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31.10.2008 - Dekadance in Gotha |
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Konzerte |
Bericht von Thomas Behlert ... vielen Dank |
DeKadance |
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Schellenringsolo und Torgau-Hotel Das zweite Konzert der Jazzmeile bescherte den Fans am Reformationstag die Dresdner Combo DEKAdance Im gut besuchten Foyer der Stadthalle Gotha zeigten acht weniger junge Leute mit Langhaarperücken, Fliegerhelm und kunstvoll geflochtenen Rastalocken, was alles zum Thema Jazz möglich ist. Gleich mit dem ersten Song bekamen Nichteingeweihte einen kulturellen Schock gratis, da die Band aus dem Sachsenland mit aller Macht Bebop, Modernjazz und noch einige Stilarten mehr spielte. Undefinierbar, aber jeder legte alles in die Improvisation. Einige Wenige nahmen diese Melodie ernst und machten sich für einen schweren Jazzabend bereit. Doch spätestens die Ankündigung: „dass zur Strafe Jazz gespielt wird, wenn jemand quatscht“, ließ einige Möchtegernintellektuellenpärchen die Flucht ergreifen. Mit der Zeit kam das Publikum dahinter, dass Funk, Soul und viel Rock`n Roll die Oberhand behielten und das ganze Getue mit dem Jazz nicht so ernst genommen werden durfte. Der Sänger, Komponist und Texter Bernd Stephan gab wirklich alles: Er blies zwischen seinen lustigen Einlagen und herrlichen Songs immer tatkräftig auf der blauen Trompete. Die Frage: „Wollt Ihr Samba?“, beantworteten die Musiker gleich selbst: „Na, da kauft euch doch eine Samba-CD“. Und doch gab es den Song „I Like Samba“. Es ging Schlag auf Schlag: Man klärt, dass die Gothaer nicht doof sind, hört zum ersten Mal ein Schellenringsolo und Hans-Jürgen, den brutalen Geiger, der die grinsenden, aber sich leider nicht vollkommen hingebenden Zuschauer mit einem „ewigen Bergmannslied“ unterhält. Beim Bergmann dreht sich alles um wilden Jazz, Staublunge, Arbeitslosigkeit und um eine wirre Geschichte mit dem Steiger, die dann in den Tod führt. Damit DEKAdance dem Anliegen der Jazzmeile immer gerecht wurde, gab es knapp zwei Stunden lang ein Feuerwerk der Musik mit Blasinstrumenten, Keyboard, Gitarre, Geige und Schlagzeug. An letzterem Instrument saß das tschechische Mädel Gabi Schubert, das sich als Schwester vom Betroffenheitslyriker Olaf Schubert ausgab und nach einer Zischlaut reichen und kaum verständlichen Ansage den Überhit „Mädgen aus Petrovich“ zum Besten gab. Die blonden Locken schlenkerten dabei im Scheinwerferlicht. Leider entpuppte sich DEKAdance nur als Vorband von Torgau-Hotel, die allerdings absagen mussten. Aber egal, alle waren an diesem Abend Verbraucher und jeder verbrauchte die Musik. Schließlich wurde noch ein gar schrecklich kreischender Betonmischer angestellt, der Hip-Hop-Song „Böse for ever“ fies gerappt und als fette Zugabe das schöne Spießerlied „My Home Is my Castle“. DEKAdance waren so gut, dass die Einladung für das nächste Jahr schon ausgesprochen sein sollte. Ungeklärt bleibt, warum kurz vor Beginn des Konzertes plötzlich ein „Ausverkauft“-Schild den Eingang schmückte, obwohl im Saal alles eher übersichtlich war. |