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Der Plan, dieses Konzert zu besuchen,
entstand bereits beim letztjährigen Jubiläumskonzert. Und nachdem unser
Karussell-Konzert in Landsberg ausgefallen war, waren wir nun besonders
motiviert, das neuformierte „Karussell“ sich endlich drehen zu sehen.
Wir hatten beschlossen, am Abend wieder
nach Hause zu fahren. Keine besonders gute Idee. Und im nächsten Jahr
werden wir demzufolge auch wieder in Meißen übernachten.
Der Tag in Meißen war angenehm und mit
vielen Eindrücken verbunden, aber der am Ende doch sehr lange Tag, liegt
uns noch in den Knochen.
Konzertbesuch ohne Karten, das ist in
Sachsen immer so eine Sache. Hoffentlich sind nicht zu viele Gäste da.
Doch auch dieses Mal war es kein Problem. Rechtzeitiges Erscheinen,
sichert die besten Plätze und der beste Platz ist nun mal an der Bühne.
Die anderthalb Stunden Wartezeit bis zum Konzertbeginn konnten wir mit
netten Gesprächen füllen. Inzwischen kennt man sich, wie auf einer
großen Party. Schön, alte Bekannte immer wieder zu treffen. So ging die
Zeit hin. Wir wollten uns nach neuen musikalischen Errungenschaften in
Form von CD´s umsehen, aber irgendwie funktionierte das nicht so wie
gewohnt. Der Verkauf startete erst während des Konzertes und wer vorn
steht oder mittendrin, geht nicht weg.
Gegen 19:00 Uhr kam eine spürbare Unruhe in
die herumstehenden Zuschauer. Wie ein Lauffeuer hatte sich
herumgesprochen, dass Reinhard Fissler heute da sein wird. Da stand dann
auch ein Lieferwagen rückwärts am Bühneneingang und man konnte durch die
geöffneten Autotüren sehen, dass Reinhard mit seinem Bett und einem
Haufen Apparaten ausgeladen wurde. Gänsehaut und die Frage, was würden
wir heute noch Überraschendes erleben? Es ist erstaunlich, welche
Gedanken einem da durch den Kopf schießen. Sofort hatte ich die Bilder
von Thale, unserem letzten Konzert mit Reinhard beim Sachsendreier
wieder im Kopf. Vier Jahre ist das nun schon her. Unglaublich, wie die
Zeit vergeht. Für uns ist es wunderschön, dass Reinhard sich nicht
unterkriegen lässt. Respekt, welche Kraft er gegen die Krankheit
entwickelt. Insider erzählten uns dann noch, dass er mit Hilfe
technischer Mittel immer noch Musik schreibt und dabei sehr viel
arbeitet. Mir standen die Tränen in den Augen.
Als Detlef Seidel das Konzert mit einem
Interview mit Reinhard begann, hätte man auf dem Platz eine Stecknadel
fallen hören können. Alles hielt den Atem an, jeder hatte Gänsehaut,
dann brandete ein riesiger Beifall auf. Alle spürten, wie gut es dem
hinter der Bühne liegenden Reinhard tat, so begeistert empfangen zu
werden.
Zunächst gab man der jungen Band „Blizzard“
aus Freiberg die Chance, ihr Können zu beweisen. Begeisterung rundherum.
Meiner Meinung nach hätte ins Programm allerdings eine deutschsprachige
Gruppe besser gepasst. Trotzdem war es eine tolle Idee, den
Berufsnachwuchs zu fördern.
Dann begann das angekündigte Programm.
Holger Biege, sicher ein begnadeter Künstler, und von Reinhard mit
spürbar großer Anstrengung auch entsprechend gewürdigt, betrat die
Bühne. Irgendwie hatte ich sofort wieder das verkorkste Konzert vom
Gendarmenmarkt im vergangenen Jahr im Kopf. Und auch heute konnte ich
mich des Eindrucks nicht erwehren, es gibt Künstler, die haben den
Höhepunkt ihrer Karriere bereits überschritten ... Nicht zu übersehen
war die Angst, mit der Holger Biege seinen Vortrag begann und die sich
auch während der Stunde Konzert nicht legte. Schade, früher mochte ich
seine Musik, auch wegen ihrer Texte sehr. Heute hat er selbst seinen
Superhit „Sagte mal ein Dichter“ nicht gut rüber bringen können.
Nach kurzer Umbaupause sollten wir dann
aber entschädigt werden. Karussell rockte Meißen. Die Musik ist einfach
nur fantastisch. Die Musiker mit Herzblut dabei und in ihrem Element.
Robert „Oscheck“ Huth, Joe und Wolf-Rüdiger warfen sich die Bälle nur so
zu. Eine tolle Performance, wie man neudeutsch sagt. Und doch wurde uns
beim Gesang schmerzlich das Fehlen von Cäsar und Dirk Michaelis bewusst.
