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Eigentlich
bräuchte man für eine Notiz (einen Bericht, Beitrag, Artikel oder was auch
immer) zum Konzert einer Band diesen Kalibers nur den Namen selbiger auf
ein großes, leeres Blatt buchstabieren und der Leser ist umfassend und
erschöpfend informiert (und integriert), ist doch das Synonym
R E N F T
eine feste
Größe für Konzertgänger und Liebhaber authentischer Musik wie
beispielsweise das Vorhandensein von ´´der Mond´´ & ´´die Sonne´´ für
Astronomen, ein nicht auszuhebelndes Naturgesetz, welches auch Hänschen
Klein und Lieschen Müller als Fixum von der Wiege bis zur Bahre begleitet.
Mit letzterer hatten Monster & seine Freunde überreichlich in letzter Zeit
zu tun und es schien, als hätte
Kali höchstselbst sich die Band erwählt...
Doch gleich diesem Wesen des hinduistischen Glaubens haben auch die
Renftler das Gehen auf der Stelle nie gekonnt, haben sich mehr als nur
einmal die Haut an der Sonne (der Macht) verbrannt - aber nicht etwa, um
deren vermeintlichen Glanz und Strahlkraft zu genießen wie so manch andere
Zeit-´´Genossen´´, die sich noch dazu heutzutage nicht entblöden, sich als
Widerstandskämpfer und Systemgegner zu gerieren...
Und so singt
Thomas ´Monster´ Schoppe denn auch folgerichtig : ´´Abschied heißt
doch auch weitergeh´n, Tränen hat die Trauer, aber auch das Glück ...``
Letzteres stand allen Musiker nicht erst nach der letzten Zugabe (Child in
Time) deutlich ins Gesicht geschrieben, vom ersten Titel an - und
eigentlich auch schon davor - war klar, dass der von Monster mehrmals
erwähnte Kahn nicht absaufen, sondern straight auf Kurs bleiben wird.
Delle Kriese und Markus Schloussen im Maschinenraum sorgten für die
nötige, hochtourige Drehzahl,
Gisbert ´Pitti´ Piatkowski legte kräftig und filigran zugleich
(ohnehin ein Könner nicht nur vor den Herren Neptun & Poseidon) beide
Hände ans Gestänge und der Käptn selbst lotste souverän und mit gewohnt
stimmgewaltiger Manier durch die gut zweistündige Rundreise.
Bei einem derartigen Bestand an musikalischen Leuchttürmen (sprich
Klassikern) auch kein Wunder, egal ob da nun das ´´Gänselieschen´´ in
vollendeter Schönheit erstrahlte, der Apfeltraum-Baum seine Früchte
leuchten ließ, es ´´Nach der Schlacht´´ hochenergetisch komprimiert
blitzte, der ´´Wandersmann´´ mit seiner Weisheit den Weg erhellte oder der
kleine Otto sich von seinem großen Namensvetter die Wunderlampe erhoffte.
(Mehr als nur ein Lied haben sie uns in die Hand gelegt in all den Jahren
und Jahrzehnten, gebaut aus blauen Pflastersteinen. So mancher Stein fiel
da auseinander und wurde ein wahrhaft herrlicher Sand, in den wir unseren
Atem bliesen, dessen Wellen Kreise zogen bis hin zu den Schwellen unserer
Herzen, wo vor allem die Blume der Ermutigung blühte und heute noch
blüht...)
Nun tut man sich ja hierzulande immer ein wenig schwer, einander
freundlich und aufgeschlossen zu begegnen und dem- oder denjenigen Respekt
und Achtung zu erweisen, von dem /denen man einst und heute partizipierte
- in welcher Form auch immer. Das genau dies aber auch hier - und noch
dazu im nicht unbedingt als Vorzeigemodell in puncto Herzlichkeit
beleumundeten Berlin - möglich ist, demonstrierte ein Teil des die Wabe
gut füllenden Publikums schon bei der vorletzten Zugabe - Steppenwolfs
"Born To Be Wild" - und ohne Ausnahme dann beim schon weiter oben
erwähnten Zugaben-Finale: Standing Ovations!
(Sicher gab es
auch die eine oder andere - anscheinend unvermeidliche - Stimme, die sich
hörbar darüber mokierte, dass man so ja nicht singen/spielen könne, wie
man ´´richtig´´ intoniere, welcher Abstand zum Mikro zu halten sei und
überhaupt das Timing und wie das alles jetzt klingt - das übliche Gesülze
a la ZDF-Expertentreff : Von nix ´ne Ahnung und zu allem ´ne Meinung...
Der absolute Bringer aber die an den Techniker gerichtete, völlig
ironiefreie Anfrage, ob man denn die Lautstärke nicht etwas zurückfahren
könne...
Wer gestern dabei war, wird wohl auch unter Eid aussagen, dass LAUT etwas
anderes ist.
Eine mehr als
gelungene Berlin-Premiere also in der neuen Besetzung, von der noch
einiges zu hören sein wird.
Den diesbezüglich nicht nur halbgaren Düften, die da aus den
Gerüchteküchen der nicht immer (inter-) netten Welt dringen, kann man also
schon nicht so völlig ungläubig entgegenwarten, was das darin involvierte
Versprechen auf lecker Akustik-Speisen zum Mit-nach-Hause-nehmen
anbelangt.
Über kurz oder
lang - also irgendwann - dann hier an dieser Stelle auch die für & von
rockradio.de, ostmusik.de und
keletizene.de geführten kürzeren und längeren Interviews mit Thomas
´Monster´ Schoppe, Delle Kriese, Markus Schloussen und Gisbert ´Pitti´
Piatkowski. |