Sächsische Zeitung 02.11.2004

Thomas Neumann

Es war nun doch das letzte Mal

Der Komponist und Sänger Reinhard Lakomy spielt nicht mehr für Erwachsene

Es war im Jahr 1972, da wurde der Jazzpianist Reinhard Lakomy durch einen Zufall gefeierter Sänger. "Es war doch nicht das erste Mal" hieß das Lied und Lakomy hatte seine Komposition nur selbst gesungen, weil sich der eigentlich geplante Interpret zuvor vier Stunden vergeblich mühte, dem Lied Leben einzuhauchen.

Die Geschichte erzählt Lacky immer wieder gern. Seinem Publikum und den Lesern seines 2000 erschienen Buches "Es war doch nicht das letzte Mal". Natürlich erzählt er sie auch Montagabend bei seinem Auftritt in der Dresdner Komödie. Es war ein Abschiedskonzert. Lakomy, zum letzten Mal für Erwachsene auf der Bühne, will sich in Zukunft ausschließlich auf seine Kinderprogramme konzentrieren. In Dresden gab es noch einmal die alten Hits aus den Siebzigern. Mit "Heute bin ich allein" stieg Lacky ins Programm ein. Alles solo, Lakomy sang und haute in die Tasten, der Rest kam vorproduziert vom Band.

Die "Reise nach Prag", "Und ich geh in den Tag", "Autofahren", alles zum allerletzten Mal. Zwischendurch las der Mann mit dem dicht schlohweißen Haar Episoden aus seinem Buch, erzählte Witze, die leider nicht selten einen Bart hatten und manchmal vom übelsten Stammtischniveau waren. Ein bisschen Wessi - Schelte, ein wenig Amerika Kritik, eine Prise verschämter Schlüpfrigkeit. Was die Leute halt so mögen. Wie üblich an dieser Stelle Gelächter im Publikum, als der Name Chris Wallasch fiel.

Geschichten aus der guten alten Zeit. Und obwohl Lakomy auf der Bühne nur Wasser trank, schein sich ein leises Lallen in den Redefluss zu schleichen. Was gekoppelt mit der Fähigkeit, sich selbst nicht allzu sehr ernst zu nehmen, durchaus Unterhaltungswert besaß.

Zur Abwechslung holte sich Reinhard Lakomy mit Axinia Schönfeld noch eine junge Sängerin auf die Bühne. Stimmlich perfekt und jede Sekunde ein Abbild von jahrelangen Gesangsstunden und Sprecherziehung. Gute Schule, nur etwas leblos in der Ausstrahlung vielleicht. Mag auch am Kontrast zu dem alten Haudegen Lacky gelegen haben.

Am Ende gab es "So schön ist die Liebe im Wald", "Das Haus wo ich wohne", großen Beifall und stehende Ovationen. Alles zum letzten Mal. Nicht jeder wird es vermissen.