Konzert   25.12.2008   Jószef Laux in Budapest

Konzerte

Bericht und Fotos  Thomas ... vielen Dank

L-GT

   

Zum (krönenden) Abschluss der mit akustischen Edelsteinen wahrlich reich gefüllten Schmuckschatulle unseres Kurzbesuchs ein weiterer Hochkaräter, dessen Name gewiss nicht nur unserer kvdK-Fraktion ein (halb-)wissendes Lácheln ins Herz zaubert und den Ohren feuchte Augen beschert: JÓZSEF LAUX - jener Schlagwerker, der sein Kőnnen zunächst in den Dienst der Benkő Dixieland Band stellte, dann mit Pressers Gábor die für länger als lange den ungarischen Rockolymp bewohnende Omega Együttes gründete um nur wenige Jahre später mit diesem die den Mannen um János Kobor mindestens ebenbürtige Locomotive zum Leben zu erwecken und  - immer mit dem Signal "Volle Fahrt voraus!" - alsbald international als G-reatest T-opact Ungarns zu reüssieren. Beim wiederholten Intermezzo in "Feindesland" fand er jenes ihm eher freundlich gesonnen - seine Frau Gemahlin und ganz "nebenher" Ungarns erfolgreichste Rockdichterin Anna Adamis empfand wohl ebenso - so dass József Laux bis heute im Besitz der amerikanischen Staatsbürgerschaft ist und sich dort einen excellenten Ruf ertrommelte, was u.a. auf einigen CDs nachzuhören ist, die er gemeinsam mit Joe Muranyi (der wiederum mit Satchmo tourte und produzierte) einspielte - doch genug Eulen nach Athen getragen, kippen wir lieber noch etwas Sand an Strand:

Was der Old Man's Pub für die Rock- und Bluesszene des Landes ist, dem entspricht der gerade mal einige Strassen entfernte, genauer: in der Veres Pálná u.44/a gelegene, Jazz Garden für die Verteter dieser Gattung: eine der - wenn nicht sogar d i e Adresse - erlesener Livehaftigkeit. Egal ob man nun mit nationalen oder internationale Koryphäen auf Tuchfühlung den Abend verbringen möchte - ein Besuch lohnt sich immer! Der inzwischen verstorbene Aladár Pege fühlte sich hier ebenso zu Hause wie Jack D´Jonette, Herbie Mann oder Archie Shepp, von den anderen ungarischen Jazzern seien hier stellvertretend nur László Dés und Béla Lakatos Jr. genannt - und - da staunt die Muddi und raunt dr Vaadi - natürlich: Magdi Bódy(!), der einstigen Generál-Backrounderin - die hierzulande dereinst mal wieder im halbgaren Schlagereintopfeinerlei verrührt werden sollte, den Genossen von Funk, Fernsehen und Platte aber beizeiten was hustete und ihnen dieses ganz real in die pseudo-sozialistische Suppe spuckte...

Auch sie also genau so regelmässig hier on stage wie der Maestro dieses Abends, der zunächst mit seinen Mitstreitern Péter Róman an der Bassgitarre und Pál Vincze am Flügel aus dem Hause der königlichen Hof Pianoforte Fabrik von August Förster dem Anlass resp.Datum gemäss mit´´Jingle Bells`´ das dreiteilige, je 45 Minuten umfassende, Set eröffnete - natürlich entschlackt und gut durchgerüttelt und -geschüttelt auf dem Rost Laux´schem Musikverständnisses, somit also frei von biederer ``Gefühligkeit´´ und einer  Verlogenheit, die sich nur all zu gern mit Schmelz garniert. Natürlich fehlten auch nicht die Standards wie ´Georgia On My Mind´ oder Dave Brubecks Empfehlung, doch gleich alle Fünfe zu nehmen. Franz Lehárs Schmonzette ´´Ich sehne mich nach einer Frau´´ wurde mit einigen Jimi-Hendrix-Licks die höhere Weihe zuteil, auf der ´´Route 66`´ lässt es sich  auch im entspannten Midtempo gut grooven und unversehens findet man sich beim ``Walking On The San Franisco Bay´´ wieder - das Tempo dabei vorgegeben von Clapton´s Eric und zuvor ausgeleuchtet von einer gewissen ´´Petróleum Lámpa´´, deren lichter Schein sogar bis ins Jahr 1958 zurück reichte, um das Geschehen im gleichnamigen Boogie-Woogie-Club dezent auszuleuchten - intoniert wurde diesen aus dem Tafelsilber von Omega stammenden Teile von Bruder Tibor (Laux), dessen Bruder József wiederum im kommenden Jahr 66 wird - was man ihm weder ansieht, -merkt oder gar -hört und was uns zu der sehr gewagten These verleitet, dass mitunter sogar im deutschen Schlager hellseherische Kräfte zu Gange sind...

Gleiche sind natürlich hiesigen Veranstaltern zu wünschen, ist doch József Laux Auftritten hierzulande alles andere als abgeneigt...

Zwar soll die Hoffnung bekanntlich ja als letztes sterben, doch wenn man sich die hiesige, spezifische ´´Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass``-Szene so anschaut´´, dann ist die Idee als solche schon die reinste Totgeburt - Also: Sponsoren gesucht!