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1980 beschlossen einigen Magdeburger
Musikanten, Eitelkeit und sonstige Komplexe abzulegen und auf der
Bühne das zu tun, wovon so mancher Musiker träumt: zu blödeln. Die
Lust von Lutz, mal eine andere Farbe in die durch viele große Werke
geprägte Rocklandschaft zu bringen, war Stein des Anstoßes.
Aus den urkomischsten Sehnsüchten jedes
einzelnen entwickelten sie ihre Show, würzten das ganze mit Reggae
Musik, da diese mit ihrem prägnanten Rhythmus als besonders fröhlich
empfunden wird – und folgten damit zudem einen internationalen Trend.
Inzwischen wechselten die Musikanten –
und so blieb die Band von neuen musikalischen Einflüssen nicht
verschont. Doch ihr Grundkonzept blieb erhalten: Lockerheit und
Fröhlichkeit zu verbreiten. Dennoch fällt auf: Die Songs sind
anspruchsvoller geworden, Blödelei allein macht´s halt nicht. Lutz
Winkler: „Bei Raggae Play hat schon immer die Musik eine große Rolle
gespielt. Doch während sie anfangs Mittel war, den Humor an den Mann
zu bringen, ist es jetzt umgekehrt. Wir nutzen die Gags, damit der
Funke übersprint. Schaffen damit die Voraussetzung, dass ein Konzert
zum musikalischen Erlebnis wird. Die Fans akzeptieren leider nicht
alle diesen Wandel.“
Der Raggae bleibt weiterhin bestimmend,
doch gegenüber neuen Tendenzen zeigt sich die Band sehr
aufgeschlossen. So kann sich auch ein Mann wie Reinhard Fißler (früher
Sänger bei Stern Meißen) bei Raggae Play verwirklichen.
„Die Jungs haben mir Zeit und Spielraum
gelassen, hier meinen Platz zu finden. Lutz ist zwar Motor, kehrt aber
nie den großen Chef heraus. Wir sind reif, im Kollekitv zu leben,
sagen uns gegenseitig die Meinung, können zuhören. Soviel
Kollegialität in einer Band muß man erst finden.“ |