Konzert Stern Combo Meißen - Meißen 28.06.2008

28.06.2008  Meißen  SCM / Karussell / H.Biege  (1)

Konzerte

Karussell

SCM

Berichte Kerstin & Gundolf / Fotos Kerstin & Peter

 

 

 

Kerstin

 

Gundolf

Der Plan, dieses Konzert zu besuchen, entstand bereits beim letztjährigen Jubiläumskonzert. Und nachdem unser Karussell-Konzert in Landsberg ausgefallen war, waren wir nun besonders motiviert, das neuformierte „Karussell“ sich endlich drehen zu sehen.

Wir hatten beschlossen, am Abend wieder nach Hause zu fahren. Keine besonders gute Idee. Und im nächsten Jahr werden wir demzufolge auch wieder in Meißen übernachten.

Der Tag in Meißen war angenehm und mit vielen Eindrücken verbunden, aber der am Ende doch sehr lange Tag, liegt uns noch in den Knochen.  

Konzertbesuch ohne Karten, das ist in Sachsen immer so eine Sache. Hoffentlich sind nicht zu viele Gäste da. Doch auch dieses Mal war es kein Problem. Rechtzeitiges Erscheinen, sichert die besten Plätze und der beste Platz ist nun mal an der Bühne. Die anderthalb Stunden Wartezeit bis zum Konzertbeginn konnten wir mit netten Gesprächen füllen. Inzwischen kennt man sich, wie auf einer großen Party. Schön, alte Bekannte immer wieder zu treffen. So ging die Zeit hin. Wir wollten uns nach neuen musikalischen Errungenschaften in Form von CD´s umsehen, aber irgendwie funktionierte das nicht so wie gewohnt. Der Verkauf startete erst während des Konzertes und wer vorn steht oder mittendrin, geht nicht weg.

Gegen 19:00 Uhr kam eine spürbare Unruhe in die herumstehenden Zuschauer. Wie ein Lauffeuer hatte sich herumgesprochen, dass Reinhard Fissler heute da sein wird. Da stand dann auch ein Lieferwagen rückwärts am Bühneneingang und man konnte durch die geöffneten Autotüren sehen, dass Reinhard mit seinem Bett und einem Haufen Apparaten ausgeladen wurde. Gänsehaut und die Frage, was würden wir heute noch Überraschendes erleben? Es ist erstaunlich, welche Gedanken einem da durch den Kopf schießen. Sofort hatte ich die Bilder von Thale, unserem letzten Konzert mit Reinhard beim Sachsendreier wieder im Kopf. Vier Jahre ist das nun schon her. Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Für uns ist es wunderschön, dass Reinhard sich nicht unterkriegen lässt. Respekt, welche Kraft er gegen die Krankheit entwickelt. Insider erzählten uns dann noch, dass er mit Hilfe technischer Mittel immer noch Musik schreibt und dabei sehr viel arbeitet. Mir standen die Tränen in den Augen.

Als Detlef Seidel das Konzert mit einem Interview mit Reinhard begann, hätte man auf dem Platz eine Stecknadel fallen hören können. Alles hielt den Atem an, jeder hatte Gänsehaut, dann brandete ein riesiger Beifall auf. Alle spürten, wie gut es dem hinter der Bühne liegenden Reinhard tat, so begeistert empfangen zu werden.

Zunächst gab man der jungen Band „Blizzard“ aus Freiberg die Chance, ihr Können zu beweisen. Begeisterung rundherum. Meiner Meinung nach hätte ins Programm allerdings eine deutschsprachige Gruppe besser gepasst. Trotzdem war es eine tolle Idee, den Berufsnachwuchs zu fördern. 

Dann begann das angekündigte Programm. Holger Biege, sicher ein begnadeter Künstler, und von Reinhard mit spürbar großer Anstrengung auch entsprechend gewürdigt, betrat die Bühne. Irgendwie hatte ich sofort wieder das verkorkste Konzert vom Gendarmenmarkt im vergangenen Jahr im Kopf. Und auch heute konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, es gibt Künstler, die haben den Höhepunkt ihrer Karriere bereits überschritten ... Nicht zu übersehen war die Angst, mit der Holger Biege seinen Vortrag begann und die sich auch während der Stunde Konzert nicht legte. Schade, früher mochte ich seine Musik, auch wegen ihrer Texte sehr. Heute hat er selbst seinen Superhit „Sagte mal ein Dichter“ nicht gut rüber bringen können.

Nach kurzer Umbaupause sollten wir dann aber entschädigt werden. Karussell rockte Meißen. Die Musik ist einfach nur fantastisch. Die Musiker mit Herzblut dabei und in ihrem Element. Robert „Oscheck“ Huth, Joe und Wolf-Rüdiger warfen sich die Bälle nur so zu. Eine tolle Performance, wie man neudeutsch sagt. Und doch wurde uns beim Gesang schmerzlich das Fehlen von Cäsar und Dirk Michaelis bewusst.