Angeregt von Detlef Seidels Aufforderung an
die Fans, Programmvorschläge für das Jubiläum im nächsten Jahr zu
äußern, habe ich da spontan so meine eigenen Ideen. Das wäre mein
größter Wunsch für 45 Jahre Stern Meißen: den Sachsendreier gemeinsam
mit der heutigen Besetzung von Renft, mit Cäsar, mit Karussell und Dirk
Michaelis – alle zusammen auf einer Bühne. Ein wenig zu viel Fantraum?
Aber für Herrn Seidel vielleicht auch eine ganz besonders reizvolle
Herausforderung. Und wenn wir einmal dabei sind, würde ein Manuel von
Senden als Special-Gast bei electra natürlich das Herz mancher Fans
höher schlagen lassen. Aber gut, dass es noch Fanträume gibt.
Zurück zum Abend. Karussell konnte uns
trotz aller offenen Wünsche absolut überzeugen. Wir werden am 16. August
City in Sondershausen sein lassen und zum Nachholkonzert von Karussell
den Weg nach Landsberg auf uns nehmen. City können wir alternativ schon
vorher mal erleben. Der Terminkalender füllt sich! Jedes Jahr mehr. Das
kann ja nur gut sein!
Zehn Minuten Umbaupause. Die Bühne halb
leer geräumt, dann kamen sie – unsere geliebten Sterne. Das 24. Mal
Stern Meißen und immer wieder diese Gänsehaut, wenn die „wilden Alten –
oder die alten Wilden – wie man will“ in ihre Instrumente hauen.
Natürlich fehlt auch hier immer Reinhard Fisslers Stimme und sie wird
auch nicht zu ersetzen sein. Aber die Mischung der Titel und die Parts,
die IC Falkenberg nun übernimmt, überzeugen mich immer wieder.
Inzwischen habe ich das Gefühl, dass diese Einsicht sogar in Meißen
angekommen ist. Hier hatte es IC in den letzten Jahren ganz schön
schwer. Aber das ist vergessen und heute spielten sie alle für den
anwesenden Reinhard. Man spürte es deutlich.
Fazit: Ein toller Abend, ein begeistertes
Publikum und Kraft getankt für die nächsten Wochen. Danke ihr Lieben,
weiter so. Wir wünschen uns noch viele solcher Erlebnisse! |
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Die Stern Combo feierte am
28.06.08 ihren 44. Geburtstag standesgemäß mit einem open
air-Konzert auf der Freilichtbühne in der Elbgasse in Meißen. Da alleine
feiern bekanntlich wenig Spaß macht, luden sich die Sterne gleich eine
Schar illustrer Gäste ein. Da konnten wir natürlich auch nicht daheim
bleiben. Wir freuten uns so sehr auf diesen Abend, dass wir schon
am späten Nachmittag in Meißen eintrafen. Das hatte aber durchaus seine
guten Seiten, da wir so noch den Soundcheck mitbekamen und auch noch
ausführlich mit dem symphatischen Jung-Karusseller Joe Raschke schwatzen
konnten.
Gegen 18.30 Uhr war dann der offizielle
Einlass und wir sicherten uns gleich Plätze am Bühnenrand. Die nächsten
90 Minuten nutzten wir um viele Freunde und Bekannte zu begrüßen, die
aus allen Ecken des Landes angereist waren. Stern Meißen-Manager Detlef
Seidel scheint einen persönlichen = Vertrag mit den Wettergöttern
geschlossen zu haben, denn wie bereits im vergangenen Jahr herrschte
auch diesmal wieder "Kaiserwetter". Das weite Rund der Freilichtbühne
füllte sich anfangs nur zögerlich mit Besuchern, aber zu Konzertbeginn
sah es dann schon sehr voll aus. Die Gerüchteküche brodelte schon ein
paar Tage vor dem Konzert, dass Reinhard Fissler beim Konzert zugegen
sein würde und er war = tatsächlich anwesend. Abgeschirmt lag er im
Backstagebereich neben der Bühne in seinem Bett = und verfolgte
aufmerksam das Geschehen.
Fißler, der mit seiner phantastischen
Stimme in den siebziger Jahren den Sound der Stern Combo = Meißen
unverkennbar prägte, läßt sich auch von seiner = heimtückischen
Krankheit nicht unterkriegen. Mehrmals im Laufe des Abends richtete er
warmherzige Worte an das Publikum, sagte die beteiligten Bands an und
richtete auch an alle einen Appell sich doch für den Erhalt des Dresdner
Kulturpalastes stark zu machen .Ja, "Reini" verfolgt aufmerksam was in
diesem Land passiert und die Fan's haben ihn natürlich auch nicht
vergessen. Er sang sogar ein paar Takte vom "Kampf um den Südpol". Da
stellten sich meine Nackenhaare aufrecht und G´änsehaut stellte sich
dazu auch noch ein.
Den musikalischen Reigen eröffnete die junge Freiberger Band Blizzard, =
die unbekümmert drauflos rockten und mit ihren Hardrocksound auch gut =
vom Publikum angenommen wurden. Mit Songs unter anderem von UFO und Deep
Purple sowie ihrer Spielfreude waren sie wirklich die perfekte Vorband.
