Morgen und Abend, weiblich besehen

Thalheim

Lyrik

Komp. Jürgen Ecke / Barbara Thalheim

Text: Fritz-Jochen Kopka

 

Der Lichtschein durch die offne Tür,

die Schritte wie ein Offizier.
Der Mann, der seinen Ausweis sucht,
das Kind das seinen Rock verflucht.
Der Müll wird lärmend abgeholt,
das Ohr vom Radio verkohlt.
Die Stadt erwacht, auch hier am Rand,
man greift und zerrt an meiner Hand.
Das ewig Gleiche ist mir leid,
ich lieg in der Vergangenheit.
Vom Gestern komm ich nicht ins Heut,
wann zeigt sich meine eig` ne  Zeit.
 

Ich will allein sein,

nicht setzen den Fuß
nur auf betretenen Stein.
Keinen Horizont sehn,
ich will woanders hingehn.
 

Die Stadt liegt still, wer lärmt bin ich.

Im Türschloss dreht der Schlüssel sich.
Ich trete ein, ich bin zu Haus,
dann ist mein Leben doch nicht aus.
Nicht abgewaschen, Weißwein, Post,
an einem Rohr mehrt sich der Rost.
Das große Kind schimpft laut im Schlaf,
die Hefte die es niederwarf.
Ich eß, ich wasch die Masken ab.
Das kleine Kind wird noch mal wach.
Es lächelt mich zufrieden an,
ich finde den gewohnten Mann.
 

Wie kann man frei sein

ohne den Schlaf der meinen,
schlaf ich nicht ein.
Wieder im selben Haus stehn,
wo soll man denn sonst hingehn ?

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.