Rest der Nacht

Thalheim

Lyrik

Komp. Barbara Thalheim / Erik Kross

Text: Fritz-Jochen Kopka

 

Ich hatte eine bunte Papiertüte aus Amerika

Die war mit einer poppigen Phantasielandschaft bemalt
Da steckten ein paar werdende Lieder drin
und alles mögliche Zeug in Dosen und Flächchen,
 das gut riecht
Ich bin aus dem Haus gegangen, und ich wollte was erreichen
Ich wollte jemanden für meine Lieder gewinnen
Ich wollte alle begeistern, auch mich
Ich wollte das alle irgendwie irre wohnen
Und das jeder jedem ungeheuer viel bedeutet
Ich wollte, das jeder Mensch sagenhaft originell ist
Und, wenn’s geht, nicht origineller als ich
Ich wollte meine große Liebe finden
Oder besser: Meine große Liebe sollte mich finden
Ich bin den ganzen Tag gerannt
Ich habe mein ganz blödes Geld den Taxis geschenkt
Ich war an Türen, in Zimmern und überall
Und ich habe gar nichts erreicht, nur geraucht habe ich
und jetzt bin ich hier
 

Wollen wir den Rest der Nacht zu zweit verbringen

bringen wir noch irgendwas zum Klingen
Klingen unsre Hände nicht nach Eintracht
Zwei sind mehr als tausend in der Nacht
Ich weiß nicht, ob wir uns bedingen
Ich überlege nicht mehr, was ich sag
Wollen wir den Rest der Nacht zu zweit verbringen
Und morgen ist ein neuer Tag
 

Du bist keine große Liebe, nein

Und ich bin auch nur zehn Prozent meiner Ideen

Du bist kein Genie aber langweilig bist du nicht
Du bist interessant wie der Kasper meiner Kindheit
Überhaupt siehst du ein bisschen komisch aus
und wolltest immer lieber Cowboy sein
 

Ich hab die Nacht immer gemocht, aber nicht allein

Die Dunkelheit hat mich geschützt und Wunden geheilt
Ich war am mächtigsten allein
Und plötzlich will ich gar nicht mehr mächtig sein
Die bunte Tüte ist nun ganz zerrissen
Wie hässlich ist das Bunte, wenn’s befleckt wird
Irgendwie kommt nach jeder euphorischen Phase der Moment
Da möchte man alles wegschmeißen
Man will so leben wie in dieser Phantasielandschaft
Man wünscht sich alles sollte leicht und erfolgreich sein
Alles sollte ohne Tiefe und ohne Niederlage sein
Und jetzt bin ich hier
 

Wollen wir den Rest der Nacht zu zweit verbringen

bringen wir noch irgendwas zum Klingen
Klingen unsre Hände nicht nach Eintracht
Zwei sind mehr als tausend in der Nacht
Ich weiß nicht, ob wir uns bedingen
Ich überlege nicht mehr, was ich sag
Wollen wir den Rest der Nacht zu zweit verbringen
Und morgen ist ein neuer Tag

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.