Danach war es Zeit für einen Mann und seinen Konzertflügel. Holger Biege
gab sich die Ehre und spielte einige seiner schönsten Lieder. Seine
Stimme ist unverkennbar und der Mann hat seinerzeit einige der schönsten
Balladen der DDR geschrieben. Mit seinen tiefsinnigen Texten setzte er
damals Maßstäbe. Die letzten Jahre hatte ich ihn, bis auf seinen
unrühmlichen Auftritt = in der MDR-Sendung Riverboot etwas aus den Augen
verloren. Es war beileibe nicht schlecht, was Holger Biege gestern bot,
aber irgendwie = konnte er mich nicht fesseln. Meiner Meinung nach paßte
er einfach musikalisch nicht in dieses Gesamtpaket. Ungefähr eine
dreiviertel Stunde sang und spielte Biege für das = Meißner Publikum.
Nach einer kurzen Umbaupause erklang endlich das KARUSSELL-Intro, Joe =
Raschke sprach die magischen Worte "KARUSSELL ist wieder da" und los =
ging es mit einem blitzsauberen Auftritt der Band um Wolf-Rüdiger =
Raschke, die sich nach über 14 Jahren Pause im Februar beim Konzert in
Grimma wieder erfolgreich zurück meldete. Schon dort in der
Muldentalhalle hat mich KARUSSELL sofort wieder in ihren Bann gezogen
und ihr Comeback ist eines der schönsten = (Ost-)Rockereignisse der
letzten Jahre für mich. Was hatte ich diese Band die letzten Jahre
vermißt. Nun steht Oschek endlich wieder am = Gesangsmikrofon und singt
"Ehrlich will ich bleiben" und "Wie ein Fischlein unterm Eis" als würde
es nie anders gewesen. Dazu kommt mit Joe Raschke ein "junger Wilder",
der wirklich von klein auf mit Karussell-Musik aufgewachsen ist und
jetzt mit viel Herzblut auch am Musik-KARUSSELL dreht. Es ist eine reine
Freude, die lächelnden Gesichter der 6 Musiker auf der Bühne zu sehen
und zu erleben, wie sie sich auf die erfolgreiche Bandgeschichte
besinnen. "Autostop", "Schlaraffenberg" , "Der Gitarrist", "Whisky" und
die anderen Lieder sind jedes für sich ja Klassiker. Ich liebe diese
Lieder seit meiner Jugend. "Zweifel" vom Schlaraffenberg-Album war für
mich aber DER Höhepunkt beim Auftritt von KARUSSELL. KARUSSELL legte
über eine Stunde unbändige Spielfreude an den Tag und die Musiker, alle
Könner ihres Fach's hatten sich den Applaus redlich verdient.
Dann kamen die eigentlichen "Geburtstagskinder" der Stern Combo = Meißen
auf die Bühne und gaben in ihrer eigentlichen Heimatstadt = wieder eine
musikalische Geschichtsstunde in Sachen Bandgeschichte. Norbert Jäger
glänzte humorvoll mit "Der alte Mann auf der Müllkippe", MIchael Behm
sang "Gib mir was Du geben kannst" und "Die Sage". Auch Bandchef Martin
Schreier lies sich das Singen nicht nehmen. In "Der weite Weg" heißt es
ja "So ist der Mensch im Suchen und im wagen und das wird von ihm in
ferne Zeit getragen" , ich hoffe die Stern Combo trägt ihre Lieder und
Gedanken noch lange in die Zukunft. Dann kam IC Falkenberg, der Mann,
der den Kurswechsel der Stern Combo in den achtziger Jahren
symbolisiert. Damals tat ich mich schwer mit ihm und der Band um Martin
Schreier, zu hart war damals der Stilbruch und die Neuausrichtung der
Sterne von der Artrockband zur Pop(-Rockband). Gestern durfte ich mich
mal wieder eines Besseren belehren lassen, denn auch die Lieder der IC-
Ära gehören mittlerweile für mich untrennbar zurr Stern Combo Meißen. IC
rockte wieder über die Bühne und mit "Lass mich hier nicht = liegen"
sang er eines der absoluten Glanzstücke des Abends. Währenddessen lag
Reinhard Fißler, der Mann, dem dieses Lied gewidmet wurde, im
Backstagebereich in seinem Krankenbett .... Ich glaube, da hatte noch so
mancher während dieses Liedes Tränen in den Augen. Mit "Der Kampf um den
Südpol" sollte es dann langsam dem Ende entgegen gehen. Doch mit "Mein
Weg", bei dem Martin Schreier und IC Falkenberg sich den Gesang teilten,
gab es noch ein "Sahnehäubchen" obendrauf. Der Manager der Sterne,
Detlef Seidel, hat es wieder geschafft ein unvergeßliches
Geburtstagskonzert für seine Schützlinge und die Fans auf die Beine zu
stellen. Nun heißt es ein Jahr warten, dann sehen wir uns sicher zum 45.
=
Geburtstag der Stern Combo an gleicher Stelle wieder. |