Angeregt von Detlef Seidels Aufforderung an die Fans, Programmvorschläge für das Jubiläum im nächsten Jahr zu äußern, habe ich da spontan so meine eigenen Ideen. Das wäre mein größter Wunsch für 45 Jahre Stern Meißen: den Sachsendreier gemeinsam mit der heutigen Besetzung von Renft, mit Cäsar, mit Karussell und Dirk Michaelis – alle zusammen auf einer Bühne. Ein wenig zu viel Fantraum? Aber für Herrn Seidel vielleicht auch eine ganz besonders reizvolle Herausforderung. Und wenn wir einmal dabei sind, würde ein Manuel von Senden als Special-Gast bei electra natürlich das Herz mancher Fans höher schlagen lassen. Aber gut, dass es noch Fanträume gibt.

Zurück zum Abend. Karussell konnte uns trotz aller offenen Wünsche absolut überzeugen. Wir werden am 16. August City in Sondershausen sein lassen und zum Nachholkonzert von Karussell den Weg nach Landsberg auf uns nehmen. City können wir alternativ schon vorher mal erleben. Der Terminkalender füllt sich! Jedes Jahr mehr. Das kann ja nur gut sein! 

Zehn Minuten Umbaupause. Die Bühne halb leer geräumt, dann kamen sie – unsere geliebten Sterne. Das 24. Mal Stern Meißen und immer wieder diese Gänsehaut, wenn die „wilden Alten – oder die alten Wilden – wie man will“ in ihre Instrumente hauen. Natürlich fehlt auch hier immer Reinhard Fisslers Stimme und sie wird auch nicht zu ersetzen sein. Aber die Mischung der Titel und die Parts, die IC Falkenberg nun übernimmt, überzeugen mich immer wieder. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass diese Einsicht sogar in Meißen angekommen ist. Hier hatte es IC in den letzten Jahren ganz schön schwer. Aber das ist vergessen und heute spielten sie alle für den anwesenden Reinhard. Man spürte es deutlich. 

Fazit: Ein toller Abend, ein begeistertes Publikum und Kraft getankt für die nächsten Wochen. Danke ihr Lieben, weiter so. Wir wünschen uns noch viele solcher Erlebnisse!

  Die Stern Combo feierte am 28.06.08 ihren 44. Geburtstag  standesgemäß mit einem open air-Konzert auf der Freilichtbühne in der Elbgasse in Meißen. Da alleine feiern bekanntlich wenig Spaß macht, luden sich die Sterne gleich eine Schar illustrer Gäste ein. Da konnten wir natürlich auch nicht daheim bleiben. Wir freuten uns so  sehr auf diesen Abend, dass wir schon am späten Nachmittag in Meißen eintrafen. Das hatte aber durchaus seine guten Seiten, da wir so noch den Soundcheck mitbekamen und auch noch ausführlich mit dem symphatischen Jung-Karusseller Joe Raschke schwatzen konnten.

Gegen 18.30 Uhr war dann der offizielle Einlass und wir sicherten uns gleich Plätze am Bühnenrand. Die nächsten 90 Minuten nutzten wir um viele Freunde und Bekannte zu begrüßen, die aus allen Ecken des Landes angereist waren. Stern Meißen-Manager Detlef Seidel scheint einen persönlichen = Vertrag mit den Wettergöttern geschlossen zu haben, denn wie bereits im vergangenen Jahr herrschte auch diesmal wieder "Kaiserwetter". Das weite Rund der Freilichtbühne füllte sich anfangs nur zögerlich mit Besuchern, aber zu Konzertbeginn sah es dann schon sehr voll aus. Die Gerüchteküche brodelte schon ein paar Tage vor dem Konzert, dass Reinhard Fissler beim Konzert zugegen sein würde und er war = tatsächlich anwesend. Abgeschirmt lag er im Backstagebereich neben der Bühne in seinem Bett = und verfolgte aufmerksam das Geschehen.

Fißler, der mit seiner phantastischen Stimme in den siebziger Jahren den Sound der Stern Combo = Meißen unverkennbar prägte, läßt sich auch von seiner = heimtückischen Krankheit nicht unterkriegen. Mehrmals im Laufe des Abends richtete er warmherzige Worte an das Publikum, sagte die beteiligten Bands an und richtete auch an alle einen Appell sich doch für den Erhalt des Dresdner Kulturpalastes stark zu machen .Ja, "Reini" verfolgt aufmerksam was in diesem Land passiert und die Fan's haben ihn natürlich auch nicht vergessen. Er sang sogar ein paar Takte vom "Kampf um den Südpol". Da stellten sich meine Nackenhaare aufrecht und G´änsehaut stellte sich dazu auch noch ein.

