Uhren ohne Zeiger

Reform

Lyrik

Komp. Stephan Trepte

Text: Ingeburg Branoner

  Wo ist die Liebe hin,
hast du sie gehen sehn.
Ich kann sie nicht mehr finden,
unsre Worte belieben stumm.
Ich suche sie bei dir
und du suchst sie bei mir.
Die Liebe scheint gestorben,
wir brachten sie wohl um.
 

Wo ist die Liebe hin,

sie saß bei uns am Tisch.
Sie ging mit uns ins Bett
und machte unsre Herzen heiß.
Nur noch Schweigen sitzt am Tisch
und geht mit uns ins Bett.
Wir frieren und wir spüren,
was der Kopf noch nicht recht weiß.
 

Wir sind wie Uhren,

wie Uhren ohne Zeiger.
Wir gehn und komm` n nicht weiter,
bleiben auf der Stelle stehn.
Wir sind wie Uhren,
wie Uhren ohne Zeiger.
Wir gehn und komm` n nicht weiter,
zwei Räder, die sich auf der Stelle drehn.
Wir schleppen durch den Tag
und kommen nirgends an.
Das Gleichmaß unsrer Schritte
bringt uns nicht ein Stück voran.
Keine Sehnsucht treibt uns mehr
und kein Herzschlag in der Nacht,
Gleichgültigkeit hat sich in unserm Leben breit gemacht.
 

Also müssen wir da raus,

also brechen wir doch aus
eine neue Liebe suchen -
die die Zeit uns neu bewegt.
Die Gewohnheit ist ein Stein,
sie hängt uns schwer am Bein,
also reißen wir uns los -
bevor sich nichts mehr in uns regt.
 

Wir sind wie Uhren,

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.