25.12.2006 - Budapest - Tibor Tátrai & Gabor Szücs

Konzerte Fotos / Bericht Eva & Thomas - vielen Dank Skorpio
     

In den letzten Jahren immer wieder geplant ( und ebenso beständig immer wieder verschoben auf das nächste Mal ) haben wir nun endlich den Besuch eines Konzertes von Tibor Tátrai und Gabor Antal Szücs auf die Reihe bekommen.

Wem diese beiden Namen nicht auf Anhieb etwas sagen sollten: SKORPIÒ resp. ÙJ SKORPIÒ, da brillierten beide jeweils in der Rolle des Leadgitarristen und so manchem dürfte auch noch der Titel ´´Igy szólt hozzám a dédapam´´ vom ersten SKORPIÒ-Album Á Rohanás´´ (Das Rennen ) – PEPITA SLPX 17470 - vertraut sein, übernahm Antal Gábor Szücs bei diesem Song doch auch den Part des Vokalakrobaten; selbstverständlich auch bei der vom Rundfunk der DDR produzierten deutschen Fassung ´´Urgroßvater ´sagte´´.

1999 nun haben sich beide als Duo zusammengetan, um gemeinsam ihrer Leidenschaft für lateinamerikanische Klänge zu frönen und bespielen seitdem die kleinen, mittleren und ganz großen Konzertsäle Pannoniens mit ihrem Latin-Projekt. Drei CD´s und eine DVD sind bislang erschienen und verkauf(t)en sich wie das sprichwörtliche ´´geschnitten Brot´´ .

Und so nahm es dann auch nicht weiter wunder , dass das Konzert der beiden am 1. Weihnachtsfeiertag – welcher in Ungarn traditionell den familiären Festivitäten vorbehalten bleibt – sehr gut besucht und der nicht gerade kleine Klub picke-packe-voll war, was gewiss nicht nur am schwer zu toppenden Eintrittspreis von Null-Komma-Nix Forint gelegen haben dürfte.

Was wir nicht wussten: Bei Auftritten nationaler Koryphäen ist es schon schwer ratsam, sich ein paar Tage vorher einen Tisch resp. Plätze telefonisch reservieren zu lassen, ansonsten kann man derartige Konzerte ´´nur´´ akustisch genießen – mit der Optik ist es dann nicht so prickelnd. Aber dank Èvas unvergleichlichem Charme und ihrer feenhaften Ausstrahlung hatten wir dann doch wieder einmal die besten Plätze direkt vor dem Podium .

Und bei solch optimalen Voraussetzungen für den entspannten Genuss eines Live-Gigs stellt sich dann spätestens nach dem dritten Titel die ( rein rhetorische ) Frage, wozu dann eigentlich am Tresen noch Alkoholika aller Coleur und Prozentestärken ausgeschenkt werden. Nicht nur an den einzelnen, perlenden Tönen und Akkorden konnte man sich berauschen; schon allein vom Zusehen, wie da vier Hände virtuos über die Saiten strichen und glitten, diese mal zärtlich zupften um sie dann im nächsten Moment mit der gleichen Intensität martialisch zu überdehnen – schon allein davon wurde einem schwindelig.

Und wie bei Meistern ihres Fach gewohnt, schien die Gitarre nicht einfach nur Instrument, sondern angewachsener Teil menschlicher Physis, quasi Extremität seit Geburt an zu sein. Tátrai dabei Ganzkörperarbeiter a la Neil Young, während sich Szücs´ Bühnenpräsenz am ehesten mit der von Goran Bregovic vergleichen ließe.

Schwer zu unterscheiden: Sind Tátrai/Szücs das Medium für die Musik, die da raus muss oder die Musik das Medium für die beiden ? Aber diese Frage ist eher theoretischer Quark, wir sind hier ja schließlich nicht im Philosophie-Seminar blutarmer Kritikaster. Und so sagen wir demzufolge ganz ordinär: Geile Mugge, die süchtig macht nach mehr und mehr und immer mehr.

Und so es die nicht gerade dünn zu nennende Auftragslage der beiden und ihrer diversen musikalischen Nebenprojekte zulässt, sich ein angenehmer Veranstalter findet und Gott Mammon seinen Segen erteilt: vielleicht im Herbst 2007 hier in Berlin !

     

   

(Übersetzung : Für ostmusik.de mit viel Liebe - Antal Gábor Szücs  ( links ) & Tibor Tátrai )

 

Ich bedanke mich bei Eva und Thomas für den persönlichen Gruß der beiden Musiker