Den musikalischen Reigen eröffnete die junge Freiberger Band Blizzard, = die unbekümmert drauflos rockten und mit ihren Hardrocksound auch gut = vom Publikum angenommen wurden. Mit Songs unter anderem von UFO und Deep Purple sowie ihrer Spielfreude waren sie wirklich die perfekte Vorband. Danach war es Zeit für einen Mann und seinen Konzertflügel. Holger Biege gab sich die Ehre und spielte einige seiner schönsten Lieder. Seine Stimme ist unverkennbar und der Mann hat seinerzeit einige der schönsten Balladen der DDR geschrieben. Mit seinen tiefsinnigen Texten setzte er damals Maßstäbe. Die letzten Jahre hatte ich ihn, bis auf seinen unrühmlichen Auftritt = in der MDR-Sendung Riverboot etwas aus den Augen verloren. Es war beileibe nicht schlecht, was Holger Biege gestern bot, aber irgendwie = konnte er mich nicht fesseln. Meiner Meinung nach paßte er einfach musikalisch nicht in dieses Gesamtpaket. Ungefähr eine dreiviertel Stunde sang und spielte Biege für das = Meißner Publikum.

Nach einer kurzen Umbaupause erklang endlich das KARUSSELL-Intro, Joe = Raschke sprach die magischen Worte "KARUSSELL ist wieder da" und los = ging es mit einem blitzsauberen Auftritt der Band um Wolf-Rüdiger = Raschke, die sich nach über 14 Jahren Pause im Februar beim Konzert in Grimma wieder erfolgreich zurück meldete. Schon dort in der Muldentalhalle hat mich KARUSSELL sofort wieder in ihren Bann gezogen und ihr Comeback ist eines der schönsten = (Ost-)Rockereignisse der letzten Jahre für mich. Was hatte ich diese Band die letzten Jahre vermißt. Nun steht Oschek endlich wieder am = Gesangsmikrofon und singt "Ehrlich will ich bleiben" und "Wie ein Fischlein unterm Eis" als würde es nie anders gewesen. Dazu kommt mit Joe Raschke ein "junger Wilder", der wirklich von klein auf mit Karussell-Musik aufgewachsen ist und jetzt mit viel Herzblut auch am Musik-KARUSSELL dreht. Es ist eine reine Freude, die lächelnden Gesichter der 6 Musiker auf der Bühne zu sehen und zu erleben, wie sie sich auf die erfolgreiche Bandgeschichte besinnen. "Autostop", "Schlaraffenberg" , "Der Gitarrist", "Whisky" und die anderen Lieder sind jedes für sich ja Klassiker. Ich liebe diese Lieder seit meiner Jugend. "Zweifel" vom Schlaraffenberg-Album war für mich aber DER Höhepunkt beim Auftritt von KARUSSELL. KARUSSELL legte über eine Stunde unbändige Spielfreude an den Tag und die Musiker, alle Könner ihres Fach's hatten sich den Applaus redlich verdient.

Dann kamen die eigentlichen "Geburtstagskinder" der Stern Combo = Meißen auf die Bühne und gaben in ihrer eigentlichen Heimatstadt = wieder eine musikalische Geschichtsstunde in Sachen Bandgeschichte. Norbert Jäger glänzte humorvoll mit "Der alte Mann auf der Müllkippe", MIchael Behm sang "Gib mir was Du geben kannst" und "Die Sage". Auch Bandchef Martin Schreier lies sich das Singen nicht nehmen. In "Der weite Weg" heißt es ja "So ist der Mensch im Suchen und im wagen und das wird von ihm in ferne Zeit getragen" , ich hoffe die Stern Combo trägt ihre Lieder und Gedanken noch lange in die Zukunft. Dann kam IC Falkenberg, der Mann, der den Kurswechsel der Stern Combo in den achtziger Jahren symbolisiert. Damals tat ich mich schwer mit ihm und der Band um Martin Schreier, zu hart war damals der Stilbruch und die Neuausrichtung der Sterne von der Artrockband zur Pop(-Rockband). Gestern durfte ich mich mal wieder eines Besseren belehren lassen, denn auch die Lieder der IC- Ära gehören mittlerweile für mich untrennbar zurr Stern Combo Meißen. IC rockte wieder über die Bühne und mit "Lass mich hier nicht = liegen" sang er eines der absoluten Glanzstücke des Abends. Währenddessen lag Reinhard Fißler, der Mann, dem dieses Lied gewidmet wurde, im Backstagebereich in seinem Krankenbett .... Ich glaube, da hatte noch so mancher während dieses Liedes Tränen in den Augen. Mit "Der Kampf um den Südpol" sollte es dann langsam dem Ende entgegen gehen. Doch mit "Mein Weg", bei dem Martin Schreier und IC Falkenberg sich den Gesang teilten, gab es noch ein "Sahnehäubchen" obendrauf. Der Manager der Sterne, Detlef Seidel, hat es wieder geschafft ein unvergeßliches Geburtstagskonzert für seine Schützlinge und die Fans auf die Beine zu stellen. Nun heißt es ein Jahr warten, dann sehen wir uns sicher zum 45. =
Geburtstag der Stern Combo an gleicher Stelle wieder.