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Melodie & Rhythmus 1/2004 |
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Play it again, PANKOW |
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Rück- und Ausblicke der Rockband nach der Frühjahrstour 2004 |
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Clemens Späth |
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Nach 5 Jahren vollständiger Bühnenabstinenz, oder - um beim letzten Albumtitel der Rand zu bleiben - nach einer Zeit „Am Rande vom Wahnsinn" hatte sich Pankow, die wohl legendärste Rockband des Ostens, Anfang diesen Jahres zu einer Konzerttour zusammengefunden, die sie - klar - durch die neuen Kindesländer führte. Die nicht selten mit großer Begeisterung verbundene Aufnahme durch das Publikum war, so Stimmen aus der Band, nicht unbedingt zu erwarten gewesen. So zeigte sich Andre Herzberg „überrascht, dass die Leute so euphorisch reagiert haben", gleichwohl man vor fünf Jahren nicht schlechter gewesen sei als heute. Aber, ergänzt der Sänger- und das erklärt vielleicht auch, warum die Band nun doch noch einmal zusammenfand- es sei wie „eine Droge, von der du nicht willst, dass sie aufhört". Damals, 1998/99, als sich die Band (wieder einmal) „endgültig“ trennte, hatte sie gerade ein Brecht-Programm auf die Bühne gebracht, das mit dem Titel „Kille, kille Bertolt" an die Anfänge der Band erinnerte (erstes veröffentlichtes Album: „Kille, kille Pankow").,,Kille, kille" war dann aber auch das -unfreiwillige- Motto für das erneute Ende der Band, die sich erst 1996 wieder zusammengefunden und mit der CD „Am Rande vom Wahnsinn“ eine passable Produktion herausgebracht hatte. Im medialen Wirrwarr blieben die Reunion von Pankow und insbesondere die neue CD jedoch nahezu unbemerkt. Da nützte es auch nichts, von diversen (west)medien die„Stones des Ostens" genannt zu werden. Auf die Frage, was den Musikern heute die - zuweilen noch immer zitierte -Apostrophierung als „ostdeutsche Stones" bedeutet, ob es wenigstens ein kompensatorische, Lächeln hervorruft, wenn ostdeutsche Journalisten zur Ehrenrettung der Band schreiben, das City und den Puhdys dieser - von unkundigen Westkollegen verliehene Titel - der Gerechtigkeit halber nicht zustehe, fällt die Antwort wortkarg aus, obwohl doch gerade Andre Herzberg und Gitarrist Jungen Ehle zeitweise das Etikett Mick Jagger und Keith Richards der Ostzone übergeklebt bekamen. Herzberg verweist lediglich darauf, dass die Wurzeln von Pakow in „Ostdeutschland/DDR" liegen würden. Die „Schubladen, also auch der Vergleich mit den Stones seien „nur eine Krücke. Ich glaube, es geht vor allen Dingen um Identität", so Herzberg, „Erinnerung, Selbstbewusstsein und ein paar schöne Songs. Letztere gibt es, der Tour sei Dank, nun endlich komplett auf CD. BMG/Amiga hat alle zu DDR-Zeiten erschienenen Platten in einer informativen CD-Box ( Booklet mit einem Text von Christoph Dieckmann, Nachdruck Pankow-Nekrologs aus dem Rolling Stones Magazin) herausgebracht. Alle Fans dürfte es freuen, dass – wie die Musiker verraten - zusätzlich von den ausverkauften Konzerten im BKA-Luftschloss in Berlin in Form einer CD und einer DVD Live-Mitschnitte im Herbst auf den Markt kommen werden. Überdies ist im Fahrplan des „Sonderzugs aus Pankow“ – im Widerspruch zum angeblich erneut aufgesuchten Abstellgleis - vorerst doch noch einmal „Das Zauberwort"„Rock'n'Roll im Stadtpark" vorgesehen, und zwar am 21.Juni '04. Da spielt Pankow nach alter Tradition ein Sommersonnenwenden-Konzert auf der Freilichtbühne Berlin-Weißensee. Auch wenn danach die Musiker wieder ihre eigenen Wege gehen, eine - personell reduzierte - Kontinuität wird es bei Sänger Andre Herzberg geben: im Herbst diesen Jahres wird nun endlich sein neues Solo-Album „Losgelöst" erscheinen. Auf der sich daran anschließenden Tour werden ihn u.a. Stefan Dohanetz (Drums) und wenn alles gut geht - Jäcki Reznicek (Bass) begleiten. Letzterer ist mittlerweile als Dozent an der Musikhochschule Dresden tätig und tourt derzeit mit den alten Silly-Kollegen im sogenannten „Bataillon d' Amour"-Projekt durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Stefan Doharjetz betätigt sich derweil u. a. als Mentor der Musikschule „Tonart" in der Kulturbrauerei Berlin, in einem Trommelprojekt („Drums 4 you") und hat die musikalische Leitung über das sozial engagierte Schülerprojekt „Bando", welches 16 Fasstrommler vereint, die nach Einsätzen beim Karneval der Kulturen und der Leipziger Olympiawerbung als nächstes in der Columbiahalle Berlin beim Bandausscheid „Emergenza" antreten werden (05.Juni '04). Gitarrist Jürgen Ehle arbeitet mit seiner Lebensgefährtin Scarlett'0 an diversen Liederprogrammen, u. a den Heymann-Zvklus„Das gibt's nur einmal", ,,Männerlieder-Ein Junge weint nicht“ und „Zum Beispiel Nilpferde". Für die im vergangenen Jahr erschienene CD „Fast mit Neid" erhielten sie den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Kulle Dziuk (Piano) ist nicht minder produktiv, mittlerweile für das Hans-Otto-Theater Potsdam tätig, schreibt er diverse Songs, Film- und Theatermusiken. |
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