24.02.2007  Hoyerswerda - Club der Toten Dichter

 
Konzerte Bericht von Jens - danke  
     

DAS war ein unvergesslicher Abend in der KuFa Hoyerswerda, zum Glück bestuhlt und rauchfrei ! 

Ich hatte im Vorfeld etliche, durchweg positive Rezensionen gelesen, via my-space Hörproben rein gezogen, konnte vor der Veranstaltung lang mit einem sehr ruhigen, besonnenen Max Repke plaudern ... und die Erwartungshaltung stieg ... 

Unspektakulär, sehr überzeugend präsentierten Dirk Zöllner, Andre Gensicke ( beides Zöllner ), Matze Mantzke ( u.a. Stamping Feet ) und Reinhard Max Repke ( Rockhaus ) Texte von Heinrich Heine, die von Max Repke neu vertont wurden. ( wer zum Teufel hat diesen Mann bisher nur an den Bass verbannt ....) 

Die unmittelbare Nähe zwischen der Band und dem Publikum erzeugte eine intensive, kribbelnde Atmosphäre. Ich habe Heine noch nie so zeitnah und emotional erlebt.  

Nach sparsam instrumentierte Versionen ( Vergiftet sind meine Lieder ) gabs nahezu funky umgesetzte Titel ( Viele Weiber, viele Flöhe ). Nichts mit anhaltender Schwermut, kein Jammern. Klasse Dramaturgie ! Und augenzwinkernde Details überall.

Spannende Kompositionen, offene Endungen, Max und Scholle wechselten sich im Lead-Gesang ab , vierstimmige Satzgesänge – unglaublich perfekt live dargeboten !  

Auffallend war für mich die absolute Identifikation der Musiker mit dem, was dargeboten wurde. Sicherheit und Perfektion verliefen sich nicht in ( Nach-) Lässigkeiten, in Gegenteil: vor allem Dirk Scholle Zöllner wirkte sehr, sehr konzentriert.

Blicke und Lächeln auf der Bühne zeugte vom Spaß, den die Musiker im Zusammenspiel miteinander in diesem Programm haben. Gibt’s selten ! 

Danke an euch alle für ein perfektes Ensemblespiel; an Gensi für das museale Instrumentarium – es geht eben nichts über die Wärme eines Fender-Rhodes-Pianos, auch wenns der Albtraum jedes Roadies ist; an Matze für die verschmitzen Einwürfe; an  Scholle für jeden Ton, jedes Atmen - alles war excellent zu hören; und besonders an Max:  für mich DIE Überraschung ! Ohrwurmverdächtige Kompositionen und tolles Gitarrenspiel ( im super BOSS-Sound ) -. .  wer zum Teufel hat dich bisher nur an den Bass verbannt .... 

Ich möchte das gern noch einmal erleben !!! Manche Melodien bekomme ich einfach nicht mehr aus dem Kopf  ( Ich hab im Traum geweinet, O schwöre nicht ...). 

Beschriebene Gefühle wirken wie ein erzähltes Mittagessen – Leute, schaut euch das selbst an, gönnt euch diesen Abend ! Unbedingt !!  

Übrigens : die CD ist  für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert  - zu Recht, meine Herren, völlig zu Recht !