Traum und Wirklichkeit ( Gott segne Amerika )

Thalheim

Lyrik

Komp. Barbara Thalheim

Text: Barbara Thalheim / Michael Wüstefeld

 
Im Fernsehen spricht kein Wicht
kein Mann mit Affengesicht
es spricht ein Mann mit einer Vision
Ghandi, Mandela, Luther King in einer Person.
Er steht vor seinem Haus dem Weißen
will der Welt keine Action verheißen
ist kein aufgeblasner Missonar
trotzdem gefeiert wie ein Hollywoodstar.
 
Der Mann spricht frei, Sätze immer die Gleichen,
einfache Worte damit sie auch jeden erreichen.
Er sagt: Wir streiten nicht um Freiheitsrechte,
nicht kämpfen sollen Knechte gegen Knechte.
Unsere Freiheit lässt die anderen frei sein,
nur für Demut gibt es einen Führerschein.
Und auf dem Platz vor dem Haus, dem weißen,
woll `n die Leute sich vor Freude zerreißen.
Ob Moslem, Christ, ob Hundi oder Ministrant,
kein bisschen Frieden, nein, sie woll `n  ihn ganz.
Und über dem Haus, dem weißen
geh`n tausend Schäfchenwolken auf Reisen.
Die sehen plötzlich aus wie weiße Tauben
schöner Kitsch, ja kaum zu glauben.
 
Und der Mann, der kein Wicht ist,
keiner mit Cowboy -und Affengesicht,
sieht zum Himmel hinauf,
lächelt gerührt: Jetzt geht alles seinen Lauf.
Er senkt den Kopf und sagt unverstellt:
Gott segne die Welt.
 
Was ich hier singe könnt ich verlachen,
nichts aber gegen Träume machen.
Es träumen Kluge gleich Idioten
noch ist zu träumen nicht verboten.
 
Und nicht verboten die Welt schön zu singen,
im Drei-Minuten-Lied sich aufzuschwingen.
Die Fernsehbilder lügen, sie sind ohne Wert,
nur unsere Bilder sind noch unversehrt.
 
Denn was wir wissen ist verstreut peripher.
Den Verstand benutzt doch kaum einer mehr
Das Denken presst sich in Containerformat
als übertreibe die Seele den Spagat.
 
Was ich hier singe wird schnell verstauben
mir aber nicht die Hoffnung rauben.
Zu wissen Wissen macht mich liebenswert
und Macht zu haben macht nicht lebenswert.
 
Früh um vier noch dunkle Nacht.
Ich schließ die Tür auf, bin voll geschafft.
Post zur Seite, Bett gemacht.
Im Fernsehen der übliche Scheiß,
fickende Aliens, schießende GI`s.
Ich zapp mich durch Wodkatrinker im Eis
durch Kanäle mit quasselnden Runden,
plaudernden Sonnenbänken gut betunchten Schweinehunden,
und plötzlich, was hab ich gefunden?
 
Im Fernsehen spricht ein Wicht,
ein Mann mit Affengesicht.
Er hebt den Kopf in die Höhe
zeigt ihn her wie eine Trophäe,
schaut besitzgreifend zum Himmel hinauf,
lächelt wissend, jetzt geht es ja seinen Lauf.
Und sagt: Krieg ist unvermeidbar.
Gott segne Amerika.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.