Oh, Mutter

A.Schmidt

Lyrik

Komp. Lutz Gerlach

 Text: Ed Stuhler

 

Du hast es natürlich gut gemeint,

du glaubtest, Verbote können nur nützen,
wir mussten stets pünktlich zu Hause sein,
du wolltest uns vor den Versuchungen schützen.
Du hieltest uns im Elfenbeinturm,
du hieltest uns fern vor den Schmuddelkindern,
wir sollten im Sommer nicht barfuss gehn
und hinter dem Ofen sitzen im Winter.
 

Oh, Mutter, du hast uns in Liebe umarmt,

oh, Mutter, du wolltest uns bewahren
vor der harten, der rauen, der schrecklichen Welt,
vor wirklichen und vor erdachten Gefahren.
 

Du wusstest, was gut für uns ist und was nicht,

du hast uns am Sonntag nett angezogen,
wir liefen in Reih, und wir liefen im Glied,
wenn`s nötig schien, hast du uns auch belogen.
Wir wissen von dir, wie`s  woanders aussieht,
du hast uns so einige Märchen erzählt,
du hast uns gelehrt, was man wo sagt und wann,
und was man lieber für sich behält.
 

Oh, Mutter ...

 

Du hast nur die eine Art Liebe gekannt,

du hast uns die Freuden der Sinne verteufelt,
das spricht man nicht aus, und da fasst man nicht an,
damit kämpfen wir noch heute verzweifelt.
Du hast uns gewarnt vor den süßeren Früchten,
du hast uns gewarnt vor verbotenen Blicken,
du wolltest uns blind, und du wolltest uns ganz,
man konnte in deiner Umarmung ersticken.
 

Oh, Mutter ...

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.