Klaus Renft Combo Konzert 26.10.07 - Berlin

26.10.2007  Berlin  Klaus Renft Combo

Konzerte

Bericht: Thomas

Renft

 
Eigentlich bräuchte man für eine Notiz (einen Bericht, Beitrag, Artikel oder was auch immer) zum Konzert einer Band diesen Kalibers nur den Namen selbiger auf ein großes, leeres Blatt buchstabieren und der Leser ist umfassend und erschöpfend informiert (und integriert), ist doch das Synonym

R  E  N  F  T

eine feste Größe für Konzertgänger und Liebhaber authentischer Musik wie beispielsweise das Vorhandensein von ´´der Mond´´ & ´´die Sonne´´ für Astronomen, ein nicht auszuhebelndes Naturgesetz, welches auch Hänschen Klein und Lieschen Müller als Fixum von der Wiege bis zur Bahre begleitet. Mit letzterer hatten Monster & seine Freunde überreichlich in letzter Zeit zu tun und es schien, als hätte Kali höchstselbst sich die Band erwählt...
Doch gleich diesem Wesen des hinduistischen Glaubens haben auch die Renftler das Gehen auf der Stelle nie gekonnt, haben sich mehr als nur einmal die Haut an der Sonne (der Macht) verbrannt - aber nicht etwa, um deren vermeintlichen Glanz und Strahlkraft zu genießen wie so manch andere Zeit-´´Genossen´´, die sich noch dazu heutzutage nicht entblöden, sich als Widerstandskämpfer und Systemgegner zu gerieren...
Und so singt Thomas ´Monster´ Schoppe denn auch folgerichtig : ´´Abschied heißt doch auch weitergeh´n, Tränen hat die Trauer, aber auch das Glück ...``
Letzteres stand allen Musiker nicht erst nach der letzten Zugabe (Child in Time) deutlich ins Gesicht geschrieben, vom ersten Titel an - und eigentlich auch schon davor - war klar, dass der von Monster mehrmals erwähnte Kahn nicht absaufen, sondern straight auf Kurs bleiben wird.
Delle Kriese und Markus Schloussen im Maschinenraum sorgten für die nötige, hochtourige Drehzahl, Gisbert ´Pitti´ Piatkowski legte kräftig und filigran zugleich (ohnehin ein Könner nicht nur vor den Herren Neptun & Poseidon) beide Hände ans Gestänge und der Käptn selbst lotste souverän und mit gewohnt stimmgewaltiger Manier durch die gut zweistündige Rundreise.
Bei einem derartigen Bestand an musikalischen Leuchttürmen (sprich Klassikern) auch kein Wunder, egal ob da nun das ´´Gänselieschen´´ in vollendeter Schönheit erstrahlte, der Apfeltraum-Baum seine Früchte leuchten ließ, es ´´Nach der Schlacht´´  hochenergetisch komprimiert blitzte, der ´´Wandersmann´´ mit seiner Weisheit den Weg erhellte oder der kleine Otto sich von seinem großen Namensvetter die Wunderlampe erhoffte.
(Mehr als nur ein Lied haben sie uns in die Hand gelegt in all den Jahren und Jahrzehnten, gebaut aus blauen Pflastersteinen. So mancher Stein fiel da auseinander und wurde ein wahrhaft herrlicher Sand, in den wir unseren Atem bliesen, dessen Wellen Kreise zogen bis hin zu den Schwellen unserer Herzen, wo vor allem die Blume der Ermutigung blühte und heute noch blüht...)
Nun tut man sich ja hierzulande immer ein wenig schwer, einander freundlich und aufgeschlossen zu begegnen und dem- oder denjenigen Respekt und Achtung zu erweisen, von dem /denen man einst und heute partizipierte - in welcher Form auch immer. Das genau dies aber auch hier - und noch dazu im nicht unbedingt als Vorzeigemodell in puncto Herzlichkeit beleumundeten Berlin - möglich ist, demonstrierte ein Teil des die Wabe gut füllenden Publikums schon bei der vorletzten Zugabe - Steppenwolfs "Born To Be Wild" -  und ohne Ausnahme dann beim schon weiter oben erwähnten Zugaben-Finale: Standing Ovations!

(Sicher gab es auch die eine oder andere - anscheinend unvermeidliche - Stimme, die sich hörbar darüber mokierte, dass man so ja nicht singen/spielen könne, wie man ´´richtig´´ intoniere, welcher Abstand zum Mikro zu halten sei und überhaupt das Timing und wie das alles jetzt klingt - das übliche Gesülze a la ZDF-Expertentreff : Von nix ´ne Ahnung und zu allem ´ne Meinung...
Der absolute Bringer aber die an den Techniker gerichtete, völlig ironiefreie Anfrage, ob man denn die Lautstärke nicht etwas zurückfahren könne...
Wer gestern dabei war, wird wohl auch unter Eid aussagen, dass LAUT etwas anderes ist.

Eine mehr als gelungene Berlin-Premiere also in der neuen Besetzung, von der noch einiges zu hören sein wird.
Den diesbezüglich nicht nur halbgaren Düften, die da aus den Gerüchteküchen der nicht immer (inter-) netten Welt dringen, kann man also schon nicht so völlig ungläubig entgegenwarten, was das darin involvierte Versprechen auf lecker Akustik-Speisen zum Mit-nach-Hause-nehmen anbelangt.

Über kurz oder lang - also irgendwann - dann hier an dieser Stelle auch die für & von rockradio.de, ostmusik.de und keletizene.de geführten kürzeren und längeren Interviews mit Thomas ´Monster´ Schoppe, Delle Kriese, Markus Schloussen und Gisbert ´Pitti´ Piatkowski.