Menschenmeer

R.Fissler

Lyrik

 

Komp. Andreas Ernstberger

 

Text: Andreas Ernstberger

Es schreit die Lüge

das die Wolken weinen.
Eine alte Frau faltet müde ihre Hände vor `s Gesicht.
Und im Schein einer Kerze,
diesem zärtlichen Licht
lieben sich ein Jüdin und ein Christ.
 

Die Vernunft -

die ist schon lange tot.
Liegt im Lande der Ideale,
keiner trug sie leis zu Grabe,
und besuchen kommt sie nur der Mond.
 

Es liegt ein schwarzes Schiff im Hafen

der tausend Gefühle,
und es wartet auf seine Munition.
Es lacht der Steuermann trunken,
ja - trunken vom Hohn.
Und er wartet auf seinen Kapitän
namens Prostitution.
 

Die Vernunft -

die ist schon lange tot.
Liegt im Lande der Ideale,
keiner trug sie leis zu Grabe,
und besuchen kommt sie nur der Mond.
 

Die Kinder, die Kinder

dieser gottverlassenen Welt
küsst schon lange keiner mehr,
geküsst wird nur das Geld.
 

Die Kinder, die Kinder

dieser gottverlassenen Welt
küsst schon lange keiner mehr,
geküsst wird nur das Geld.
 

Irgendwo im Menschenmeer

schwimmt schon halb erschlagen die Liebe.
Es tanzt der Wahnsinn seinen letzten Walzer
nur auf einem Bein.
Die Sonne hat ihn dabei gesehen,
holt schnell noch ihre Kinder heim.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.