Lift Platten Rezension

Neues Leben  12/1987

Wolfgang Martin

 

Es ist ein bisschen schade, das der aktuelle „Lift“ Wertungstitel „Europa“ (die Coverversion eine engagierten Liedes des ungarischen Rockers Miklos Varga mit dem deutschen Text von Werner Karma) nun nicht zur neuen LP von Werther Lohse und seinen Musikern gehört. Aber lange genug haben Gruppe und Fans schon auf die neue Scheibe warten müssen, so das weitere Verzögerungen den Erscheinungstermin gefährdet hätten.

Irgendwie geht es mir bei Lift immer so, dass das Anhören ihrer Musik in besonderen Mußestunden auch besondere Assoziationen freisetzt, Gefühle möglich macht, derer man sich nicht schämt.

Gerät dabei auch manche Melodie zu pethetisch („Stunde zum Gehen“), sind es doch vor allem die Balladen, mit denen Lift in allen Etappen ihrer Höhen und Tiefen gleichermaßen gezeichneten künstlerischen Laufbahn zu glänzen wusste. Und neuere Titel wie „Nach Hause“ – der auch der Platte den Namen gab – „Zwei eben“ oder „Tief im Blut“ heben sich da einfach aus der Masse des täglichen Pop – musikalischen Einerleis ab.

Schon früher hat Werther Lohse mit einzelnen Titeln gezeigt, was er als Komponist nun mit einer ganzen LP nachdrücklich unter Beweis stellt. Und mit seinen jungen Musiker – Kollegen hat er Leute an der Seite, die seine Ideen mittragen und entsprechend umsetzen.

Bernd Böhlich scheint mir zudem der geeignete Text – Autor, der die Philosophie des Lebens durchdringt und dazu imstande ist, für 3 – bis 4 Minuten Songs entsprechende Ausschnitte künstlerisch verdichtet auf`s Papier zu bringen.

Als vierte wesentliche Komponente steht natürlich die ausdrucksstarke Stimme von Werther Lohse, die sich mit diesen Texten hörbar indentifiziert.