dem unmißverständlichen Motto ´´we make it better a(l)s the auswirkungen of the autumn weather´´ - für alle Monosprachler und des DEKAdancelichen Idiom nicht mächtigen extra noch einmal auf den Plakaten ins Hochdeutsche translated: ´´JETZT NOCH SCHMERZVOLLER!´´

Wir wissen natürlich nicht, ob die dekadent extraordinär verdienende Kapelle sich dabei von Alka-Seltzer inspirieren und/oder sponsern ließ oder nachdrücklich auf ihre Anwartschaft auf die Aspirantur als Aspirin-Verteter hinweisen wollte, können aber schon mal ungefragt die Empfehlung aussprechen, dass die über zwei Stunden lang, breit und ausschweifend großzügig verteilten akustischen Schmerzpflaster allemal die Praxisgebühr von zehn Euro rechtfertigt und ein Frühbucher-Termin  in den diversen Dekadance-Dependancen (firmieren diese nun unter Krippenspiel, Olaf Schubert, Die Rockys, A.I.D.S. , oder BSG 9, oder oder oder) der Rekonvaleszenz verschiedenster Zipperlein und Gebrechen sehr zuträglich ist, zudem man damit auch den Schmerz der End-täuschung, welcher aus hybrider Mißachtung gorbatschowtlicher Prophetie resultiert, vermeidet - denn sollte jemand auf die spontane Idee kommen, z. B. am 02. Dezember bei Olaf `Jesus´ Schubert in der Berliner Wabe an der Krippe sitzen zu wollen, muß er/sie sich über akute Probleme bei der kulturellen Gestaltung des Abends nicht wundern oder gar schwarz ärgern: Besseres ´´als wie´´ dieses gibt es nicht und dieses Beste ist natürlich ausverkauft - es gibt nicht mal ´n Rest einer Restkarte...
Von dieser Art Zukunftsmusik zurück aber zur gestrigen totalen Tonalität, bei der nicht nur auf älteren Tonträgern konservierte Tonfolgen durch die Wabe tönten, sondern auch das eine oder andere Tonikum der vor kurzer Zeit erschienenen letzten meisterlichen Edition, dem inzwischen achten Beweis dafür, dass DEKAdance auf alles Mögliche und allem Möglichen - und meist darüber - stehen, keinesfalls aber auf tönernen Füßen - wie z. B. jene auf der neuen CD im Titel Numero 8 angemessen gewürdigte Berufsgruppe, die das als Vorraussetzung für ihre Tätigkeit notwenige Vakuum in beiden Hirnhälften durch ihr Tun (welches ja eher ein Unterlassen ist) und der sich daraus zwangsläufig ergebenden eigenen Harthörigkeit arbeitsplatzsichernderweise manifestiert - geschlossener Kreislauf nennt man das wohl; aber auch die anderen üblichen Heilsbringer des Zeitgeschehens erfahren die ihnen zustehenden Lobpreisungen - live in Farbe und auf Bühne ohnehin, was die zahlreich erschienenen Schmerzpatienten auch zu goutieren wußten, dem musikalisch hochtourig und rund laufenden Ärztekollektiv mehrere Gratisbehandlungen ab-klatschten, danach immer noch nicht genug hatten und kurzerhand sich auf eigene Rechnung mit Medikamenten zum nach Hause tragen eindeckten...