Meine Hände

Thalheim

Lyrik

Komp. Barbara Thalheim / Jean Pacalet

Text: Barbara Thalheim / Leo Kettler (= Lothar Klünner)

 

Meine Hände haben schon geschlagen Menschen,

 Tiere, mich, den takt und manche Bresche,
 meine Hände haben schwer getragen,
Steine, Orden, Kinder, Körbe voller
Wäsche und bevor sie starb - die Großmama.
 

Uns sie haben Schläge abgewehrt meines Vaters, 

Staates, Lehrers und Geliebten, 
und besoffner Horden sich erwehrt,
die zusammenschlugen alle, die nicht piepten.
Deutschland über alles in der Welt.
 

Meine Hände haben unterschrieben, 

ungelesen die Verträge der Macht, 
haben aufgeschrieben, was sie lieben, 
mit zartrosaroter Tinte manche Nacht: Freudenlieder,
Klagen, Droh´n und Fleh´n .
 

Meine Hände haben sich ertastet manchen Körper,

der so nah und doch so fremd,
meine Hände sind hingehastet,
wo die müden Zauberstäbe ungehemmt zwischen Schenkeln
aufersteh´n und fallen.
 

Meine Hände glitten viele Jahre über Büsche, 

Berg und Täler vieler Häute,
manchmal, wenn ich durch die Landschaft fahre,
 weiden meine Augen sich an der Beute, 
streicheln eine längst vergessne Haut.
 

Meine Hände haben schon gelogen beim Umarmen,

 Winken und Handhingeben,
haben sich vor Scham zurückgezogen, 
mussten vor Verlangen oder Schrecken beben,
haben viele Türen zugeknallt.
 

Meine Hände haben mir verschlossen grade dort den Mund , 

wo ich hätt` reden sollen,
meine Hände haben nie geschossen,
 haben nie gestohlen,
meine Hände wollen etwas schaffen,
doch sie wissen oft nicht wie.
 

Meine Hände, meistens sind sie flink,

doch sie suchen auch die Ruhe andrer Hände,
meine Hände dulden keinen Ring. 
Meine Hände wollen geben 
und sie wolln am Ende da dein Fingers
nackt sich um den meinen schlingt.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.