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Katrin Lindner - Presse März 2010 |
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Aufgetaucht aus tiefer Seele |
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Susanne Schulz |
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Mit dem Album "Nichts bleibt" meldet sich Katrin Lindner als Sängerin zurück. Virtuos wirken Pianist André Gensicke und Cellist Sonny Thet mit. |
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Ich bin immer in der Spur |
| und ich weiß nicht mehr wofür |
| Ich seh alles nur noch grau |
| Woher nehme ich den Sinn |
| all die Tage ziehn dahin |
| Und im Magen ist mir flau |
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Eine in ihren Bann ziehende Stimme singt
diese Zeilen. Weniger eine Klage ist das als vielmehr eine eindringliche
Bestandsaufnahme, da klingt Kraft mit, erst recht gebündelt vom Cello, das
sich aufschwingt, gegen hält und ahnen lässt: So bleibt es nicht, es ist
zeit sich aufzulehnen gegen das scheinbar ausweglose In-der-Spur-Sein. "Tauch wieder auf, werd wieder wach, denn jetzt dreht sich`s um mich", heißt es in der Tat in einem weiteren Lied, dem Titelsong der neuen CD "Nichts bleibt", mit der sich Katrin Lindner nach 15 Jahren als Sängerin zurückmeldet. "Das ist mein Leben", bestätigt die 62-Jährige. Sie hat eine Tür wieder aufgestoßen, hat etwas wieder gefunden, "wo ich mich hundertprozentig einbringen kann". Seit langem hatte sie sich ganz ihrem Farmland Hotel in Quadenschönfeld (Mecklenburg-Strelitz) gewidmet, das mit seinem Studio - und Probenraum oft auch Musiker beherbergt, und sich erst seit einigen Jahren wieder der Malerei zugewandt, die noch vor der Musik ihre Passion gewesen war. Beides fließt nun zusammen: Zu eigenen Gemälden hat Katrin Lindner die Texte ihrer neuen CD geschrieben, in deren Booklet die Arbeiten auch abgebildet werden sollen; ebenso als Projektion bei künftigen Auftritten. Zudem soll ein Buch entstehen, mit etwa 30 Bildern, den zugehörigen Liedtexten, Geschichten aus dem Leben der Sängerin sowie der beigelegten CD. Gerade werden in Quadenschönfeld die Aufnahmen vollendet, mit einem vertrauten Partner: André Gensicke wirkt als Pianist und Produzent und hat überdies einen weiteren Virtuosen mitgebracht: Das Cello spielt Sonny Thet, bekannt vor allem durch die großen Zeiten der Gruppe "Bayon". Wieder begegnet sind die beiden Musiker einander bei gemeinsamen Auftritten von Dirk Zöllners Band und den Söhnen Mannheims, die in das Projekt "Zöllner & Söhne" sowie das "Ensemble Uferlos" mündeten. Gearbeitet hat der gebürtige Kambodschaner auch schon mit Malern, Tänzern, Schauspielern. "Das Herz muss mitsprechen, wenn ich ein Projekt annehme", sagt er, "man sucht seinesgleichen". Mit André Gensicke und Katrin Lindner fühlt er sich "menschlich und mental auf einem Level", die Einschätzung der Aufnahmen fällt meist übereinstimmend aus. Auch die Sängerin genießt die Studiotage, während derer die Beteiligten unter einem dach wohnen: "Das ist eine ganz andere Atmosphäre, als wenn Musiker stundenweise zur Arbeit kommen." Bereichernde Gespräche weiten den Horizont, vertiefen die Intensität der Songs, die sich recht einem genre beugen: Der Begriff Chanson trifft dann doch nicht den Kern, der Begriff Ballade ist schon viel zu sehr banalisiert ... Eine ganz andere Katrin Lindner jedenfalls las die einstige Rocksängerin stellt sich da vor, weckt Neugier, spiegelt in gemalten wie in getexteten Seelen-Bildern Empfindungen, die vielen vertraut sind. Auch sie selbst lässt sich beim Singen von dem, was sie schrieb, gefangen nehmen. "Es lässt nicht los - erst wenn es fertig ist", sagt sie. Und hat den richtigen Zeitpunkt erwischt, um aufzutauchen. |