Schwesterlein

Demmler

Lyrik

Komp. & Text: Kurt Demmler

 

Vati hat Gutnacht gesagt,

Mutti hat Gutnacht gesagt.
Bis es endlich wieder tagt
schlagen wir die Decke
über unsre Köpfe nieder
in den Ozean der Nacht,
wo unser U-Boot wacht.
Wo unser U-Boot wacht.
Wo unser U-Boot wacht.
 

Schwesterlein, Brüderlein,

wie schaun wir tief hinein.
 

Eine wunderweite Landschaft

bietet an uns die Bekanntschaft.
Reicht Langusten, Perlen, Früchte -
zu befrieden unsre Süchte.
Und ein Nebel hüllt uns ein,
das kann nur die Liebe sein.
Erste ist es, Zweite ist es,
Gott das ewig Weite ist es.
 

Schwesterlein, Brüderlein,

wie schaun wir tief hinein.
 

Doch schon hat uns was gestochen,

nicht Moräne und nicht Rochen.
Ehrgeiz fährt uns in die Adern,
lässt uns streiten, lässt uns hadern.
Und vergittern uns den Blick
für das warme Lebensglück.
Kämpfen ist es, streben ist es,
nur kein rechtes Leben ist es.
 

Schwesterlein, Brüderlein,

wie schaun wir tief hinein.
 

Und die ersten Boten schwimmen,

die uns trostlos traurig stimmen.
Schwanz und Flossen, schwarze Schleier,
fassungslos der Schmuck zur Feier.
Und sie räuspern sich und sagen:
nein, nicht nach dem Namen fragen.
Omi ist es, Vati ist es
und schon du selber bist es.
 

Schwesterlein, Brüderlein,

wie schaun wir tief hinein.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.