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Zumindest errangierten sie damals einen, wenn auch außermusikalischen
Teilerfolg: Die Jungen verschwanden in Richtung Tresen, die Mädchen
blieben.
Im
Oktober 1980 ernteten sie in Fachkreisen Lob, nämlich zur Suhler
Werkstattwoche Jugendtanzmusik. Der Rundfunk zeichnete im Weimaer
Kasseturm ein Konzert auf, Musikredakteure griffen zu und sendeten
eifrig, zum Beispiel den Nikolaus – Reggae „Stiefel aus“.
Wirkung: REGGAE PLAY gewann zusehends Mitspieler aus dem Publikum,
auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn gelegentlich zerteilen Winkler
& Co. zerbeulte Blechschüsseln und Kochtöpfe ans schlagkräftige
Auditorium, lassen sich zunächst begleiten, um dann die wohlverdiente
Pause anzutreten. Manch ein Aushilfstrommler soll die vorübergehende
Abwesenheit der meister gar nicht registriert haben.
Alle
reden über Kommunikation, REAGGAE PLAY macht sie – könnte ich
sloganhaft formulieren. Und in der Tat: So ein heiter –
aufgeschlossenes Tanz – und Hörpublikum wie weiland im Görlitzer
Rockzentrum „Zwei Linden“ kam mir lange nicht mehr zu Gesicht.
Verkleidungen und Schminke, ein vom Fasching bewahrtes Relikt, betonen
das Clowneske der Aktion, verhelfen – das bekennen die Jünger des
rhythmischen Nachschlags freimütig – zu mehr Selbstbewusstsein und
damit Souveränität in der Handhabung spielerischer Mittel.
Beim Schreiben dieses Beitrages begann REGGAE PLAY den Umbruchversuch
vom Amateur –zum Profistatus, fast alle studieren. Weder ein
Fördervertrag noch ein Mentor beflügelten bisher die Arbeit, das
Magdeburger Bezirkskabinett für Kulturarbeit will sich diesen Fragen
allerdings widmen. |