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Schlagermagazin 1981 |
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Lakomy - heute |
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Monika Erhardt |
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Reinhard Lakomy ist einer der
interessantesten Künstler im Bereich der Unterhaltungsmusik. Die Jahre, die
der Komponist als Sänger "Lacky" durch die Lande zog, haben ihn populär
gemacht. Stimme, kompositorisches Können, Textinhalte und Vortragsweise
begeisterten die Zuschauer auf seinen Konzerttourneen.
Im produktiven Gespann mit seinem Textautor Fred Gertz entstanden Lieder, die sich im Grunde nicht einordnen lassen. Es sei nur erinnert an "Heute bin ich allein", "Es war doch nicht das erste Mal", "Hätte ich gewusst", "Sie hat ein Kind", "Das Haus wo ich wohne". |
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Schlager, Chanson oder Lied sind für die Synthese Gertz / Lakomy nicht
treffend. Es ist wohl damals etwas wie eine Lakomysche Kategorie entstanden.
In einer kurzen Zeitspanne erscheinen vier Langspielplatten. Es gibt kaum
einen Titel, den man nicht immer wieder gern hört. Wer im Besitz der vierten
Scheibe ist, wird beim Titel "Das kein Reif ..." eine Entwicklungsrichtung
angedeutet finden, die eine Seite des heutigen Lakomy ausmachen: Die
Komposition größer angelegter Werke.
1977 hielt Lacky den Zeitpunkt für gekommen ( im Gegensatz zu seinen Fans ), die neue große Etappe in Angriff zu nehmen. Er ist all den Jahren hauptsächlich Komponist gewesen, Sänger war und ist er in zweiter Linie. Konzerttourneen im alten Stil wird es nicht mehr geben, weil diese Jahre eben nur eine der Stufen seiner künstlerischen Entwicklung abgrenzen. Nachdem Lacky also die Tourneefahrerei an den Nagel gehängt hatte, entstanden vorerst eine ganze Reihe von Film - und Theatermusiken. Da wären z.B. die Musik zu Heiduczecks Theaterstück "Marc Aurel oder Ein Semester Zärtlichkeit" und "Die blonde Geisha" zu nennen. 1978 erschien Lakomys fünfte LP, eine für Kinder, lange im Kopf, realisiert endlich zusammen mit Monika Erhardt, die die Texte schrieb. Es entstanden auch Bühnenmusiken für das Kindervarieté des Berliner Friedrichstadtpalastes, Musiken zu Geschichten von Clown Ferdinand. Im Palast der Republik erschien Lakomy sogar persönlich in "Lackys Zauberliedchen", einem musikalischen Märchen für Kinder von Monika Erhardt. Ebenso geben Puppentheater und Trickfilm dem experimentierfreudigen Künstler praktischen Raum für Experimente. An Gelegenheiten zum Experimentieren fehlt es also nicht. Abgesehen von den eben genannten Arbeiten schrieb er z.B. auch weiterhin Titel für Angelika Mann wie "Kutte" und "Ich denk mir manchmal", die, wenn auch nicht vordergründig, schon die Injektion einer Wandlung hatten. Lakomy ist ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten im Umgang mit elektronischer Musik. Er brachte neue Techniken und somit neue Klangfarben in sein Studio in Berlin-Blankenburg. Ganz besonderen Eindruck hinterließ bei ihm die Bekanntschaft mit Edgar Froese, dem Leiter der Gruppe "Tangerine Dream". Wohl seit Jahren gehört diese Gruppe zu den Spezialitäten der Musikfeinschmecker in der ganzen Welt. ""Tangerine Dream", in der Regel aus drei Musikern bestehend, experimentiert sehr erfolgreich mit sinfonischen Klängen, die ausschließlich elektronisch erzeugt werden. Anfang 1979 ergab sich für Lacky daraus der unmittelbare Anstoß zu eigenen Klangexperimenten. Der Erfolg war, das er sich mit den physikalischen Zusammenhängen der Tonerzeugung vertraut machte und versuchte, elektronisch den gesamten bereich der bereits bekannten Instrumente zu erschließen. Sinn der Sache ist es nun nicht, z.B. ein Bachorchester elektronisch zu intonieren, herkömmliche Klänge zu ersetzen. Doch nur das Wissen um das Zustandekommen konventioneller Klänge bilden die Voraussetzung zur Entwicklung neuartiger Klangbilder. Viele schlechte Beispiele haben leider dazu beigetragen, die elektronische Klangerzeugung in Misskredit zu bringen. Ich meine hier jene Klangerzeugung, die sich durch Unwissenheit der Erzeuger in irgendwelchen synthetischen, chaotischen und dümmlichen Geräuschen äußert. Nicht jeder, der über entsprechende Geräte verfügt ( z.B. über verschiedene Arten von Synthesizern ) ist auch gleichzeitig in der Lage, eine Musik mit Seele auf dieser Ebene zu machen. Lakomys Musik ist nach wie vor verständlich. Durch sein neues Wissen ist es ihm sogar weit besser möglich als vorher, deine Gedanken und Empfindungen musikalisch auszudrücken. Das erfordert von ihm aber nicht nur das Beherrschen einer ganzen Reihe von Instrumenten, seien es elektronische oder akustische, sondern im gleichen Maße den exakten Umgang mit komplizierten technischen Anlagen wie Mischpult und Mehrkanal - Tonbandmaschinen. Das Besondere dieser Kompositionstechnik liegt also in der Synthese von gutem handwerklichen Können sowohl als Komponist und Instrumentalist als auch als Tonmeister in einer Person. Der Umfang dieser Aufgabe, die Reinhard Lakomy in Angriff genommen hat, macht es erforderlich und verzeihlich, dass wir auf den Sänger Lacky weitestgehend verzichten müssen. Er hat zu wenig Zeit, sich in größerem Umfang der reproduzierenden Kunst zu widmen, auch wenn es sich um seine eigenen Werke handelt. Reinhard Lakomy hat sich mehr und mehr der produzierenden Seite zugewendet. Auch in Zukunft werden wir wie bisher von diesem Künstler Besonderes zu erwarten haben. |
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