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Sommer `61 |
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A.Schmidt |
Lyrik |
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Komp. Arno Schmidt |
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Text: Ed Stuhler |
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Sommer 61, |
| da ging ich mutig los, |
| im Arm die spitze Tüte |
| und sie schien mir riesengroß. |
| Doch die andern warn viel größer, |
| darin war ich nicht geübt. |
| Da begann ich zu begreifen, |
| daß es Unterschiede gibt. |
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Irgendwo, hörte ich im Radio, |
| baun sie quer durch ein Land, |
| eine Grenze, eine Mauer, |
| doch was ging mich das an? |
| Hör die Lehrerin noch sagen, |
| daß das ein Schutzwall sei, |
| denn da drüben wärn die Bösen, |
| das sah ich natürlich ein. |
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Und ich lernte Rechnen, |
| lernte Deutsch und Religion. |
| Und man sprach, das wär fürs Leben, |
| geglaubt hab ich das schon. |
| Und die Beatles sangen: |
| Komm gib mir deine Hand, |
| doch wie sollte ich das machen, |
| damals und in diesem Land. |
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Und versuchte immer, |
| Horizonte zu erreichen, |
| Berge zu versetzen, |
| Steine zu erweichen. |
| Und versuchte immer, |
| meine Grenzen auszuloten. |
| Fiel manchmal auf die Fresse, |
| aber meistens auf die Pfoten. |
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Sommer 68, |
| es war ungewöhnlich heiß |
| und wir waren mit dem Schulchor |
| ins Chorlager gereist. |
| Auf der Nachtwanderung |
| hat der Lehrer uns leise |
| von dem Einmarsch erzählt, |
| seine Stimme war ganz heiser. |
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Vater, FDJ und Kirche |
| haben in dieser Zeit |
| meine Aufklärung betrieben: |
| Heilige Dreifaltigkeit! |
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Theoretisch war ich also |
| bestens informiert. |
| Aber praktisch hatte ich Evas Brust |
| noch nicht einmal berührt. |
| Fast den besten Freund verloren, |
| habe nicht geschnallt, |
| was mit ihm los war: |
| Er war auch in sie verknallt. |
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Und wie man mich gewarnt hat: |
| Laß dich nicht konfirmiern! |
| Kam dann trotzdem auf die Penne, |
| und später zum Studiern. |
| Und versuchte immer ... Pfoten. |
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Sommer 73, |
| in Berlin traf sich die Welt |
| und ein Spitzbart fuhr zur Hölle, |
| der hat keinem groß gefehlt. |
| Noch ein andrer starb, das war |
| weit weg im Andenland, |
| doch mit dem war ich verbunden |
| durch ein unsichtbares Band. |
| Ich weiß es noch wie heute, |
| wie entsetzt ich damals war. |
| Du bist auf der richtigen Seite, |
| dachte ich da wieder mal. |
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Und dann anderthalb Jahr Fahne, |
| Eva war die Zeit zu hart. |
| Doch ich hatte die Gitarre, |
| und die hat mir viel erspart. |
| Und die hat mir viel gegeben |
| und die hat mir viel zerstört. |
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Und die hat mir viel genommen, |
| und die hat mich auch ernährt. |
| Und noch immer sing ich Lieder, |
| Lieder zur Gitarre, |
| mancher nennt mich Weltverbessrer, |
| aber besser, als mit Knarre. |
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Und versuche immer |
| meine Grenzen auszuloten, |
| manchmal fall ich auf die Fresse, |
| aber meistens auf die Pfoten |
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Horizonte zu erreichen, |
| Berge zu versetzen, |
| Steine zu erweichen. |
|
Und versuche immer |
| meine Grenzen auszuloten, |
| manchmal fall ich auf die Fresse, |
| aber meistens auf die Pfoten |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.