Scheselong Presse 1986

Melodie & Rhythmus 7/1986

   
 

Scheselong

 

Antje Klages

... mit neuem Konzertprogramm im Berliner Haus der Jungen Talente. Jedoch: Zunächst wurde erst einmal abgesagt. Den Transporter - LKW hatte es auf winterlicher Autobahn „entschärft" bzw. über die Böschung verschlagen. Zum Glück blieb alles heil: Knochen, Instrumente und die Lichtanlage, die teure.

So fand das Konzert doch noch statt, halt zwei Wochen später. Die Warterei hatte sich gelohnt: War SCHESELONG früher sympathisch durch eine originelle Art, ihr Anliegen zu „verkaufen", durch die Nutzung theatralischer und kabarettistischer Mittel, dann macht es jetzt die Musik. Sie ist voller und virtuoser geworden, stimmiger - professioneller, kurz gesagt.

Zu den Musikanten um Michael Kranz (g, voc) gesellte sich Uwe „Brazel" Heinz mit seinem Saxophon. Er spielte damit zuvor u. a. bei der Modern Spul Band und bei Blamu als Gast. Die jazzige Note gibt der ganzen Sache Pep und bereichert sie. Durch Hinzunahme eines Keyboards („Brazel" und Dirk Münster, Ig, voc) erweitern sich die klanglichen Möglichkeiten natürlich ebenfalls.

Die Musik kommt rockiger und somit dem musikalischen Geschmack des jugendlichen Publikums entgegen. Da haben sich die SCHESELONG `s ganz schön gerappelt. Gekonnt auch jene Lichtshow, die da über die Bühne zieht: Ein kleines Spektakel für sich (Lichttechnik übrigens immer noch Wolfgang Rösler). Sie passt sich gut in den dramaturgischen Aufbau des Konzertes ein, setzt Akzente. Sind die musikalischen Ideen zum Teil interessant, so haben leider manche Texte neuerer Titel etwas an Brisanz verloren: Liebe zwischen dir und mir und Liebe zwischen Katz und Kater und überhaupt. Schade auch, das die spezifischen darstellerischen Fähigkeiten des Sängers, Klaus Schäfer, im Konzert nicht mehr für die Band genutzt werden. Seine Stimme ist nach wie vor ausdrucksstark, auch fügt er sich schon gut in seine neue Rolle als Conferencier, aber Schäfer ist eben nicht der (typische?) Rockgruppen­ Frontmann, wie ihn die aktuelle SCHESELONG -Konzertvariante braucht.

So hat das Programm denn einerseits an Qualität gewonnen und gleichzeitig ein bisschen verloren. Wie das so ist … Derzeit tourt SCHESELONG quer durchs Land, nachdem sie Anfang Mai in der VR Polen vor Warschauer und Sopoter Publikum spielte und im April zwei Titel („Stinknormal", „Der Hut";: beide SCHESELONG) im hiesigen Rundfunk produzierte.

 Ein Projekt für den Herbst/Winter ist noch im Gespräch: In veränderter Fortführung und mit den Erfahrungen vom Vorjahr soll es in den Magdeburger Kreisen wieder Big-Band-Konzerte für Schüler geben, die SCHESELONG gemeinsam mit

dem Tanz- und Unterhaltungsorchester Magdeburg (Leitung: Kurt Dachwitz) durchführt. Dabei geht es darum, den Jugendlichen (8.-10. Klasse) verschiedene Musikformen vorzustellen und anzubieten, Aufgeschlossenheit zu entwickeln.