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In den
letzten Jahren immer wieder geplant ( und ebenso beständig immer wieder
verschoben auf das nächste Mal ) haben wir nun endlich den Besuch eines
Konzertes von Tibor Tátrai und Gabor Antal Szücs auf die Reihe bekommen.
Wem diese
beiden Namen nicht auf Anhieb etwas sagen sollten: SKORPIÒ resp. ÙJ SKORPIÒ,
da brillierten beide jeweils in der Rolle des Leadgitarristen und so
manchem dürfte auch noch der Titel ´´Igy szólt hozzám a dédapam´´ vom ersten
SKORPIÒ-Album Á Rohanás´´ (Das Rennen ) – PEPITA SLPX 17470 - vertraut sein,
übernahm Antal Gábor Szücs bei diesem Song doch auch den Part des
Vokalakrobaten; selbstverständlich auch bei der vom Rundfunk der DDR
produzierten deutschen Fassung ´´Urgroßvater ´sagte´´.
1999 nun
haben sich beide als Duo zusammengetan, um gemeinsam ihrer Leidenschaft für
lateinamerikanische Klänge zu frönen und bespielen seitdem die kleinen,
mittleren und ganz großen Konzertsäle Pannoniens mit ihrem Latin-Projekt.
Drei CD´s und eine DVD sind bislang erschienen und verkauf(t)en sich wie das
sprichwörtliche ´´geschnitten Brot´´ .
Und so nahm
es dann auch nicht weiter wunder , dass das Konzert der beiden am 1.
Weihnachtsfeiertag – welcher in Ungarn traditionell den familiären
Festivitäten vorbehalten bleibt – sehr gut besucht und der nicht gerade
kleine Klub picke-packe-voll war, was gewiss nicht nur am schwer zu
toppenden Eintrittspreis von Null-Komma-Nix Forint gelegen haben dürfte.
Was wir nicht
wussten: Bei Auftritten nationaler Koryphäen ist es schon schwer ratsam,
sich ein paar Tage vorher einen Tisch resp. Plätze telefonisch reservieren
zu lassen, ansonsten kann man derartige Konzerte ´´nur´´ akustisch genießen
– mit der Optik ist es dann nicht so prickelnd. Aber dank Èvas
unvergleichlichem Charme und ihrer feenhaften Ausstrahlung hatten wir dann
doch wieder einmal die besten Plätze direkt vor dem Podium .
Und bei solch
optimalen Voraussetzungen für den entspannten Genuss eines Live-Gigs stellt
sich dann spätestens nach dem dritten Titel die ( rein rhetorische ) Frage,
wozu dann eigentlich am Tresen noch Alkoholika aller Coleur und
Prozentestärken ausgeschenkt werden. Nicht nur an den einzelnen, perlenden
Tönen und Akkorden konnte man sich berauschen; schon allein vom Zusehen, wie
da vier Hände virtuos über die Saiten strichen und glitten, diese mal
zärtlich zupften um sie dann im nächsten Moment mit der gleichen Intensität
martialisch zu überdehnen – schon allein davon wurde einem schwindelig.
Und wie bei
Meistern ihres Fach gewohnt, schien die Gitarre nicht einfach nur
Instrument, sondern angewachsener Teil menschlicher Physis, quasi Extremität
seit Geburt an zu sein. Tátrai dabei Ganzkörperarbeiter a la Neil Young,
während sich Szücs´ Bühnenpräsenz am ehesten mit der von Goran Bregovic
vergleichen ließe.
Schwer zu
unterscheiden: Sind Tátrai/Szücs das Medium für die Musik, die da raus muss
oder die Musik das Medium für die beiden ? Aber diese Frage ist eher
theoretischer Quark, wir sind hier ja schließlich nicht im
Philosophie-Seminar blutarmer Kritikaster. Und so sagen wir demzufolge ganz
ordinär: Geile Mugge, die süchtig macht nach mehr und mehr und immer mehr.
Und so es die
nicht gerade dünn zu nennende Auftragslage der beiden und ihrer diversen
musikalischen Nebenprojekte zulässt, sich ein angenehmer Veranstalter findet
und Gott Mammon seinen Segen erteilt: vielleicht im Herbst 2007 hier in
Berlin ! |