Schade

Renft

Lyrik

Komp. Christian Kunert

Text: Christian Kunert

  Was nützen mir Freunde,
deren Lieder mir teuer sind,
wenn sie mich stehlassen
in bitterer Blöße.
 

Was nützen sie mir,

wenn sie mein Feuer erdrücken
mit den eiskalten Blicken
ihrer unerreichbaren Größe.
 

Ich will ihnen Freund sein,

doch ohne Gebete,
und mich nicht verneigen
bis ich vor mir selber erröte.
Und mich nicht verneigen
bis ich vor mir selber erröte.
 

Was sollen wir die

in den Himmel singen,
die wir hier auf Erden so
hier dringend brauchen.
 

Denn was uns bleibt

wär gerade zu wenig
um sich zu freun,
und das ist so schade.
 

Es schuldet der Redner des Volkes

mir doch später, hinter den Kulissen,
den Beweis für Ehrlichkeit seiner Worte,
und das will ich wissen.
 

Denn was nützen mir große ätze,

die im Kopf verwahrt, der Gerechte,
wenn ihres Geistes Vater
sich gern übers Volk erheben möchte.
 

Denn was dann bleibt ...

 

Den Glauben, den kann mir keiner rauben,

an große Tote und ihre Sachen,
da will ich doch lieber
den Biographen machen,
die postum sie mir zu Freunden machen.
 

Ich will grad den Helden

und nicht seinen Hochmut,
ich brauch ja den Kampf
statt ewiger Götter.
Zu oft ist die reißende Meeresflut
des erstickenden Fisches Retter.
 

Denn was uns bleibt

reicht gerade nicht aus
um stark zu sein,
und das ist so schade.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.