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Text: Wolfram Bodag |
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| Im Zimmer weht kein einziges
Lüftchen, |
| die Nase schnuppert Formalin. |
| Ich lieg in einem Bett geknebelt, |
| und ich weiß nicht wo ich bin. |
| Leise surren Apparate, |
| Schläuche füllen Flüssigkeit in
mich rein, |
| und ihr Pulsieren reizt mich bis
zur Übelkeit. |
| Von draußen klingt kein
Laut ins Zimmer, |
| die Fensterflügel sind verschweißt. |
| An der Wand klebt `n Topf mit
Blumen, |
| von Van Gogh - oder wie der heißt. |
| Hier kommt der Mann mit
seinem weißen Kittel, |
| hier kommt der Mann in seiner
weißen Haut. |
| Hier kommt der Man, ein stilles
weißes Wesen, |
| hat sich vor meinem Bette
aufgebaut. |
| Er schiebt recht eifrig
neue Nadeln |
| und Plasteschläuche in mich rein. |
| Und sagt als ob ich nichts
verstünde, |
| das arme Schwein. |
| Er blickt mir leuchtend in
die Augen |
| und klebt mir Drähte an die Stirn. |
| Es zirpt und surrt mir in den
Ohren, |
| als hätt` ich Grillen im Gehirn. |
| Hier kommt die Frau mit
ihrem weißen Häubchen, |
| hier kommt die Frau mit ihrer
weißen Haut. |
| Hier kommt die Frau, ein stilles
weißes Wesen |
| und hat den Mann so seltsam
angeschaut. |
| Man rollt mich langsam aus
dem Raum heraus |
| in gedämpftes Neonlicht. |
| Durch einen langen weißen Tunnel, |
| wohin es rollt - man sagt es mir
nicht. |
| Der harte Knall von
Stöckelschuhen, |
| nagelt Schmerz und Angst in mir
fest. |
| Treibt mich in ein neues
weißgekacheltes Gemach |
| das auf nichts Bessres hoffen läßt. |
| Hier kommt der Mann mit
seinem weißen Maske, |
| hier kommt der Mann in seiner
weißen Haut. |
| Hier kommt der Man, ein stilles
weißes Wesen, |
| hat sich vor meinem Bette
aufgebaut. |
| Hier kommt der Mann mit seinem
weißen Maske, |
| Da steht die Frau - so weiß und
halogen, |
| da steht die Frau und beugt sich zu
mir nieder, |
| doch ich kann sie nicht verstehn. |
| Ich kann sie nicht mehr verstehn. |
| Ich kann sie nicht mehr verstehn. |
| Was genau mit mir passiert
ist |
| kann ich jetzt noch nicht verstehn. |
| Was mich hier im Bett gefangen
hält, |
| werd ich dann schon sehn ... |