| Heiße
Rhythmen, Herzen, die für den Frieden und die Solidarität schlagen Aktionen
in allen Etagen des Palastes der Republik. Über 50 Gruppen unterstützen
Programm der Sowjetunion für Schaffung einer Welt ohne Kernwaffen bis zum
Jahr 2000 - Premiere neuer Konzerte von Rockhaus und der Blankenfelder
Boogie Band - Turbulenter Auftritt der Ersten Komischen
Interessengemeinschaft - Und heute Abend im Großen Saal entscheidet sich:
Welcher DDR-Titel wird Hit des Jahres '86? Wer wird die Band und wer die
interessanteste neue Band des Jahres? Erneuter Auftritt der Gitarreros.
„ Künstler gegen Apartheid" — ein Konzert für
Südafrika im Großen Saal mit Rockmusikern, Jazzern, Liedermachern und
internationalen Gästen
Im Foyer stieg die Stimmung von Konzert zu
Konzert. JonathanBlues, Rockhaus, Amor & die Kids begeisterten ihre Fans.
Rock 'n' Roll der frühen Jahre mit der sehr heutigen Blankenfelder Baogie
Band brachte in Schwung.
Ein Anruf aus New York:
Hallo, hier ist Little Steven! Ich spreche
aus New York. Ich
bin sehr froh
zu hören, wie ihr
in der DDR den
Kampf gegen die Apartheid führt. Auch viele in den USA tun ihr Möglichstes
in diesem Kampf. Mut macht uns zu wissen, daß wir Teil eines weltweiten
Protestes
sind - er muß so lange
fortgeführt werden, bis Südafrika frei ist. Deshalb müssen wir stärker
gemeinsam kämpfen. Ich hoffe, daß ich bald direkt vor euch sprechen kann,
denn wir müssen unsere Beziehungen enger gestalten. Ich hoffe auch, daß wir
alle in diesem Jahr mehr erreichen werden, daß Südafrika endlich frei wird.
Solidarität!
Der amerikanische Musiker Little Steven ist
Begründer der Anti-Apartheid-Initiative „Sun City“.
Zur Aktion Friedensfest gehörte neben
Auktion, Solimarkt, Plakat- und Plattenverkauf auch eine Gesprächsrunde mit
Dr. Reebee Garofalo (USA), Mitbegründer von „Sun City" über die Rolle der
Rockmusik im Kampf für den Frieden.Der Latin-Quarter-Song „Radio Afrika"
erklang im Konzert „Künstler gegen Apartheid"
Unsere Lieder sind politisch -
JW-Gespräch mit Latin Quarter aus Großbritannien
Manche Rockkritiker in eurem
Land sagen euch und eurem ersten
Album „Modern Times“ nach, daß eure Lieder zu direkt, zu politisch
wären... Wie seht ihr das?
Diese „Kritik" trifft sicher nicht nur auf
uns zu. Die Rockmusik in England ist in den letzten zwei Jahren zunehmend
politischer geworden. Es begann Ende der 70er mit „Rock Against Racism",
heute haben sich eine Menge Musiker in der Bewegung „Red Wedge" („Roter
Keil") zusammengetan. Wir traten zum Beispiel in Konzerten gegen Apartheid,
gegen Atomwaffen, für Chile, für Nikaragua auf. Gemeinsam mit Musikern wie
Sting, Billy Bragg, Elvis Costello. Was uns betrifft, ist die eine Seite,
daß wir Songs darüber schreiben, wie die Welt aussieht, wie wir sie sehen.
Die andere, daß es in der Welt verschiedene Arten von Macht und Besitztum
gibt. Für einen Großteil der Leute in Großbritannien bedeutet das
Arbeitslosigkeit, Sozialabbau, Rassismus. So ergeben sich unsere Songs aus
verschiedenen Situationen, Erlebnissen, aber sie haben ein Thema - die
Ungleichheit, die Unterdrückung, ob wir nun
von
England, den USA oder Südafrika singen.
Synthi-Pop,
Soul, Funk, Reggae — die vielen Beschreibungen eurer Musik verwirren
zunächst... doch stimmen sie?
Wir meinen, daß die Verschiedenartigkeit
unserer Texte auch einen jeweils entsprechenden musikalischen Ausdruck
benötigt.
Ihr gehört inzwischen zu den gefragtesten
Bands, seid in mehreren Ländern auf Tournee gewesen. Wie wichtig ist euch
der Erfolg, schließt er Kompromisse ein?
Es ist schon ein Kompromiß für uns, wenn
eine große Plattenfirma uns als Popgruppe, als Markenprodukt verkaufen will.
Soweit gehen wir mit, weil wir den Erfolg natürlich auch brauchen, um an
mehr Leute heranzukommen — aber nur mit dem, was wir wirklich meinen.
Ihr seid zum ersten Mal in der DDR, bei
Rock für den Frieden '87. Was bedeutet euch die Teilnahme an diesem
Festival?
Es ist wirklich großartig für uns, in diesen
Teil der Welt zu kommen und bei so einer Aktion von Rockmusikern
mitzumachen. |