Panoptikum

Panoptikum

Karat

Lyrik

 

Komp. Ulrich Swillms

 

Text: Norbert Kaiser

 

Hier tragen alle eine Maske.

In ihren Adern stockt das Blut.
Und alle Fenster sind vernagelt.
Hier weht kein Wind und keine Flut.
Hier gibt es weiße Elefanten
und rotlackierte Papagein.
 
  Hier tragen alle eine Maske, 
und keiner fängt hier an zu schrein.
Hier pokern glattrasierte Edelratten
 um eine blonde Frau aus Wachs.
Hier haben alle einen leichten Schatten
und in der Birne einen Knacks.
 

Ich bin der Führer vom Panoptikum. 

Kommt nur herein und schaut euch um.
Es kostet nichts, der Eintritt ist frei. 
Für jeden ist ein Platz dabei.
 
  Ich bin der Führer vom Panoptikum,
 und alles hört auf den Befehl:
Zuerst nach rechts, dann gradaus. 
Fühlt euch nur wohl in meinem Haus.
 

Hier mischt ein Kaiser falsche Karten, 

und Nero schüttet Gift in Wein.
Hier trägt man Orden und Standarten
 zu Marschmusik und Fackelschein.
 

Schon viele steigen zu mir runter

in meinen dunklem Kellerschacht.
Hier tanzen alle frisch und munter,
 hier klopfen wir den Tag zur Nacht.
Hier lesen Pinguine schwarze Messen 
und waschen ihre Westen aus.
 
  Hier kannst du deine Traurigkeit vergessen
 in meinem Superirrenhaus.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.